Nur ei­ne his­to­ri­sche Stu­die

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman -

Schon zum 50. Jah­res­tag vor sechs Jah­ren war die­se Ent­hül­lung nur ein ver­meint­li­cher Skan­dal. Längst war be­kannt, dass die viel­ge­rühm­ten Hel­den von Bern Sprit­zen be­kom­men hat­ten. Das ha­ben sie nie be­strit­ten. Ob ih­nen mit Trau­ben­zu­cker-Lö­sun­gen oder Vit­ami­nen auf die Sprün­ge ge­hol­fen wer­den soll­te, wie sie selbst be­haup­ten, wur­de von Wis­sen­schaft­lern al­ler­dings be­reits da­mals an­ge­zwei­felt. For­scher ver­wie­sen dar­auf, dass es viel zu um­ständ­lich sei, Trau­ben­zu­cker zu sprit­zen.

Die Stu­die, nach der es wahr­schein­lich ist, dass zu­min­dest ei­ni­ge Spie­ler Per­vi­tin ver­ab­reicht be­ka­men, wä­re im ak­tu­el­len Fuß­ball ein Dra­ma. Denn heu­te ist Do­ping ver­bo­ten. Do­ping­kon­trol­len gibt es aber erst seit den 60er-Jah­ren, und 1954 exis­tier­te aus gu­tem Grund über­haupt kein Un­rechts­be­wusst­sein bei Sport­lern, die ih­re Leis­tungs­be­reit­schaft mit Un­ter­stüt­zung von Per­vi­tin er­höh­ten. Die gab es na­tür­lich nicht nur in Deutsch­land.

Des­halb ist die Stu­die al­len­falls his­to­risch von Be­deu­tung. Dem My­thos der Hel­den von Bern wird sie nicht scha­den. pet

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.