Mer­kel setzt schär­fe­ren Eu­ro-Pakt durch

Rheinische Post Goch - - Vorderseite - VON AN­JA INGENRIETH

BRÜSSEL Der neue Eu­ro-Pakt, auf den sich ges­tern die 27 eu­ro­päi­schen Staats-und Re­gie­rungs­chefs beim EU-Gip­fel ge­ei­nigt ha­ben, soll bei künf­ti­gen Ret­tungs­ak­tio­nen Ban­ken und Fonds stär­ker in die Pflicht neh­men. Die­ses deut­sche Kern­an­lie­gen setz­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ge­gen gro­ße Wi­der­stän­de beim Brüs­se­ler EU-Gip­fel der Staats-und Re­gie­rungs­chefs im Grund­satz durch. Die nö­ti­gen Än­de­run­gen der EU-Ver­trä­ge sol­len im De­zem­ber be­schlos­sen wer­den. Mer­kel nann­te die Ei­ni­gung ei­nen Quan­ten­sprung für die Sta­bi­li­tät der Ge­mein­schafts­wäh­rung.

Die An­pas­sung soll so be­grenzt aus­fal­len, dass ris­kan­te Volks­ab­stim­mun­gen nicht nö­tig sind. Das geht nur, wenn der Eu­ro­päi­schen Uni­on kei­ne neu­en Kom­pe­ten­zen zu­fal­len. Bei dem von Mer­kel eben­falls ge­for­der­ten Stimm­rechts­ent­zug für no­to­ri­sche Schul­den­sün­der wä­re ge­nau dies der Fall. Die Kanz­le­rin „op­fer­te“ die­se um­strit­te­ne For­de­rung. Vor al­lem mitt­le­re und klei­ne Län­der weh­ren sich ge­gen die „po­li­ti­sche Ent­mün­di­gung“, die ein­stim­mig be­schlos­sen wer­den müss­te. EURats­prä­si­dent Van Rom­puy er­hielt zwar den Auf­trag, das In­stru­ment wei­ter zu prü­fen. Es ge­be aber über ei­ne Ein­füh­rung „ab­so­lut kein Ein­ver­neh­men“, so Lu­xem­burgs Pre­mier­mi­nis­ter Juncker.

Über die ge­naue Aus­ge­stal­tung des neu­en Kri­sen­me­cha­nis­mus er­war­tet Mer­kel „har­te Ver­hand­lun­gen“. Die EU be­tre­te da­mit „ab­so­lu­tes Neu­land“, un­ter­strich sie. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ar­bei­tet be­reits an De­tails. Die Op­po­si­ti­on warf der Kanz­le­rin ein „Schei­tern auf Ra­ten“ vor. Die „un­voll­ende­te Mi­ni­mal­lö­sung“ rei­che nicht, um die wirk­li­chen Pro­ble­me der Wäh­rungs­uni­on zu be­wäl­ti­gen, sag­te SPD-Chef Sig­mar Gabriel.

Die EU be­tritt da­mit „ab­so­lu­tes

Neu­land“

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