Stu­di­um und Lohn

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(tmn) Die Gr­und­ver­gü­tung für Win­zer kann nach An­ga­ben der Bun­des­agen­tur für Ar­beit von 1588 Eu­ro bis 1942 Eu­ro brut­to im Mo­nat rei­chen. Nach der Leh­re kön­nen Win­zer sich zum Meis­ter oder staat­lich ge­prüf­ten Tech­ni­ker fort­bil­den. Oder sie sat­teln ein wei­ter­füh­ren­des Stu­di­um drauf. Ei­ni­ge Fach­hoch­schu- len und Uni­ver­si­tä­ten in Deutsch­land bie­ten da­für die Stu­di­en­gän­ge Wein­bau, Oe­no­lo­gie oder Wein­bau­wirt­schaft mit den Ab­schlüs­sen Ba­che­lor, Mas­ter oder Di­plom-In­ge­nieur an. Die Fach­hoch­schu­le RheinMain bie­tet in Gei­sen­heim zum Bei­spiel den Stu­di­en­gang „Wein­bau und Oe­no­lo­gie“ an. die Gär­pro­zes­se zu ver­ste­hen und Most­ge­wich­te, An­rei­che­run­gen und Ent­säue­run­gen zu be­rech­nen, ist laut der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) In­ter­es­se an Bio­lo­gie und Ma­the­ma­tik nö­tig. Au­ßer­dem wird Sorg­falt groß­ge­schrie­ben, da die Wein­re­ben auf be­son­de­re Art an­zu­züch­ten, zu ver­edeln und zu pfle­gen sind. Größ­ter Irr­tum von Azu­bis sei, „dass die Win­zer­aus­bil­dung ei­ne rein wein­se­li­ge An­ge­le­gen­heit ist“, sagt DWV-Prä­si­dent Nor­bert Weber. Er ist Win­zer bei ei­ner Ge­nos­sen­schaft in Bi­sch­off­in­gen am Kai­ser­stuhl. „Es sind viel En­ga­ge­ment und prä­zi­ses Ar­bei­ten er­klärt Klaus Rück­rich. Die Aus­sich­ten sind laut DWVPrä­si­dent Weber gut – so­wohl im Wein­bau, in der Kel­ler­wirt­schaft, der Ver­mark­tung als auch im Ver­trieb. „Auch im Wein­sek­tor geht man da­von aus, dass der Be­darf an Fach­kräf­ten noch zu­neh­men wird.“ Als mög­li­che Ar­beit­ge­ber kom­men ne­ben Wein­gü­tern und Win­zer­ge­nos­sen­schaf­ten auch Han­dels­fir­men in Be­tracht.

Ein Hoch­schul­ab­schluss ma­che Win­zern heu­te wei­te­re Kar­rie­re­schrit­te erst mög­lich, er­läu­tert Pro­fes­sor Ot­mar Löh­nertz von der Hoch­schu­le. „Über­all, wo es um ge­ho­be­ne­re Stel­len geht, wird heu­te ein Stu­di­um ver­langt.“ Frü­her reich­te da­zu noch der Win­zer­meis­ter aus. Heu­te sei­en die An­for­de­run­gen in Stel­len­aus­schrei­bun­gen meist so hoch, dass prak­tisch nur noch Hoch­schul­ab­sol­ven­ten zum Zu­ge kä­men. Rund die Hälf­te der Ab­sol­ven­ten geht Löh­nertz zu­fol­ge zu­rück in den Fa­mi­li­en­be­trieb. An­de­re ar­bei­ten als Be­triebs­lei­ter in Wein­gü­tern und Win­zer­ge­nos­sen­schaf­ten, als Spe­zia­list in der Zu­lie­fer­in­dus­trie und Gas­tro­no­mie oder in der Ver­mark­tung – zum Bei­spiel als Chef­ein­käu­fer ei­nes Le­bens­mit­tel­kon­zerns.

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