Ar­bei­ter im Wein­berg

Die Ar­beit als Win­zer be­steht nicht nur aus Wein­pro­ben und dem Fach­sim­peln über die Blu­me ei­nes gu­ten Trop­fens. Die Ar­beit im Wein­bau ist ein har­tes Brot und ver­langt viel Wis­sen.

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(tmn) Wein aus deut­schen Lan­den ist be­liebt. 9,2 Mil­lio­nen Hek­to­li­ter wur­den laut dem Deut­schen Wein­in­sti­tut im ver­gan­ge­nen Jahr in den 13 An­bau­ge­bie­ten er­zeugt – fast die Hälf­te der von Ver­brau­chern in Deutsch­land ins­ge­samt ge­trun­ke­nen 20,3 Mil­lio­nen Hek­to­li­ter. Oh­ne Win­zer gä­be es kei­nen ein­zi­gen Trop­fen: Sie tra­gen da­für Sor­ge, dass je­des Jahr Spät­bur­gun­der-, Ries­ling-oder Mül­lerThur­gau-Trau­ben in der Son­ne rei­fen. Und sie küm­mern sich dar­um, dass die Trau­ben ge­le­sen, ge­kel­tert, zu Wein ver­go­ren, in Fla­schen ge­füllt und ver­kauft wer­den.

Die Win­zer­aus­bil­dung dau­ert drei Jah­re, wie Klaus Rück­rich vom Deut­schen Wein­bau­ver­band (DWV) in Bonn er­läu­tert. Azu­bis ler­nen im Be­trieb und in der Be­rufs­schu­le. Die Aus­bil­dung be­glei­te den Pro­zess vom An­bau der Trau­be bis zur Ver­mark­tung. Azu­bis ler­nen den Wein­berg mit den Ar­bei­ten am Reb­stock eben­so ken­nen wie die Kel­ler­wirt­schaft und Ver­mark­tung der Wein­er­zeug­nis­se. Jung­pflan­zen set­zen, Wein­stö­cke be­schnei­den, Un­kraut und Schäd­lin­ge be­kämp­fen so­wie die Trau­ben­le­se von Hand oder mit Ma­schi­nen ge­hö­ren zu den Aus­bil­dungs­in­hal­ten im Wein­berg. Spaß an kör­per­li­cher Ar­beit im Frei­en sei da­her ei­ne der Vor­aus­set­zun­gen, die Azu­bis mit­brin­gen soll­ten, so die Bun­des­an­stalt für Land­wirt­schaft und Er­näh­rung (BLE) in Bonn. Auch In­ter­es­se für das Her­stel­len und Ver­ar­bei­ten von Le­bens­mit­teln sei wich­tig. Und Lehr­lin­ge brau­chen ei­nen gu­ten Ge- schmacks-und Ge­ruchs­sinn. Azu­bis sol­len im Aus­bil­dungs­be­trieb eben­falls das Kel­tern und die Steue­rung und Über- wa­chung des Gär­pro­zes­ses ler­nen. Da­zu ge­hört, mit wel­chen Me­tho­den sich die Wein­qua­li­tät ver­bes­sern lässt. Um not­wen­dig, bis aus den Trau­ben Wein ge­wor­den ist. Es geht dar­um, die im Wein­berg ge­wach­se­ne Qua­li­tät der Trau­ben mög­lichst ver­lust­frei in die Fla­sche zu über­füh­ren.“ Et­wa 800 bis 900 Aus­zu­bil­den­de stel­len die Be­trie­be jähr­lich ein, sagt Rück­rich, der das The­ma Aus­bil­dung im DWV be­treut. Die meis­ten Aus­bil­dungs­be­trie­be be­fän­den sich in den An­bau­ge­bie­ten ent­lang des Rheins. Auf­fäl­lig sei, dass un­ter den Kan­di­da­ten für ei­ne Lehr­stel­le auch vie­le Be­wer­ber sind, die kei­nen „Wein­bauBack­ground“ mit­brin­gen. Als Richt­wer­te für die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung nennt die BA im ers­ten Jahr 506 Eu­ro, im zwei­ten 558 Eu­ro und im drit­ten 644 Eu­ro. Nach der Leh­re fän­den Fach­kräf­te Jobs in al­len Be­rei­chen, die sie zu­vor als Azu­bi ken­nen­ge­lernt ha­ben,

Hoch­schul­ab­schluss ist wich­ti­ger ge­wor­den

FO­TO: DPA

Hand­ar­beit In der Aus­bil­dung ler­nen an­ge­hen­de Win­zer noch, Trau­ben von Hand zu le­sen.

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