Kochs Auf­ga­be bei Bil­fin­ger

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

MANNHEIM (RP) Ro­land Koch be­erbt bei Bil­fin­ger Ber­ger den lang­jäh­ri­gen Vor­stands­vor­sit­zen­den Her­bert Bod­ner, der mit 63 Jah­ren in den Ru­he­stand geht. Für Auf­sichts­rats­chef Bern­hard Wal­ter war Koch ers­te Wahl: „Es gab meh­re­re Kan­di­da­ten, Ro­land Koch war der bes­te“, sag­te Wal­ter. Al­le Mit­glie­der des Auf­sichts­ra­tes hät­ten für die Be­ru­fung des frü­he­ren Po­li­ti­kers vo­tiert, der zeit­wei­se als mög­li­cher Kanz­ler­kan­di­dat sei­ner Par­tei ge­han­delt wur­de. „Bil­fin­ger Ber­ger ist ei­ne ers­te Adres­se der deut­schen Wirt­schaft und zu­gleich ei­nes der span­nends­ten Un­ter­neh­men, das ich ken­ne“, sag­te Koch.

Die Bör­se quit­tier­te die Be­ru­fung mit ei­nem Kurs­ab­schlag, der den Un­ter­neh­mens­wert von Bil­fin­ger Ber­ger bin­nen ei­nes Ta­ges um rund 100 Mil­lio­nen Eu­ro drück­te. Com­merz­bank-Ana­lyst Nor­bert Kret­low sag­te, „Man weiß, wo­für Ro­land Koch als Po­li­ti­ker stand, aber die Bör­se weiß nicht, wo­für er als Ma­na­ger steht.“ Bil­fin­ger Ber­ger ha­be ei­nen kla­ren Schwenk hin zu ei­nem Di­enst­leis­tungs­kon­zern voll­zo­gen – jetzt sei al­les of­fen.

Tat­säch­lich wird Koch viel zu tun zu ha­ben – und es ist nicht si­cher, ob er der rich­ti­ge Mann da­für ist. Denn Bil­fin­ger ist in die Skan­da­le bei den U-BahnBau­ten in Düsseldorf und Köln ver­wi­ckelt. Um hier vor­an­zu­kom­men, braucht es Fach­wis­sen – das dem An­walt so­wie­so fehlt – und di­plo­ma­ti­sches Ge­spür. Aber der Voll­blut­po­li­ti­ker hat­te sich als Mi­nis­ter­prä­si­dent eher als Po­la­ri­sie­rer pro­fi­liert. Tat­säch­lich kann er freund­lich auf­tre­ten: Im Ge­spräch sei der Hob­by­koch oft sehr ein­neh­mend, sa­gen man­che Ken­ner von Ro­land Koch.

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