Der Markt be­stimmt die Rich­tung

Rheinische Post Goch - - Extra -

(jgr) Geld­an­la­ge kann ris­kant sein – das ha­ben An­le­ger in jüngs­ter Zeit häu­fig er­le­ben müs­sen. Da­mit das Ver­mö­gen er­hal­ten bleibt, ist ein ef­fi­zi­en­tes Ri­si­ko­ma­nage­ment er­for­der­lich. „Bei uns steht dies denn auch im Vor­der­grund“, sagt Klaus Hin­kel, Vor­stand bei der Düs­sel­dor­fer Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft Ar­tus Di­rect In­vest.

Um Ri­si­ken zu be­schrän­ken, wen­den Fi­nanz­ex­per­ten ver­schie­de­ne Stra­te­gi­en an. Die Ver­mö­gens­spe­zia­lis­ten von Ar­tus ha­ben sich für das Ri­si­ko­ma­nage­ment-Kon­zept der Trend­fol­ge ent­schie­den. Sie su­chen nach Trends in den Kurs­be­we­gun­gen der be­ob­ach­te­ten Wer­te. Bei der Ana­ly­se fin­den die An­la­ge­pro­fis Si­gnal­punk­te und -kur­se, die ei­ne Trend­wen­de mar­kie­ren. An die­sen Stel­len heißt es dann: kau­fen oder ver­kau­fen. Das Mo­dell ba­siert auf In­di­ka­to­ren, de­ren Wir­kung der Com­pu­ter be­rech­net. Die­se tech­ni­sche Vor­ge­hens­wei­se hat Vor­tei­le, ist Hin­kel über­zeugt: „Die An­la­ge­ent­schei­dung wird nicht von Emo­tio­nen be­ein­flusst.“ Ak­tu­el­le Nach­rich­ten, Un­ter­neh­mens­mel­dun­gen, Aus­sa­gen von Ana­lys­ten, das An­la­ge­ver­hal­ten al­ler Markt­teil­neh­mer – al­le wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen und das In­ves­to­ren­ver­hal­ten sei­en be­reits in den Bör­sen­preis ein­ge­flos­sen; der Kur­ven­ver­lauf gibt dann die Kauf-und Ver­kaufs­si­gna­le.

Auch auf va­ge Hoff­nun­gen wol­len sich die Ak­ti­en­stra­te­gen nicht ver­las­sen. Pri­va­te An­le­ger ken­nen das Phä­no­men: Sie ha­ben ei­ne Ak­tie ge­kauft, die dann un­ter den Ein­stiegs­kurs fällt. Sie scheu­en sich, das Pa­pier zu ver­kau­fen und auf bes­se­re Chan­cen zu set­zen. Wer ei­nen Ver­lust rea­li­siert, macht ihn sicht­bar. Die­sen Schritt wa­gen vie­le nicht.

An­ders die Pro­fis: „Ein Ti­tel, der nicht läuft, fliegt raus“, er­klärt Hin­kel. Ver­lus­te sol­len weit­ge­hend be­grenzt wer­den, Ge­win­ne las­sen die Trend­fol­ge-Ex­per­ten lau­fen – bis ein neu­es Si­gnal den Aus­stieg emp­fiehlt. Da die Kur­se die ent­schei­den­den Fak­to­ren ent­hal­ten, funk­tio­nie­re das Mo­dell für al­le Wer­te, die ho­he Sta­bi­li­täts­kri­te­ri­en auf­wei­sen, sagt Hin­kel. Die Vor­tei­le zei­gen sich am deut­lichs­ten in kla­ren Trend­pha­sen. Seit­wärts­ent­wick­lun­gen be­deu­ten für die As­set-Ma­na­ger hin­ge­gen ei­ne Her­aus­for­de­rung. „Dann ist ein Fein­tu­ning nö­tig“, be­schreibt Hin­kel die Vor­ge­hens­wei­se der Ex­per­ten. Es ma­che kei­nen Sinn, in sol­chen Pha­sen, in de­nen die Kur­se mal eben kurz über und dann wie­der un­ter den Si­gnal­punk­ten no­tie­ren, dau­ernd ein-und aus­zu­stei­gen.

Die Ar­tus-Ma­na­ger ach­ten bei der Aus­wahl der Ti­tel auch auf Sta­bi­li­täts­kri­te­ri­en. „Wir kau­fen nicht je­de Ak­tie, son­dern sol­che, die sich in der Ver­gan­gen­heit be­währt ha­ben“, sagt Hin­kel. Ein Out­per­for­mance-Ra­ting zeigt, ob der Er­trag nach Trend­fol­ge in den zu­rück­lie­gen­den vier Jah­ren hö­her aus­fällt, als wenn man das Pa­pier ge­kauft und dann im De­pot lie­gen­ge­las­sen hät­te.

Die An­la­ge­stra­te­gie fließt auch in die ver­mö­gens­ver­wal­ten­den Dach­fonds von Ar­tus Di­rect In­vest ein. Drei Fonds hat­te die Ge­sell­schaft vor Ein­füh­rung der Ab­gel­tungs­steu­er auf­ge­legt. Ei­ner in­ves­tiert in Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds (ETF) aus Eu­ro­pa, ei­ner in Welt-ETF, der drit­te in al­le An­la­ge­klas­sen au­ßer Zer­ti­fi­ka­te.

Auch nach Ein­füh­rung der Ab­gel­tungs­steu­er sei­en die Kon­zep­te sinn­voll, sagt Hin­kel: „Die Steu­er wird bis zur Ve­r­äu­ße­rung ge­stun­det, und De­pot­um­schich­tun­gen in­ner­halb des Fonds er­fol­gen oh­ne Aus­ga­be­auf­schlä­ge.“ Ent­spre­chend der Al­lo­ka­ti­on kön­nen die Fonds zu­dem in Stra­te­gi­en für un­ter­schied­li­che Ri­si­ko­nei­gun­gen und Le­bens­zy­klen der Käu­fer ein­ge­bun­den wer­den.

„Ri­si­ko­ma­nage­ment

steht im Vor­der­grund“

FO­TO: AR­TUS DI­RECT

Klaus Hin­kel, Vor­stand bei Ar­tus Di­rect In­vest.

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