Do­mi­no­ef­fekt Ma­de in Wolfsburg

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖ­NING

Es gibt Men­schen, die hal­ten den VW-Skan­dal für ei­ne Ökos­pin­ne­rei oder Nie­der­sach­senPos­se. Tat­säch­lich trifft er die deut­sche Wirt­schaft ins Mark. Das muss nun aus­ge­rech­net der Er­folgs­kon­zern Bay­er er­fah­ren. Vor drei Wo­chen galt der Bör­sen­gang sei­ner Kunst­stoff-Toch­ter Co­ve­s­tro als Selbst­läu­fer. Chi­na- und an­de­re Sor­gen wisch­te man selbst­be­wusst zur Sei­te. Dann kam Die­sel-Ga­te, und wach­sa­me An­le­ger kom­bi­nier­ten schnell: VW bringt die Zu­lie­fe­rer in Not und die­se rei­ßen ih­re Zu­lie­fe­rer mit. Um den Bör­sen­gang zu ret­ten, muss Bay­er die Toch­ter nun zum Schnäpp­chen­preis feil­bie­ten. Le­ver­ku­sen zahlt den Preis für Wolfs­burgs Be­trug. Schaeffler könn­te es als Nächs­tes tref­fen. Kein Wun­der: Je­der sieb­te deut­sche Ar­beits­platz hängt am Au­to. Folg­lich löst ei­ne Kri­se beim größ­ten Au­to­bau­er ei­nen Do­mi­no­ef­fekt aus, der noch man­chen St­ein mit sich rei­ßen wird – nicht nur an der Bör­se, son­dern auch in der Re­al­wirt­schaft.

VW ist ein Schlüs­sel­kon­zern der deut­schen Wirt­schaft. Um­so we­ni­ger über­zeu­gen die jüngs­ten Per­so­na­li­en: Mit Mül­ler als Kon­zern- und Pötsch als Auf­sichts­rats-Chef setzt VW auf Män­ner, die im Sys­tem Piëch/Win­ter­korn groß ge­wor­den sind. Ein Neu­start wä­re nicht nur für VW ei­ne gu­te Nach­richt ge­we­sen. BE­RICHT

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