Nicht so ge­meint

Rheinische Post Goch - - LESERBRIEFE - Ralf Bau­er­mann 47829 Kre­feld

Ha­ben sich das un­se­re Grün­dungs­vä­ter ge­dacht, als sie das Recht auf Asyl in un­ser Grund­ge­setz ge­schrie­ben ha­ben? Ha­ben sie aus der Er­fah­rung der Ver­fol­gung im Zwei­ten Welt­krieg nicht gu­ten Glau­bens ein Recht pos­tu­liert, das uni­ver­sell und theo­re­tisch für je­den po­li­tisch Ver­folg­ten ge­dacht war? In sei­ner prak­ti­schen An­wen­dung aber ha­ben sie sich be­stimmt nicht vor­stel­len kön­nen, dass Hun­dert­tau­sen­de die­ses Recht in An­spruch neh­men! Hät­ten sie die­ses Recht so ins Grund­ge­setz ge­schrie­ben, wenn sie ge­wusst hät­ten, dass es Jahr­zehn­te spä­ter or­ga­ni­sier­te, kri­mi­nel­le Schlep­per­or­ga­ni­sa­tio­nen gibt und Hun­dert­tau­sen­de ins Land strö­men, un­se­re Kul­tur tief­grei­fend ver­än­dern und es lang­fris­tig rie­si­ge In­te­gra­ti­ons­pro­ble­me und Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten ge­ben wür­de? Nein, so war das nicht ge­meint. Wir müs­sen prak­tisch den­ken. Wenn die­ses Recht nicht zu leis­ten ist, müs­sen wir es oh­ne ideo­lo­gi­sche Scheu­klap­pen so gestal­ten, dass es um­setz­bar ist. Das Asyl­recht muss Gren­zen ken­nen.

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