Stra­te­gisch zum Er­folg

Rheinische Post Goch - - Extra -

Ver­mö­gens­ver­wal­ter nut­zen bei der Geld­an­la­ge un­ter­schied­li­che Stra­te­gi­en, um die Port­fo­li­os ih­rer Kun­den op­ti­mal auf­zu­stel­len. Die Mög­lich­kei­ten sind so viel­fäl­tig wie die Märk­te und die In­ter­es­sen der An­le­ger. Ei­ni­ge wol­len ein­fach nur Si­cher­heit, an­de­re sind be­reit, ge­gen hö­he­re Ri­si­ken auch bes­se­re Er­trags­chan­cen zu nut­zen.

Auch bei den Märk­ten bie­tet sich In­ves­to­ren und An­la­ge­pro­fis ein Uni­ver­sum: Ak­ti­en­in­vest­ments in zahl­rei­che Bran­chen, Län­der und Re­gio­nen, En­ga­ge­ments in Roh­stof­fen oder Im­mo­bi­li­en. Dem ent­spre­chen auch die An­la­ge­instru­men­te. Je nach Stra­te­gie kau­fen Ver­mö­gens­ver­wal­ter Ak­ti­en di­rekt oder in­ves­tie­ren in­di­rekt über Fonds. Ähn­li­ches gilt für An­lei­hen.

Kom­ple­xe­re An­la­ge­stra­te­gi­en er­for­dern auch an­spruchs­vol­le­re In­stru­men­te. Ei­ni­ge Ver­mö­gens­ver­wal­ter nut­zen zum Bei­spiel ge­schlos­se­ne Fonds, um An­le­ger an Chan­cen in spe­zi­el­len Be­rei­chen (zum Bei­spiel Schif­fe, Im­mo­bi­li­en) teil­ha­ben zu las­sen.

Ein In­stru­ment eig­net sich von sei­ner Kon­struk­ti­on her be­son­ders da­für, Stra­te­gi­en ab­zu­bil­den, die so­wohl die Markt­chan­cen als auch un­ter­schied­li­che An­le­ger­inter­es­sen zu bün­deln: Zer­ti­fi­ka­te. Über sie las­sen sich in­di­vi­du­el­le Sze­na­ri­en dar­stel­len; pri­va­te In­ves­to­ren be­kom­men mit Hil­fe der In­stru­men­te zu­dem Zu­gang zu Märk­ten, die ih­nen sonst nicht of­fen­ste­hen wür­den. Zu­dem kön­nen un­ter­schied­li­che Ris­ko­pro­fi­le ge­bil­det wer­den – vom kon­ser­va­ti­ven Ka­pi­tal­schutz bis hin zum spe­ku­la­ti­ven Mi­ni-Fu­ture.

Un­ge­ach­tet der Vor­tei­le re­agie­ren vie­le An­le­ger der­zeit beim Stich­wort Zer­ti­fi­kat sehr zu­rück­hal­tend, sie den­ken an die Leh­man-Plei­te. Wich­tig sei, hier auf die Zu­sam­men­hän­ge zu ach­ten, sagt Michael Bi­sch­off, Di­rek­tor bei der Roy­al Bank of Scot­land. Nicht die Zer­ti­fi­ka­te wa­ren das Pro­blem, son­dern dass die USGroß­bank im Sep­tem­ber 2008 zah­lungs­un­fä­hig wur­de. Da­von be­trof­fen wa­ren auch An­lei­hen.

„Wie die­se sind Zer­tif­ka­te In­ha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen; sie ber­gen das glei­che Emit­ten­ten­ri­si­ko“, er­klärt Bi­sch­off, „Zer­ti­fi­ka­te sind kein Teu­fels­zeug“. In der spä­te­ren öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung ge­riet in­des die Ur­sa­che – die Bank­plei­te an sich – in den Hin­ter­grund, wäh­rend das An­la­ge­instru­ment Zer­ti­fi­kat ei­nen schwe­ren Ima­ge­scha­den er­litt.

Pro­fis las­sen sich na­tür­lich von sol­chen Ver­wechs­lun­gen nicht be­ein­dru­cken. Ei­ni­ge Ver­mö­gens­ver­wal­ter set­zen Zer­ti­fi­ka­te nach wie vor als Ve­hi­kel ein, mit de­nen sie ih­re An­la­ge­stra­te­gi­en dar­stel­len. „Ge­nutzt wer­den ins­be­son­de­re Dis­count­zer­tif­ka­te und Bo­nus­zer­ti­fi­ka­te so­wie de­ren Va­ri­an­ten, um da­mit die Port­fo­li­o­struk­tur zu op­ti­mie­ren“, sagt Bi­sch­off. Das gel­te so­wohl für den Wunsch nach hö­he­rer Ren­di­te als auch zur Ri­si­ko­mi­ni­mie­rung.

Dis­coun­ter und Bo­nus­pa­pie­re ent­hal­ten ver­schie­de­ne Schutz­me­cha­nis­men, die die Ri­si­ken zwar nicht aus­schlie­ßen, aber doch auf ein ge­nau de­fi­nier­tes Maß be­gren­zen. „Wir se­hen ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge nach mehr Ri­si­ko“, stellt der RBS-Ex­per­te fest.

Als ak­tu­el­len Trend macht er ei­ne Er­hö­hung der Ak­ti­en­quo­te aus. An­le­ger in­ter­es­sie­ren sich der­zeit ins­be­son­de­re für Chan­cen in Schwel­len­län­dern.

JÜR­GEN GRO­SCHE

FO­TO:WRAGG/IS­TOCK­PHO­TO

Ver­mö­gens­ver­wal­ter nut­zen Zer­ti­fi­ka­te, um mit ih­nen An­la­ge­stra­te­gi­en um­zu­set­zen.

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