Teu­re Kirch­turm­po­li­tik

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Das neue Schwarz­buch der Steu­er­zah­ler ent­hält ei­nen Re­frain: Auf­fal­lend oft kam es im ver­gan­ge­nen Jahr zur Steu­er­geld­ver­schwen­dung, weil für ein­zel­ne Pro­jek­te Geld aus meh­re­ren Staats­kas­sen gleich­zei­tig floss. So wur­de ei­ne bis heu­te we­gen fal­scher Pro­gno­sen zur Ent­wick­lung der Nach­bar­schaft un­ge­nutz­te Frei­trep­pe im Duis­bur­ger Ha­fen mit Gel­dern der Stadt, des Lan­des und der EU fi­nan­ziert. Die ex­plo­dier­ten Kos­ten für ei­ne ähn­li­che Trep­pe am Köl­ner Rhein­ufer tei­len sich Stadt und Land. Auch die merk­wür­di­gen Aus­sichts­platt­for­men, die vie­le NRW-Kom­mu­nen mit Lei­den­schaft im Land ver­tei­len, sind oft ko­fi­nan­ziert.

Zu vie­le Kö­che ver­der­ben den Brei. Die Fi­nan­zie­rung über meh­re­re Be­hör­den hin­weg ver­ur­sacht Dop­pel­ar­beit und schwächt die Kon­trol­le. Die Aus­sicht auf frem­des För­der­geld weckt auch frag­wür­di­ge Be­gehr­lich­kei­ten. Wenn ein Bür­ger­meis­ter nur ei­nen Bruch­teil der Pro­jekt­kos­ten be­zah­len muss, ist sein Ur­teil für die Auf­wand-Er­trags-Re­la­ti­on ge­trübt. Aber das neue Schwarz­buch kommt zu spät. Vor der Kom­mu­nal­wahl hät­te man bes­ser re­agie­ren kön­nen. BE­RICHT

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