FC setzt auf köl­sche Lö­sung

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman - VON GIANNI COSTA

KÖLN Lu­kas Po­dol­ski hat den Ernst der La­ge na­tür­lich er­kannt. Und das sol­len auch al­le mit­be­kom­men. Des­halb ver­zich­tet er in den Ka­ta­kom­ben des Köl­ner Sta­di­ons aus­nahms­wei­se auf die von ihm ge­wohn­ten Mätz­chen und blickt ent­schlos­sen drein. Mit­spie­ler Mar­tin La­nig, der ge­ra­de ei­nem TV-Team sei­ne Sicht der Din­ge nach dem 3:0-Er­folg im Po­kal ge­gen Zweit­li­gist 1860 München schil­dern will, be­kommt dies auch zu spü­ren. „Ey, Mar­tin“, ruft Po­dol­ski ihm harsch zu. „Quat­schen kannst du auch noch spä­ter. Wir lau­fen jetzt erst mal aus.“ Kla­re An­sa­ge vom Füh­rungs­spie­ler. La­nig ge­horcht und trot­tet hin­ter­her.

In Köln macht man mal wie­der ei­nen Neu­an­fang. Nach zu­letzt sechs sieg­lo­sen Par­ti­en in der Li­ga, dem Ab­sturz auf den letz­ten Ta­bel­len­platz, dem Raus­wurf des Trai­ners (Zvon­i­mir Sol­do) und ei­nem Ma­na­ger (Michael Mei­er), dem die sonst so treue An­hän­ger­schaft die Ge­folg­schaft ver­wei­gert, ist der wie­der drin­gend nö­tig. Da der FC mitt­ler­wei­le ei­ne ge­wis­se Rou­ti­ne in sol­chen Din­gen hat, gab es wohl schon ei­ni­ge Plä­ne in den Schub­la­den von Prä­si­dent Wolf­gang Over­ath. Der woll­te für ei­nen gro­ßen Ver­ein ei­nen gro­ßen Na­men. Egal ob mit oder oh­ne Kon­zept. Des­halb wur­de hin­ter den Ku­lis­sen son­diert und ver­han­delt. Tho­mas Doll und Klaus Topp­möl­ler ge­hör­ten of­fen­bar zum en­ge­ren Trai­ner-Fa­vo­ri­ten­kreis.

Doch die welt­of­fe­ne Stadt Köln hat lang­sam ge­nug von die­sen Ex­pe­ri­men­ten und hofft auf ei­ne ver­gleichs­wei­se bo­den­stän­di­ge, an­ders aus­ge­drückt: ver­nünf­ti­ge Lö­sung. „Ge­duld und Wort hal­ten: der Geiß­bock braucht ei­nen gu­ten Schae­fer“, ha­ben die Fans vor der Süd­tri­bü­ne auf ein Ban­ner ge­schrie­ben. Der Schae­fer ist schon ge­fun­den. Frank heißt er mit Vor­na­men, „ne ech­te köl­sche Jung“, seit Sonn­tag In­te­rims­trai­ner. Ist er ei­ne Dau­er­lö­sung? „Ich kämp­fe für den FC, ich kämp­fe auch für mei­ne Chan­ce“, sagt der 47-Jäh­ri­ge. „Die Un­ter­stüt­zung der Fans macht mich stolz.“ Sams­tag emp­fängt der FC den Ham­bur­ger SV. Bleibt ab­zu­war­ten, ob Schae­fer sei­ne Geiß­bö­cke dann wie­der so gut im Griff hat.

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