Rus­si­sche Brass-Band glänz­te im KAG

Rheinische Post Goch - - Lokale Kultur - VON HANS RÜHL

KLE­VE-KEL­LEN Ei­nen un­ge­wöhn­li­chen Be­such er­hielt das Kon­rad-Ade­nau­er-Gym­na­si­um gleich am ers­ten Schul­tag nach den Herbst­fe­ri­en. Zu Gast war das Ju­gend­blas­or­ches­ter He­li­kon des Wai­sen­hau­ses in Ps­kow, ei­ner öst­lich der est­ni­schen Gren­ze ge­le­ge­nen rus­si­schen Uni­ver­si­täts­stadt. Zwan­zig jun­ge Mu­si­ci aus dem et­wa hun­dert Kin­der und Ju­gend­li­che be­her­ber­gen­den, von An­fang an auch durch die Ev. Kir­che im Rhein­land ge­för­der­ten Heim mach­ten auf ih­rer jet­zi­gen Tour durch de­ren Di­strikt von Duis­burg aus den Auf­takt in Kel­len, wo der hie­si­ge Ro­ta­ry-Club die Ver­pfle­gungs­kos­ten über­nahm.

Im Päd­ago­gi­schen Zen­trum stell­ten sie sich am Mor­gen ei­ner Schü- ler­grup­pe und am Abend ei­ner hal­ben Hun­dert­schaft an Be­su­chern. Üb­ri­gens ho­no­rier­ten die­se das Kon­zert mit 610 Eu­ro, die von an­de­rer Sei­te noch um ein Vier­tel auf­ge­stockt wur­den. Be­grüßt wur­den sie von OStD Gerd van Lee­wen, Kurz­in­for­ma­tio­nen gab der frü­he­re Di­rek­tor der Ev. Aka­de­mie Mül­heim Dr. Die­ter Bach, Initia­tor und heu­te Ge­schäfts­füh­rer die­ses auch als Zei­chen der Ver­söh­nung ge­star­te­ten Hilfs­pro­jek­tes.

Di­ri­gent

Mit ihm hat der frü­he­re KAG-Lei­ter Wil­helm La­scho seit et­li­chen Jah­ren Kon­takt und den Ab­ste­cher nach hier ar­ran­giert. Als re­spek­ta­bler Di­ri­gent in dem Heim, wo Kin­der aus oft trost­lo­sen Fa­mi­li­en Ge­bor­gen­heit und Zu­wen­dung er­fah- ren, leis­tet Alexander Roor gu­te Ar­beit, wie das von den Tu­ben bis zu den Trom­pe­ten in al­len Stimm­la­gen be­setz­te und re­gis­ter­wei­se vor­ge­stell­te, aber auf Holzbläser und Sa­xo­fo­ne ver­zich­ten­de Ju­gend­blas­or­ches­ter be­wies. Ihr Kön­nen, das sich im Plenum wie in den So­lo­pas­sa­gen zeig­te, stärkt auch ihr Selbst­be­wusst­sein.

Die Werk­fol­ge des Ju­gend­blas­or­ches­ters um­fass­te drei Blö­cke mit durch­weg kür­ze­ren Kom­po­si­tio­nen. Der schmis­sig ge­brach­te Ein­stand „Mei­ne klei­ne Stadt“ zeug­te nicht nur von Hei­mat­lie­be, er bot auch so­gleich ei­ne ein­drucks­vol­le Vi­si­ten­kar­te. Deut­lich wur­den das re­spek­ta­ble Leis­tungs­ni­veau der jun­gen Mu­si­ker und ih­re ho­he Spiel­kul­tur auch in den wei­te­ren an­dert­halb Dut­zend Pro­gramm- bei­trä­gen mit al­trus­si­schen Mär­schen und Wal­zern. „Eger Re­gi­ments“ ging di­rekt ins Ohr. Der Husa­ren­marsch er­in­ner­te an schlan­ke schö­ne Rei­ter, die beim Vor­bei­zug von Frau­en in den Fens­tern be­wun­dert wur­den.

Glin­ka-Oper

Ein Aus­schnitt aus ei­ner be­kann­ten Glin­ka-Oper, ei­ne Pol­ka für vier Kor­netts, das vom Di­ri­gen­ten mit sei­nem Trom­pe­ten­so­lo an­ge­führ­te „Yel­low Sub­ma­ri­ne“ sind nur ei­ni­ge der präch­ti­gen Stü­cke. Ei­nen mu­si­ka­li­schen Will­kom­mens-und Ab­schieds­gruß ent­bot ein kaum grö­ße­res KAG-En­sem­ble un­ter Mar­tha Seu­ken. Von al­len ge­spielt und ge­sun­gen schloss der in­ter­es­san­te Abend mit „Die Ge­dan­ken sind frei“.

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