Spä­te Ver­nunft

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MA­XI­MI­LI­AN PLÜCK

In ih­rer „Ta­rif­run­de au­ßer der Rei­he“beim So­zi­alund Er­zie­hungs­dienst hat Ver­di die Er­zie­he­rin­nen und So­zi­al­ar­bei­ter zu sehr auf den Baum ge­jagt. Die For­de­rung von ei­nem Lohn­plus von durch­schnitt­lich zehn Pro­zent wirk­te wie ei­ne auf­put­schen­de Dro­ge. Nur all­zu gern gin­gen die Be­schäf­tig­ten da­für auf die Stra­ße. Doch die mas­si­ven Ar­beits­kämp­fe führ­ten nur da­zu, dass El­tern ge­nervt und die klam­men Kom­mu­nen bei den Per­so­nal­kos­ten auch noch ent­las­tet wur­den. Die zehn­pro­zen­ti­ge Lohn­er­hö­hung er­ziel­ten die Streiks nicht. Die Quit­tung be­kam die Ver­di-Füh­rung bei der Ab­stim­mung über das Sch­lich­tungs­er­geb­nis von im­mer­hin 3,3 Pro­zent – die an­ge­heiz­te Ba­sis ließ es durch­ras­seln.

Es ist gut, dass bei­de Sei­ten sich nun doch zu­sam­men­ge­rauft und ei­nen ver­nünf­ti­gen Kom­pro­miss zu­stan­de ge­bracht ha­ben. Die Kom­mu­nen ha­ben die Not­wen­dig­keit er­kannt, ein biss­chen mehr zu ge­ben. Die Ge­werk­schafts­füh­rung hat durch­ge­setzt, dass das Plus ge­rech­ter ver­teilt wird. Jetzt ist die Ba­sis ge­for­dert, vom Streik- in den Ar­beits­mo­dus zu schal­ten und dem Vor­schlag schnell zu­zu­stim­men. BE­RICHT

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