Streit um „Som­mer-Praw­da“

Rheinische Post Goch - - Politik - VON GERHARD VOOGT

DÜSSELDORF Die FDP-Frak­ti­on im Düs­sel­dor­fer Land­tag will NRWSchul­mi­nis­te­rin Syl­via Löhr­mann (Grü­ne) mit ei­ner klei­nen An­fra­ge in Be­dräng­nis brin­gen. Es geht um das El­tern­ma­ga­zin „Schul­zeit“, das in der ver­gan­ge­nen Wahl­pe­ri­ode von der da­ma­li­gen Schul­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Som­mer ein­ge­führt wur­de. Die Zeit­schrift rich­tet sich an die El­tern der 2,8 Mil­lio­nen Schü­ler in NRW. Dar­in wer­den wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen in der Schul­po­li­tik be­kannt ge­ge­ben.

Die Grü­nen hat­ten die Ver­öf­fent­li­chung als „Som­mer-Praw­da“ ti­tu­liert. Durch den Ver­gleich mit der „Praw­da“, dem frü­he­ren Pres­se­or­gan der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei der So­wjet­uni­on, woll­ten die Grü- nen ih­re Auf­fas­sung ver­deut­li­chen, dass die „Schul­zeit“ ein Pro­pa­gan­da­in­stru­ment sei.

In der An­fra­ge an die Lan­des­re­gie­rung will nun Ralf Wit­zel, par­la­men­ta­ri­scher Ge­schäfts­füh­rer der

Zei­tung des NRW-Schul­mi­nis­te­ri­ums soll

El­tern in­for­mie­ren

FDP-Land­tags­frak­ti­on, wis­sen, wie es mit der „Som­mer-Praw­da“ wei­ter­geht. Die Grü­nen hat­ten vor dem Re­gie­rungs­wech­sel wie­der­holt ge­for­dert, das Ma­ga­zin sol­le ein­ge­stellt wer­den. Da­mit könn­ten pro Jahr rund 800 000 Eu­ro ein­ge­spart wer­den. „Ge­schieht dies nun tat- säch­lich?“, fragt Wit­zel. „Oder kommt nun ei­ne Löhr­mann-Praw­da?“ Dies wür­de zu ei­nem „völ­li­gen Glaub­wür­dig­keits­ver­lust“ füh­ren. Des­we­gen ha­be Löhr­mann „si­cher­lich längst die Ein­stel­lung al­ler Ar­bei­ten“ ver­an­lasst und ent­schie­den, wie das ein­ge­spar­te Geld ver­wen­det wer­de. Si­grid Beer, par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­re­rin der Grü­nen im Land­tag, er­klär­te, der „po­le­mi­sche Stil“ der An­fra­ge sei „un­säg­lich und un­par­la­men­ta­risch“. Da die Haus­halts­be­ra­tun­gen noch nicht be­gon­nen hät­ten, sei­en die Zu­kunft des Ma­ga­zins und die künf­ti­ge Ver­tei­lung der Mit­tel noch völ­lig of­fen. Ins­ge­samt ha­be die Lan­des­re­gie­rung „zu vie­le Hoch­glanz­ma­ga­zi­ne pro­du­ziert“. Mög­li­cher­wei­se kön­ne man künf­tig stär­ker auf das In­ter­net set­zen.

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