Brust­krebs – das Le­ben da­nach

Der 2. Go­cher Brust­tag im Wil­helm-An­ton-Ho­s­pi­tal fand ei­ne gro­ße Re­so­nanz. Vie­le Frau­en – egal ob Pa­ti­en­ten oder In­ter­es­sier­te – in­for­mier­ten sich über die Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten. In­fo­stän­de ga­ben nütz­li­che Tipps.

Rheinische Post Goch - - Kreis Kleve – Regional - VON JU­LIA LÖRCKS

KREIS KLE­VE Die Dia­gno­se war ein Schock. El­ke Schol­ten-Bru­dereck, 44 Jah­re alt, er­tas­te­te im Ju­ni die­ses Jah­res ih­ren Brust­krebs. Ein Zen­ti­me­ter groß, et­wa ein Jahr alt – so schätz­ten es die Ärz­te. Ei­ne Che­mo­the­ra­pie hat sie schon hin­ter sich, die Strah­len­the­ra­pie steht noch aus. Und um sich dar­über zu in­for­mie­ren, war Schol­ten-Bru­dereck beim gest­ri­gen Go­cher Brust­tag im Wil­helm-An­ton-Ho­s­pi­tal zu Gast.

„In­for­ma­ti­on be­ru­higt. Nichts ist schlim­mer als Grü­beln und Un­wis­sen­heit“, sagt auch San­dra Wey­ers. Sie ist Bre­ast-Ca­re-Nur­se-Kran­ken­schwes­ter am Brust­zen­trum Lin­ker Nie­der­rhein, Stand­ort Goch, und be­schreibt ih­re Ar­beit als „Weg­be­glei­tung“. „Die meis­ten Pa­ti­en­tin­nen kom­men nach dem Ge­spräch mit dem Arzt zu uns. Dort be­kom­men sie die Dia­gno­se und schal­ten erst ein­mal ab. Mit uns kön­nen sie dann das gan­ze Pro­ze­de­re noch ein­mal durch­spre­chen. Dann, wenn der Kopf wie­der frei ist“, sagt auch Kol­le­gin St­ef­fi Wey­ers.

Hil­fe und Auf­klä­rung

In­for­ma­ti­on, Hil­fe, aber auch Auf­klä­rung – da­für ist der Brust­tag, der üb­ri­gens zum zwei­ten Mal im Go­cher Kran­ken­haus statt­ge­fun­den hat, da. „Die Re­so­nanz ist viel grö­ßer als im ver­gan­ge­nen Jahr. Das zeigt, dass wir ei­nen gu­ten Weg ein­schla­gen“, sagt auch Dr. Lu­bus Trn­ka, Lei­ter des Brust­zen­trums Lin­ker Nie­der­rhein, Stand­ort Goch, und lei­ten­der Ober­arzt der Kli­nik für Gy­nä­ko­lo­gie, Se­no­lo­gie und Ge­burts­hil­fe im Wil­helm-An­ton-Ho­s­pi­tal in Goch. Ne­ben dem Vor­trag zur Strah­len­the­ra­pie wur­de auch das The­ma Lym­ph­the­ra­pie be­han­delt. Ei­ne An­lei­tung zur Lymph­drai­na­ge und zur Selbst­un­ter­su­chung der Brust gab es eben­falls. Da­zu In­for­ma­ti­ons­stän­de, an de­nen Selbst­hil­fe­grup­pen, Sa­ni­täts­häu­ser und Phy­sio­the­ra­peu­ten ihr An­ge­bot aus­stel­len. „Der Brust­tag ist auch da­zu da, un­ser Netz­werk auf­zu­zei­gen. Ne­ben dem Ope­ra­teur, Ra­dio­lo­gen und On­ko­lo­gen ge­hö­ren ge­nau­so die Kos­me­ti­ke­rin und die Fri­seu­rin da­zu“, so Trn­ka.

Da wär zum Bei­spiel: Birgitta Den­nem­ans, die den Pa­ti­en­ten Schmink­tipps gibt. „Oft sind es äl­te­re Frau­en, die sich zu­vor noch nie ge­schminkt ha­ben und nun völ­lig über­for­dert vor dem Su­per­markt­re­gal ste­hen und we­nigs­tens ge­sund aus­se­hen wol­len“, sagt die Apo­the­ke­rin, Kos­me­ti­ke­rin und Vi­sa­gis­tin. Oder aber Marg­ret Wendt (64), die den Er­krank­ten BHs, Ba­de­mo­den und Pro­the­sen vor­stellt. Sie selbst ist 1994 an Brust­krebs er­krankt und geht sehr of­fen da­mit um: „Ich zei­ge den Frau­en, dass das Le­ben auch nach der Dia­gno­se wei- ter­geht. Ich spen­de ih­nen Trost, ge­be Mut.“ Wendt selbst hat durch die Ope­ra­ti­on ih­re lin­ke Brust ver­lo­ren, aber auch an Op­ti­mis­mus ge­won­nen. „Ich war er­leich­tert, denn ich wuss­te, jetzt ist der Krebs weg, jetzt kann es mir wie­der gut ge­hen.“ Und das schon seit 16 Jah­ren. In­ter­net Mehr zum The­ma un­ter www.rp-on­line.de/kle­ve

RP-FO­TOS (2): GOTT­FRIED EVERS

Dr. Lu­bus Trn­ka, Lei­ter des Brust­zen­trums Lin­ker Nie­der­rhein, stand am 2. Go­cher Brust­tag den in­ter­es­sier­ten Frau­en für Fra­gen und Ant­wor­ten zur Ver­fü­gung.

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