Mer­kel hat ein Pro­blem im ei­ge­nen La­ger

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUAD­BECK

In der Flücht­lings­fra­ge zei­gen die Deut­schen ein wi­der­sprüch­li­ches Stim­mungs­bild: Im di­rek­ten Ver­gleich mit See­ho­fer er­hält die Kanz­le­rin wei­ter Rü­cken­de­ckung von der Mehr­heit der Be­völ­ke­rung. Den­noch seh­nen sich die Bür­ger in­zwi­schen nach ei­nem En­de des un­ge­brems­ten Flücht­lings­stroms.

Mit an­de­ren Wor­ten: Die Deut­schen sind da­für, dass die Flücht­lings­kri­se wei­ter mit ei­ner Hal­tung be­glei­tet wird, wie sie die Kanz­le­rin ein­nimmt, wün­schen sich bei den Ta­ten aber ein biss­chen mehr See­ho­fer. An­ge­sichts der in­zwi­schen fast 10.000 Flücht­lin­ge, die pro Tag in Deutsch­land an­kom­men, wird sich die­ser Wunsch nach ei­ner Ober­gren­ze si­cher­lich noch ver­fes­ti­gen.

Die Um­fra­ge för­dert auch glas­klar zu­ta­ge, dass die Kanz­le­rin ein Pro­blem im ei­ge­nen La­ger hat. Die Dif­fe­ren­zen mit der CSU sind of­fen­sicht­lich. Aber auch in der CDU wächst die Skep­sis. Dass die Um­fra­ge nicht noch ein­deu­ti­ger aus­ge­fal­len ist, wird vor al­lem der enor­men Re­pu­ta­ti­on ge­schul­det sein, die Mer­kel im ei­ge­nen La­ger hat. Sie ver­braucht gera­de Kre­dit. Wenn sie ih­ren Kurs nicht vor­sich­tig hin zu ei­ner kla­re­ren Steue­rung des Zus­troms kor­ri­giert, wird der Un­mut im Uni­ons­la­ger wei­ter wach­sen. BE­RICHT

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