Die Zu­kunft: Ho­nor­ar­be­ra­tung

Die Pri­vat­bank Don­ner & Reu­schel hat die Düs­sel­dor­fer Ver­mö­gens­ver­wal­tung Pa­cke­ni­us, Ma­de­mann & Part­ner über­nom­men – und setzt auf de­ren Ei­gen­stän­dig­keit.

Rheinische Post Goch - - Extra -

Die Son­ne lacht an die­sem Tag über Ham­burg und ge­währt ei­nen präch­ti­gen Blick vom fei­nen Ball­in­damm über die Bin­nen­und Au­ßen­als­ter. Mar­cus Vitt schätzt die­sen ein­zig­ar­ti­gen Über­blick, den das mit An­ti­qui­tä­ten ein­ge­rich­te­te Be­spre­chungs­zim­mer des Pri­vat­bank­hau­ses Don­ner & Reu­schel Ak­ti­en­ge­sell­schaft mit­ten in der Han­se­stadt bie­tet. Es passt zur Phi­lo­so­phie ei­nes Hau­ses, das bes­te han­sea­ti­sche Kauf­mannstra­di­tio­nen (1798 wur­de das Bank­haus ge­grün­det) mit mo­der­nen Stra­te­gi­en ver­knüpft.

Mar­cus Vitt ist ent­spannt: „Die In­te­gra­ti­on ist er­folg­reich ge­schafft.“ In nur we­ni­gen Mo­na­ten hat es der Vor­stands­spre­cher mit sei­nem Team ge­schafft, aus der Ham­bur­ger Con­rad Hin­rich Don­ner Bank und der Münch­ner Bank Reu­schel & Co. ei­ne der größ­ten deut­schen Pri­vat­ban­ken, Don­ner & Reu­schel, zu for­men. Alt­ehr­wür­di­ge Tra­di­tio­nen in Kom­bi­na­ti­on mit mo­der­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln wie ei­ner ipad-App für das Port­fo­lio-Ma­nage­ment ge­hö­ren nun zum Selbst­ver­ständ­nis der Bank, die über ei­ne Bi­lanz­sum­me von rund vier Mil­li­ar­den Eu­ro ver­fügt.

Don­ner & Reu­schel spielt auch bei den Un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­tern ei­ne be­son­de­re Rol­le: Das zum Ver­si­che­rungs­kon­zern Si­gnal Idu­na ge­hö­ren­de Pri­vat­in­sti­tut ist seit 2007 Mehr­heits­eig­ner der Düs­sel­dor­fer Ver­mö­gens­ver­wal­tung Pa­cke­ni­us, Ma­de­mann & Part­ner (PMP).

Wie pas­sen Kon­zern­stra­te­gi­en und Un­ab­hän­gi­ge Ver- mö­gens­ver­wal­tung zu­sam­men? „Das ist ei­ne per­fek­te Er­gän­zung“, schwärmt Mar­cus Vitt. „PMP ist und bleibt als Ver­mö­gens­ver­wal­ter völ­lig ei­gen­stän­dig, vor al­lem bei der Pro­dukt­aus­wahl für die Kun­den. Aber er hat gleich­zei­tig ei­ne star­ke Bank im Rü­cken, die bei über­ge­ord­ne­ten Fra­gen wie et­wa Re­gu­lie­rungs­the­men hel­fen kann.“

Auch Hei­ko Lö­schen, Ge­schäfts­füh­rer der PMP Ver­mö­gens­ver­wal­tung (die ne­ben Düsseldorf auch über Nie­der­las­sun­gen in Ham­burg, Hannover und Er­kelenz ver­fügt), be­tont die Vor­tei­le: „Wir ha­ben ei­nen star­ken Ge­sell­schaf­ter, der uns die Frei­heit gibt, ei­gen­stän­dig zu ar­bei­ten.“

Mar­cus Vitt, in Per­so­nal­uni­on auch Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der von PMP, ver­weist auf ei­nen der ers­ten Fäl­le, als ein PMP-Kun­de bei der Be­lei­hung sei­nes Wert­pa­pier­de­pots Un­ter­stüt­zung be­nö­tig­te. „Hier ha­ben wir mit der Bank hel­fen

Ge­mein­sa­me Lö­sun­gen für die Kun­den

er­ar­bei­ten

kön­nen – mit ei­ner Lö­sung, die ein ein­zel­ner Ver­mö­gens­ver­wal­ter sonst nicht hät­te schul­tern kön­nen.“ Vitt und Lö­schen sind oh­ne­hin der Auf­fas­sung, dass die An­leh­nung ei­nes Un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ters an ei­ne Bank oder Fi­nanz­grup­pe dau­er­haft Sinn macht.

„Ver­mö­gens­ver­wal­ter be­nö­ti­gen in Zu­kunft ei­ne kri­ti­sche Grö­ße, um al­le ge­setz­li­chen und in­halt­li­chen An­for­de­run­gen er­fül­len zu kön­nen“, so Hei­ko Lö­schen. „Schon jetzt den­ken ei­ni­ge Ver­mö­gens­ver­wal­ter über Zu­sam­men­schlüs­se nach.“ Klei­ne Ver­mö­gens­ver­wal­ter, die nicht min­des­tens 100 Mil­lio­nen Eu­ro As­sets un­der Ma­nage­ment zu­sam­men­brin­gen, wür­den es in Zu­kunft schwer ha­ben. Lö­schen ver­weist dar­auf, dass seit Jah­ren vor­her­ge­sagt wird, dass der Ver­mö­gens­ver­wal­ter­markt schrump­fen wer­de.

Ak­tu­ell ha­be der Ver­band un­ab­hän­gi­ger Ver­mö­gens­ver­wal­ter je­doch wie­der an Mit­glie­der­zah­len an­knüp­fen kön­nen, mit de­nen er vor acht Jah­ren glänz­te. Al­lein die Vor­ga- ben der Po­li­tik mit ih­rer re­strik­ti­ven Re­gu­lie­rung wer­den nach An­sicht von Mar­cus Vitt und Hei­ko Lö­schen da­für sor­gen, dass in den nächs­ten Jah­ren Be­we­gung ins Spiel kommt. „Ver­mö­gens­ver­wal­ter, die ei­ne be­stimm­te kri­ti­sche Grö­ße nicht er­rei­chen, wer­den nicht über­le­ben kön­nen. Klei­nen Häu­sern bleibt dann näm­lich kei­ne Zeit mehr, sich um ihr Port­fo­lio-Ma­nage­ment zu küm­mern.“

Aber ge­nau hier, beim Port­fo­lio-Ma­nage­ment und der Be­ra­tung, sieht auch Pa­cke­ni­us, Ma­de­mann & Part­ner die Zu­kunft. „Das Be­ra­tungs­pro­to­koll et­wa hat da­zu ge­führt, dass wir in die­sem Jahr zahl­rei­che neue Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­man­da­te er­hal­ten ha­ben“, er­läu­tert Lö­schen. Und auch bei Don­ner & Reu­schel steht die Be­ra­tung im Vor­der­grund: „Wir sind kein Ein­zel­händ­ler für Fi­nanz­pro­duk­te“, be­teu­ert Mar­cus Vitt. „Viel­mehr ver­wun­dern wir un­se­re Kun­den mit ei­nem gu­ten Rat: Es kommt nicht pri­mär dar­auf an, wel­che Pro­duk­te der Kun­de in sei­nem De­pot hat, son­dern ein­zig und al­lein dar­auf, dass er zum rich­ti­gen Zeit­punkt die rich­ti­ge Ver­mö­gens­struk­tur hat.“ Bei­de Fi­nanz­ex­per­ten sind da­her da­von über­zeugt, dass die Zu­kunft der Ho­nor­ar­be­ra­tung ge­hört. „Es gibt noch Men­schen, die glau­ben, Be­ra­tung sei kos­ten­los. Aber spä­tes­tens wenn al­le Ban­ken ih­re Bo­ni­fi­ka­tio­nen und Be­stands­pro­vi­sio­nen of­fen­le­gen müs­sen, wird sich das än­dern – PMP hat die­se Kos­ten im­mer of­fen aus­ge­wie­sen“, so Lö­schen. Und Mar­cus Vitt er­gänzt: „Die Trans­pa­renz, die jetzt kommt, wird First­mo­ver wie Don­ner & Reu­schel und PMP nach vor­ne brin­gen.“ JO­SÉ MACIAS

FO­TO: MA­THI­AS THURM

Mar­cus Vitt (Mit­te) und Hei­ko Lö­schen (links) glau­ben, dass sich künf­tig noch mehr Ver­mö­gens­ver­wal­ter zu­sam­men­schlie­ßen wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.