Pu­tins Al­lein­gang

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON HEL­MUT MI­CHE­LIS

Der Ma­cher bla­miert die Zau­de­rer: Wäh­rend der Wes­ten kein wir­kungs­vol­les Re­zept ge­gen den Bür­ger­krieg in Sy­ri­en fin­det, greift Russ­land jetzt de­mons­tra­tiv mi­li­tä­risch ein. Moskau prä­sen­tiert sich da­mit als ent­schlos­se­ner Kämp­fer ge­gen den Ter­ro­ris­mus und als ernst­zu­neh­men­de Ord­nungs­macht, die den USA eben­bür­tig ist, so wie es Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin gern sieht. Un­ab­hän­gig da­von, wel­che Zie­le er in Sy­ri­en wirk­lich ver­folgt, ist fest­zu­stel­len: Der Kreml-Chef führt den Wes­ten zur­zeit am Na­sen­ring durch die in­ter­na­tio­na­le Ma­ne­ge und kann in die­sem tak­ti­schen Spiel nur ge­win­nen. Ne­ben­bei lenkt er er­folg­reich von Russ­lands un­rühm­li­cher Rol­le im Ukrai­ne-Kon­flikt ab.

Auf­fäl­lig ist die Zu­rück­hal­tung der USA. Viel­leicht hofft Washington, doch noch mit Moskau ei­ne Art Al­li­anz zur Be­en­di­gung des Bür­ger­krie­ges schmie­den zu kön­nen. Die rus­si­schen An­grif­fe auf die sy­ri­sche Op­po­si­ti­on, die von den USA un­ter­stützt wird, sind al­ler­dings für die Lö­sung der Kri­se nicht hilf­reich. Sie dro­hen die Kämp­fe so­gar noch zu ver­län­gern – mit al­len ne­ga­ti­ven Fol­gen auch für Eu­ro­pa. BE­RICHT

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