Tsu­na­mi – mehr als 400 To­te

Rheinische Post Goch - - Gesellschaft -

JA­KAR­TA (afp) Die vom Tsu­na­mi vor der Küs­te In­do­ne­si­ens be­trof­fe­ne Be­völ­ke­rung war­tet drin­gend auf Hilfs­lie­fe­run­gen. Schlech­tes Wet­ter und der Man­gel an Boo­ten ver­zö­gert die Aus­lie­fe­rung. Auf der ab­ge­le­ge­nen In­sel­ket­te vor Su­ma­tra sind nach An­ga­ben von Ret­tungs­kräf­ten knapp 13 000 Men­schen in Zelt­la­gern un­ter­ge­bracht. Die Zahl der To­ten stieg ges­tern auf 408. Un­ter­des­sen kam der tau­send Ki­lo­me­ter ent­fern­te Vul­kan Me­ra­pi wei­ter nicht zur Ru­he.

Auf dem Men­ta­wai Ar­chi­pel, wo am Mon­tag nach ei­nem Erd­be­ben der Stär­ke 7,7 ei­ne drei Me­ter ho­he Flut­wel­le meh­re­re Fi­scher­dör­fer zer­stör­te, fan­den sich wei­ter­hin zahl­rei­che Lei­chen. Die Ein­woh­ner ver­such­ten, die To­ten schnell zu be­stat­ten, doch la­gen wei­ter­hin zahl­rei­che Op­fer un­ter Schutt be­gra­ben und teil­wei­se so­gar auf Bäu­men.

Vier Ta­ge nach dem Un­glück gin­gen die Be­hör­den da­von aus, dass die Zahl der To­ten auf mehr als 600 stei­gen könn­te. Die Chan­cen sei­en ge­ring, von den mehr als 300 Ver­miss­ten noch Über­le­ben­de zu fin- den, sag­ten Ver­tre­ter der Ret­tungs­kräf­te, zu­mal vie­le Men­schen von der zu­rück­wei­chen­den Flut­wel­le ins Meer ge­ris­sen wor­den sei­en.

Op­fer be­rich­te­ten, dass sie kei­ne War­nung vor dem Tsu­na­mi er­reicht ha­be, ob­wohl in der Haupt­stadt Ja­kar­ta ein of­fi­zi­el­ler Tsu­na­mi-Alarm aus­ge­löst wor­den war. Ein Be­am­ter der Zen­tral­re­gie­rung gab den Be­hör­den auf Men­ta­wai die Schuld da­für, dass die An­woh­ner nicht ge­warnt wur­den. Nach dem ver­hee­ren­den Tsu­na­mi im De­zem­ber 2004 war mit deut­scher Hil­fe ein Früh­warn­sys­tem ein­ge­rich­tet wor­den.

In Sik­akap, dem wich­tigs­ten Ha­fen der In­sel Pa­gai, blieb es an­ge- sichts hef­ti­gen Re­gens und ho­her Wel­len schwie­rig, die aus Su­ma­tra ein­ge­trof­fe­nen Zel­te und Me­di­ka­men­te aus­zu­lie­fern. Wie die Ret­tungs­kräf­te be­rich­te­ten, be­gan­nen sechs He­li­ko­pter, Hilfs­mit­tel zu den iso­lier­tes­ten In­seln zu brin­gen.

Un­ter­des­sen war der tau­send Ki­lo­me­ter ent­fern­te Vul­kan Me­ra­pi wei­ter ak­tiv. Der Vul­kan ha­be am frü­hen Mor­gen rie­si­ge Wol­ken aus La­va und Asche aus­ge­sto­ßen und sei­nen süd­öst­li­chen Hang auf drei­ein­halb Ki­lo­me­tern da­mit be­deckt, er­klär­te der von der in­do­ne­si­schen Re­gie­rung be­stell­te Vul­ka­no­lo­ge Heru Su­par­wo­ko. „Er ist für je­den, der in die Nä­he der Wol­ken kommt, sehr ge­fähr­lich“, füg­te er hin­zu.

Die Zahl der durch den Aus­bruch des Vul­kans am Di­ens­tag ums Le­ben ge­kom­me­nen Men­schen er­höh­te sich un­ter­des­sen auf 34, wie ei­ne Spre­che­rin des ört­li­chen Kran­ken­hau­ses mit­teil­te. 50 000 Men­schen le­ben der­zeit in Zelt­städ­ten, nach­dem das Ge­biet im Um­kreis von zehn Ki­lo­me­tern um den 2914 Me­ter ho­hen Berg auf der In­sel Ja­va eva­ku­iert wor­den war.

FO­TO: DPA

Über­le­ben­de trau­ern um An­ge­hö­ri­ge, die beim Tsu­na­mi star­ben.

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