Land­tag strei­tet über Garz­wei­ler

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REISENER

SPD sieht trotz Ver­klei­ne­rung noch jahr­zehn­te­lan­gen Be­darf für Ta­ge­bau.

DÜSSELDORF Die Plä­ne der Lan­des­re­gie­rung für ei­ne Ver­klei­ne­rung des Garz­wei­ler-Braun­koh­le­ta­ge­baus führ­ten ges­tern zu der er­wart­ba­ren Kri­tik der Op­po­si­ti­on im Land­tag: „Da­mit ge­fähr­det die Lan­des­re­gie­rung 10.000 Ar­beits­plät­ze im Ta­ge­bau und wei­te­re 40.000 bei Zu­lie­fe­rern“, mein­te Diet­mar Bro­ckes (FDP). Die SPD, die sich ei­gent­lich als Ar­bei­ter­par­tei be­grei­fe, sei beim The­ma Garz­wei­ler vor den Grü­nen ein­ge­knickt. Auch der frisch ge­wähl­te Es­se­ner Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Ku­fen (CDU) warn­te in sei­ner vor­erst letz­ten Re­de im Land­tag vor dem „Ver­lust von Tau­sen­den von Ar­beits­plät­zen“und sah in den Re­gie­rungs­plä­nen ei­nen An­griff auf den Ta­ge­bau-Be­trei­ber RWE. „Bei al­ler Kri­tik an die­sem Kon­zern – die Ener­gie­wen­de be­kom­men wir mit RWE bes­ser hin als oh­ne“, so Ku­fen.

Rot-Grün hat­te jüngst mit dem Ent­wurf ei­ner Lei­tent­schei­dung die Wei­chen ge­stellt für ei­ne Garz­wei­ler-Ver­klei­ne­rung. 400 Mil­lio­nen von 1,2 Mil­li­ar­den Ton­nen Braun­koh­le sol­len nicht mehr aus­ge­bag­gert wer­den, auf die Um­sied­lung von 1400 Men­schen rund um Holz­wei­ler wird ver­zich­tet.

Die Re­gie­rung be­ton­te, mit der an­ge­streb­ten Lei­tent­schei­dung wol­le sie sich kei­nes­wegs auf ein Aus­stiegs­da­tum für die Braun­koh­le­för­de­rung in NRW fest­le­gen. „Sie wird auch wei­ter­hin auf Jahr­zehn­te ei­nen Bei­trag zur Ver­sor­gungs­si­cher­heit leis­ten“, sag­te der Chef der Staats­kanz­lei, Franz-Jo­sef Ler­schMen­se (SPD), der jetzt auch als neu­er Mi­nis­ter für Bun­des­an­ge­le­gen­hei­ten und Eu­ro­pa ver­ei­digt wur­de.

Ei­nen wei­te­ren An­griff auf die NRW-Wirt­schaft sah Hen­drik Wüst (CDU) im neu­en Ent­wurf der Re­gie­rung für ei­nen Lan­des­ent­wick­lungs­plan. „Die an­geb­li­chen Kor­rek­tu­ren zu­guns­ten ei­ner wirt­schafts­freund­li­che­ren Va­ri­an­te sind ein gro­ßer Bluff“, so Wüst. So sei die Vor­ga­be lan­des­wei­ter Kli­ma­schutz­zie­le nur durch re­gio­na­le Ziel­vor­ga­ben er­setzt wor­den. Die ge­stri­che­nen Ta­bu­zo­nen für den Ab­bau von Bo­den­stu­fen sei­en über den Um­weg des Lan­des­was­ser­ge­set­zes wie­der akut. Wüst: „Das ist nicht wirt­schafts­freund­lich, das sind Hüt­chen­spie­ler-Tricks.“

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