Stopp Laar­bruch wird po­li­tisch

Die Keve­lae­rer Ak­ti­ons­ge­mein­schaft ge­gen Flug­lärm hat ei­nen neu­en Vor­sit­zen­den und ei­ne neue Ziel­rich­tung. Künf­tig wol­len die Mit­glie­der nicht mehr kla­gen, son­dern sich po­li­tisch ge­gen Nacht­flug en­ga­gie­ren.

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post - VON AN­JA SETT­NIK

WIN­NE­KEN­DONK Die Flug­ha­fen­geg­ner des Ver­eins „Stopp Laar­bruch“ ha­ben ei­nen neu­en Vor­stand ge­wählt. Nicht mehr vor­ge­schla­gen wur­de die bis­he­ri­ge Vor­sit­zen­de, Hei­ke von Strae­len. Zwar wur­de ihr wie dem ge­sam­ten Vor­stand bei ei­ni­gen Ent­hal­tun­gen die Ent­las­tung er­teilt, aber der Ver­ein will mit ei­ner neu­en Füh­rungs­mann­schaft wei­ter­ma­chen. Neu­er Vor­sit­zen­der ist Karl-Heinz Kan­dolf, lang­jäh­ri­ger (in­zwi­schen zu­rück­ge­tre­te­ner) Frak­ti­ons­chef der Grü­nen in Keve­la­er. Stell­ver­tre­ter bleibt Werner Lem­mens, auf ei­nen Ge­schäfts­füh­rer ver­zich­tet der Ver­ein künf­tig. Der vier­te Vor­sit­zen­de

Kan­dolf ist in der Ge­schich­te der Ak­ti­ons­ge­mein­schaft der vier­te Vor­sit­zen­de. Be­vor Hei­ke van Stra­len 2006 das Ru­der er­griff, war Ah­met Sie­gel Vor­sit­zen­der und hat­te sich im Streit von der Grup­pe ab­ge­wandt. In den ers­ten Jah­ren (Grün­dung 1996) war Kor­ne­lia La­queur die Wort­füh­re­rin. Nach­dem Sie­gel die ge­richt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Flug­ha­fen be­trie­ben und schließ­lich ei­ne Ei­ni­gung er­zielt hat­te, wur­den die letz­ten Kla- gen von Lär­mop­fern, die der Ver­ein un­ter­stütz­te, im ver­gan­ge­nen Jahr zu­rück­ge­zo­gen. 98 Mit­glie­dern des Ver­eins wur­den je 5000 Eu­ro Ent­schä­di­gung zu­ge­spro­chen. Wie die RP ges­tern er­fuhr, wur­de das Geld al­ler­dings nicht nur in Lärm­schutz in­ves­tiert. Frei­mü­tig räum­ten Win­ne­ken­don­ker ein, es an­ge­legt oder auch für ei­ne neue Kü­che aus­ge­ge­ben zu ha­ben.

Die Zie­le

Was ist künf­tig das Ver­eins­ziel? „Wir wol­len un­ser An­lie­gen von nun an po­li­tisch be­trei­ben, statt Kla­gen zu füh­ren“, sagt der neue Vor­sit­zen­de. Wich­tig sei den Mit­glie­dern, sich ve­he­ment für ein an­dau­ern­des Nacht­flug­ver­bot ein­zu­set­zen. „Auch die Zu­nah­me von Lan­dun­gen weit nach Mit­ter­nacht, manch­mal so­gar bis fast zwei Uhr, wol­len wir nicht hin­neh­men.“ Es ge­be ei­ne grö­ße­re An­zahl von Mit­bür­gern, die nachts wach wür­den und sich die Zei­ten, in de­nen sie ein Flug­zeug hör­ten, auf­schrie­ben. Nicht sel­ten wür­den auch mor­gens um fünf Uhr Starts re­gis­triert. „Die Aus­nah­men neh­men über­hand.“

Vor der Vor­stands­wahl war es bei der Ver­samm­lung wie­der sehr mun­ter zu­ge­gan­gen. Kan­dolfs An­trag, die Öf­fent­lich­keit zu­zu­las­sen, kam bei ei­ni­gen Mit­glie­dern nicht gut an. „Un­se­re fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on geht doch nie­man­den et­was an“, mein­te ei­ner. Ein an­de­rer riet, die Pres­se sol­le zu­min­dest raus ge­schickt wer­den, „wenn’s ans Ein­ge­mach­te geht“.

Wie El­li Fischer der RP ver­si­cher­te, blie­ben Aus­ein­an­der­set­zun­gen je­doch aus. So­wohl die Kas­sen­prü­fung, als auch die Wah­len hät­ten kei­ner­lei Auf­re­gung ver­ur­sacht. Nach Darstel­lung von Hei­ke van Strae­len ha­be sie selbst be­schlos­sen, nicht wei­ter Vor­sit­zen­de sein zu wol­len. Das sei dem Ver­ein vor der Ver­samm­lung be­kannt ge­we­sen. Er ha­be da­von nichts ge­wusst, sag­te dem­ge­gen­über Karl­heinz Kan­dolf. In­ter­net Frü­he­re Be­rich­te zum The­ma un­ter www.rp-on­line.de/keve­la­er

ARCHIVFOTO: RYNAAIR

Nicht al­le Bür­ger in Win­ne­ken­donk und Um­ge­bung wer­den ih­ren Frie­den mit dem Flug­ha­fen ma­chen. Ins­be­son­de­re Flug­be­we­gun­gen nach Mit­ter­nacht ver­är­gern vie­le Bür­ger.

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