Die Top­teams Mainz und Dort­mund zei­gen Ner­ven

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman -

DÜSSELDORF (sid) Die ei­nen me­cker­ten mit Schieds­rich­tern, die an­de­ren ver­sag­ten im Elf­me­ter­schie­ßen. Aus­ge­rech­net vor dem Schla­ger­spiel der Fuß­ball-Bun­des­li­ga am Sonn­tag hat bei den Spit­zen­teams FSV Mainz 05 und Bo­rus­sia Dort­mund das Ner­ven­flat­tern be­gon­nen. Na­he­zu im Gleich­schritt hat­ten die bei­den die Her­zen der Fans er­obert, ge­mein­sam bla­mier­ten sie sich nun in der 2. Run­de des DFBPo­kals: Spit­zen­rei­ter Mainz ver­lor beim Zweit­li­ga-Zehn­ten Ale­man- nia Aa­chen mit 1:2. Der Ta­bel­len­zwei­te Dort­mund schaff­te in 120 Mi­nu­ten beim Dritt­li­ga-Spit­zen­rei­ter Ki­ckers Of­fen­bach kein Tor und ver­gab dann auch noch zwei von vier Elf­me­tern. „Ei­ne ganz bit­te­re Er­fah­rung“, sag­te BVB-Trai­ner Jür­gen Klopp.

Wäh­rend bei der Bo­rus­sia nach dem Übe­ra­schungs-K.o. eher Er­nüch­te­rung und Rat­lo­sig­keit herrsch­ten, re­agier­ten die Main­zer ge­nervt. So wur­de Trai­ner Tho­mas Tu­chel vom Schieds­rich­ter Pe­ter Ga­gel­mann (Bre­men) auf die Tri­bü­ne ge­schickt, weil er ei­ne Was­ser­fla­sche auf den Bo­den warf. „Nicht mit vol­ler Wucht, ich ha­be sie eher hin­ge­schnippt“, sag­te Tu­chel spä­ter. Da­für ging der Coach nach dem Schluss­pfiff den vier­ten Of­fi­zi­el­len der­art harsch an, als wol­le er sich den Platz­ver­weis noch nach­träg­lich ver­die­nen.

Wie groß der Druck plötz­lich ist, zeig­te auch Le­wis Holt­by. Der künf­ti­ge Na­tio­nal­spie­ler hat­te bei sei­nem al­ten Klub Aa­chen un­be­dingt spie­len wol­len, zeig­te dann aber sein schlech­tes­tes Sai­son­spiel und wur­de zur Pau­se aus­ge­wech­selt. „Wir ha­ben vor­her schon über­legt, ob wir ihn der Si­tua­ti­on über­haupt aus­set­zen wol­len“, sag­te Tu­chel.

Die Dort­mun­der tra­fen trotz kla­rer Über­le­gen­heit über­haupt nicht, zu­dem schei­ter­ten die Tor­jä­ger Lu­cas Bar­ri­os und Ro­bert Le­wan­dow­ski im Elf­me­ter­schie­ßen am über­ra­gen­den Of­fen­ba­cher Kee­per Ro­bert Wul­ni­kow­ski. Klopp, ei­gent­lich un­er­schüt­ter­li­cher Op­ti­mist, glaubt vor dem Du­ell bei sei­nem Ex-Klub plötz­lich nicht mehr kom­pro­miss­los an die men­ta­le Stär­ke sei­nes Teams. „Wir wer­den am Sonn­tag se­hen, wie wir das ver­ar­bei­ten“, sag­te der Coach: „Zu­dem ha­ben wir das ei­ne oder an­de­re Ver­let­zungs­pro­blem, des­halb müs­sen wir se­hen, wel­che Spu­ren das bis Sonn­tag hin­ter­las­sen hat.“ Die un­in­spi­rier­te Leis­tung sei­nes Teams hat­te Klopp so­gar die Vor­freu­de auf das Top­spiel bei sei­nem al­ten Ver­ein erst ein­mal ver­dor­ben.

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