Na­tri­um hilft auch den Kno­chen

Rheinische Post Goch - - Gesundheit - VON ALEXANDER WEHR

TO­RON­TO Über­ra­schen­de Er­kennt­nis nie­der­län­di­scher Wis­sen­schaft­ler aus Rot­ter­dam: Äl­te­re Men­schen, die zu we­nig Na­tri­um zu sich neh­men, ha­ben ein er­höh­tes Ri­si­ko für ei­nen Kno­chen­bruch (Frak­tur). Bis­her galt als ge­si­chert, dass das Ele­ment Kal­zi­um ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei Pa­ti­en­ten mit Os­teo­po­ro­se spielt und bei ih­nen auch zur Be­hand­lung ein­ge­setzt wird. Ei­nen be­deu­ten­den Stel­len­wert hat nun of­fen­bar auch Na­tri­um, wie die For­scher auf ei­nem Kon­gress in Ka­na­da be­rich­te­ten.

Das Ele­ment Na­tri­um ist ein Haupt­be­stand­teil von Spei­se­salz (NaCl). Auf dem Kon­gress in To­ron­to stell­te Ca­ro­la Zil­li­kens aus Rot­ter­dam die Er­geb­nis­se ei­ner Stu­die vor, an der 5208 Men­schen teil­ge­nom­men hat­ten. Al­le Teil­neh­mer wa­ren min­des­tens 55 Jah­re alt. Vor Be­ginn wur­de un­ter an­de­rem die Kno­chen­dich­te be­stimmt, nach Stür­zen, Me­di­ka­men­ten und an­de­ren Be­glei­ter­kran­kun­gen ge­fragt. Selbst­ver­ständ­lich wur­den auch die Na­tri­um­wer­te im Blut ge­mes­sen. „Bei der über­wie­gen­den Zahl der Stu­di­en­teil­neh­mer la­gen die­se Wer­te im Nor­mal­be­reich“, sagt Zil­li­kens. Bei fast 400 Per­so­nen wa­ren hin­ge­gen zu nied­ri­ge Na­tri­um­wer­te auf­fäl­lig. Ärz­te spre­chen dann von ei­ner Hy­po­na­tri­ä­mie.

Be­son­ders häu­fig fand sie sich bei Dia­be­ti­kern und Men­schen, die ent­wäs­sern­de Me­di­ka­men­te (Di­ure­ti­ka) ein­neh­men müs­sen oder kurz zu­vor ge­stürzt wa­ren. Me­di­ka­men­te aus der Grup­pe der Di­ure­ti- ka wer­den sehr häu­fig zur Sen­kung ei­nes er­höh­ten Blut­drucks ein­ge­setzt. Wer sich al­so ab­sichts­voll sal­z­arm er­nährt, ris­kiert sei­ne Kno­chen­ge­sund­heit.

Kon­kret fan­den die nie­der­län­di­schen For­scher Fol­gen­des her­aus: Das Ri­si­ko für Frak­tu­ren au­ßer­halb der Wir­bel­säu­le, so­ge­nann­te non­ver­te­bra­le Frak­tu­ren, war bei den Teil­neh­mern mit ei­ner Hy­po­na­tri­ä­mie um 34 Pro­zent hö­her und so­mit auch sta­tis­tisch ge­si­chert. Eben­falls deut­lich häu­fi­ger re­gis­trier­ten die Un­ter­su­cher Hüft­frak­tu­ren. Ins­ge­samt er­höh­te sich dar­über hin­aus das Ri­si­ko für Wir­bel­kör­per­frak­tu­ren, und zwar um im­mer­hin 61 Pro­zent. Ein nied­ri­ger Na­tri­um­spie­gel im Blut schient of­fen­bar auch die Sturz­wahr­schein­lich­keit zu er­hö­hen, wie Zil­li­kens her­aus­fand.

Über den ex­ak­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen nied­ri­gen Na­tri­um­wer­ten im Blut und dem er­höh­ten Frak­tur­ri­si­ko ist bis­her we­nig be- kannt. All­ge­mein gilt ei­ne Koch­sal­zAuf­nah­me von fünf bis sechs Gramm pro Tag als nor­mal. Die­se Men­gen sind in Obst, Ge­mü­se und an­de­ren Le­bens­mit­teln wie Wurst, Kä­se und Brot ent­hal­ten. Die neu­en Stu­di­en­er­kennt­nis­se un­ter­strei­chen aber­mals, wie wich­tig ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung ist. Be­kannt ist hin­ge­gen auch, dass sich ins­be­son­de­re äl­te­re Men­schen oft sehr ein­sei­tig er­näh­ren. Ge­ra­de sie soll­ten aber auf ei­ne aus­rei­chen­de Koch­salz­zu­fuhr ach­ten.

Nicht we­ni­ge Pa­ti­en­ten be­fin­den sich durch die­se neu­en Er­kennt­nis­se in ei­nem Di­lem­ma. Der Grund: Ein zu ho­her Salz­kon­sum kann den Blut­druck er­hö­hen, so dass vie­le Ärz­te ih­ren Hoch­druck-Pa­ti­en­ten ei­ne sal­z­ar­me Er­näh­rung emp­feh­len. Als Faust­re­gel gilt: Mit min­des­tens sechs Mil­li­gramm Salz pro Tag, das be­stä­tigt auch die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung, ist man auf der si­che­ren Sei­te.

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Rönt­gen­bild ei­nes Kie­fers mit Weis­heits­zahn: Zie­hen oder nicht?

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Im Betha­ni­en-Kran­ken­haus Mo­ers wird ein Wir­bel­kör­per-Kom­pres­si­ons­bruch mit der so­ge­nann­ten Bal­lon-Ky­p­ho­plas­tie mi­ni­mal-in­va­siv be­han­delt.

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