Kreis ver­zich­tet auf ei­nen Run­den Tisch Flücht­lin­ge

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON AN­JA SETTNIK

KREIS KLE­VE Vor der Bür­ger­meis­ter­und Land­rats­wahl gab es schon kei­ne Chan­ce für ein kom­mu­na­les In­te­gra­ti­ons­zen­trum – und nach der Wahl eben­so we­nig. Auch auf ei­nen „Run­den Tisch zur Flücht­lings­ar­beit im Kreis Kle­ve“, wie ihn die SPD-Frak­ti­on be­an­tragt hat­te, konn­te man sich nicht ver­stän­di­gen: Der Kreis­tag lehn­te den An­trag ges­tern mehr­heit­lich ab. Vor­ab muss­te ei­ne lan­ge Re­de­lis­te ab­ge­ar­bei­tet wer­den. Ulrike Ul­rich als Vor­sit­zen­de der CDU-Mehr­heits­frak­ti­on mach­te den An­fang.

Im Kreis­aus­schuss hat­te sich die CDU da­für aus­ge­spro­chen, das The­ma noch mal in den Städ­ten und Ge­mein­den an­zu­spre­chen. Das ha­be sie ge­tan, er­klär­te Ul­rich, und dort ei­ne Be­stä­ti­gung für ih­re Sicht der Din­ge er­hal­ten. „Es gibt dort schon vie­le Run­de Ti­sche, und die in der Flücht­lings­ar­beit Ak­ti­ven ha­ben uns er­klärt, dass et­was ganz an­de­res feh­le: Geld und Per­so­nal, Leh­rer zum Bei­spiel.“Für Ulrike Ul­rich ste­he das Land in der Pflicht, den Kom­mu­nen viel mehr zu hel­fen. Und zwar nicht, wie Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft an­ge­kün­digt ha­be, „weit­ge­hend“, son­dern „voll­um­fäng­lich“. Die Kom­mu­nen sei­en gut ver­netzt, und der Kreis ha­be ge­zeigt, wie schnell er die 300 ihm zu­ge­wie­se­nen Flücht­lin­ge (in den Turn­hal­len der Be­rufs­kol­legs) un­ter­brin­gen konn­te. Fa­zit: Ein Run­der Tisch sei über­flüs­sig.

Das sah die Op­po­si­tii­on mit Aus­nah­me von FDP und dem AfD-Ein­zel­kämp­fer Kai Ha­bicht völ­lig an­ders. Da­vid Kry­s­tof (Grü­ne) fass­te sein Un­ver­ständ­nis in we­ni­gen Wor­ten zu­sam­men: „Was kann bei ei­nem Run­den Tisch schon schief­ge­hen? Kom­mu­ni­ka­ti­on kann doch nur ei­ne gu­te Sa­che sein.“Um­fäng­li­cher führ­te Frak­ti­ons­kol­le­ge Dr. Hel­mut Prior aus, nicht nur Eh­ren­amt­ler, auch Er­zie­her, Leh­rer und me­di­zi­ni­sches Per­so­nal wä­ren froh, wenn sie ei­ne Schnitt­stel­le beim Kreis nut­zen könn­ten. Er konn­te sich eben­so we­nig durch­set­zen wie die zahl­reich ar­gu­men­tie­ren­den An­trag­stel­ler von der SPD. Gerd Eng­ler et­wa er­in­ner­te dar­an, dass es doch aus­nahms­wei­se mal nicht um Geld ge­he und dass es doch sinn­voll wä­re, die Fach­stel­len beim Kreis (Schul­amt, Ju­gend­amt, Aus­län­der­amt, Be­rufs­kol­legs) ein­zu­be­zie­hen. Frak­ti­ons­chef Jür­gen Fran­ken kon­sta­tier­te in Rich­tung CDU: „Sie möch­ten of­fen­bar die Ver­ant­wor­tung nicht wahr­neh­men.

Ein wei­te­rer ab­ge­lehn­ter SPD-An­trag: AfD-Mann Ha­bicht bleibt „links“sit­zen, ob­wohl er doch eher „rechts“ist. Die Sitz­ord­nung ha­be sich be­währt, meint die CDU.

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