Das Bank­haus Sal. Op­pen­heim folgt bei sei­nen An­la­ge­ent­schei­dun­gen ei­nem an Re­geln ge­bun­de­nen Pro­zess. Of­fen­bar mit Er­folg, wie Zah­len und Kun­den­be­fra­gun­gen er­ge­ben.

Rheinische Post Goch - - EXTRA - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

An­fang Au­gust mach­te das Bank­haus Sal. Op­pen­heim Schlagzeilen mit der Mit­tei­lung, aus Gold als In­vest­ment aus­zu­stei­gen. Zur Er­klä­rung geht Fried­rich W. Rog­ge, Lei­ter der Nie­der­las­sung Düsseldorf, bis zum Aus­bruch der Fi­nanz­kri­se zu­rück. Die fol­gen­de Geld­schwem­me lös­te In­fla­ti­ons­ängs­te aus; Gold galt als si­che­rer Ha­fen. Doch tat­säch­lich ha­be das Edel­me­tall sei­ne Funk­ti­on als Kri­sen­wäh­rung ver­lo­ren, sagt Rog­ge: „Die Märk­te ha­ben statt des­sen ein ho­hes Ver­trau­en in die Po­li­tik der No­ten­ban­ken.“Über­haupt si­gna­li­sie­re die Ent­wick­lung der Roh­stoff­märk­te eher ei­nen de­fla­tio­nä­ren Druck. Wenn dann noch die Staa­ten mit dem in ab­seh­ba­rer Zeit not­wen­di­gen Ab­bau ih­rer Schul­den be­gin­nen, neh­me dies wei­te­re Wachs­tums­kräf­te weg. Und da­mit sin­ke die In­fla­ti­ons­ge­fahr wei­ter.

Die­se kur­ze Skiz­zie­rung ver­rät schon ei­ni­ges über die An­la­ge­stra­te­gie der Ver­mö­gens­ver­wal­ter. „Wir ver­fol­gen ei­nen kla­ren, re­gel­ge­bun­de­nen Pro­zess, der quan­ti­ta­tiv ge­steu­ert ist“, be­schreibt Rog­ge die Vor­ge­hens­wei­se, An­la­ge­ent­schei­dun­gen mit Hil­fe aus­ge­feil­ter Mo­del­le vor­zu­be­rei­ten, die rund 200 Fak­to­ren be­rück­sich­ti­gen, Sze­na­ri­en durch­spie­len und auch Stress­tests ent­hal­ten. In die Mo­del­le flie­ßen zum Bei­spiel Markt­da­ten wie der Ifo-In­dex ein, aber auch Fun­da­men­tal­da­ten zu Un­ter­neh­men. 5000 Ak­ti­en ste­hen un­ter stän­di­ger Be­ob­ach­tung der ins­ge­samt 60 Ex­per­ten, die sich mit die­sen Mo­del­len be­fas­sen.

Letzt­lich wer­den die quan­ti­ta­ti­ven Er­geb­nis­se dann noch auf Plau­si­bi­li­tät über­prüft – mit „Men­schen­ver­stand“, wie Rog­ge es for­mu­liert. Die re­gel­ge­bun­de­ne Vor­ge­hens­wei­se be­wahrt zu­sam­men mit der ana­ly­ti­schen Be­trach­tung der Ent­wick­lun­gen au­gen­schein­lich vor emo­tio­na­len Kurz­schlüs­sen, wie auch die jüngs­ten Re­ak­tio­nen der Bank zei­gen: Als auf­grund der Wäh­rungs- und Ak­ti­en­markt­tur­bu­len­zen in Chi­na welt­weit die Bör­sen in die Knie gin­gen, blieb man bei Sal. Op­pen­heim ge­las­sen. Dass die Wäh­rungs­an­pas­sun­gen kom­men muss­ten, sei den Märk­ten klar ge­we­sen, sagt Rog­ge, nur der Zeit­punkt ha­be über­rascht. Nach den Kurs­rück­gän­gen stie­gen die An­la­ge­ex­per­ten denn auch wie­der bei Ak­ti­en ein.

Mit sei­ner In­vest­ment-Phi­lo­so­phie agiert das Bank­haus of­fen­bar sehr er­folg­reich: En­de 2014 war das ver­wal­te­te Ver­mö­gen ge­gen­über dem Vor­jahr um drei Mil­li­ar­den Eu­ro auf 45,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen. „Wir ha­ben zu­dem un­se­re Kos­ten im Griff und le­gen auch bei den Er­trä­gen zu“, er­gänzt Sal. Op­pen­heim-Vor­stands­mit­glied Ni­co­las von Lo­eper. Ihn freut ins­be­son­de­re das Er­geb­nis ei­ner Kun­den­be­fra­gung vom Fe­bru­ar. Da­nach wol­len 96 Pro­zent der Be­frag­ten min­des­tens im glei­chen Um­fang wie bis­her oder so­gar in­ten­si­ver mit der Bank zu­sam­men­ar­bei­ten. Die Grün­de? „Die Kun­den sind mit dem En­ga­ge­ment der Be­ra­ter eben­so zu­frie­den wie mit der Wert­ent­wick­lung ih­rer An­la­gen“, er­klärt von Lo­eper.

Qua­si zu den Kun­den zählt auch die Deut­sche Bank, zu de­ren Ver­bund Sal. Op­pen­heim seit 2010 ge­hört. Die Ex­per­ti­se des re­gel­ge­bun­de­nen quan­ti­ta­ti­ven In­vest­ment­pro­zes­ses sei in der Deut­schen Bank und bei de­ren Kun­den ge­fragt. Da­zu ge­hö­ren auch vie­le in­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger – ein Seg­ment, das auch Sal. Op­pen­heim selbst wie­der in den Blick nimmt. „Wir bau­en die­sen Be­reich ver­stärkt auch von un­se­rer Nie­der­las­sung aus“, sagt Rog­ge, der selbst vor Jah­ren das Port­fo­lio ei­nes in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­tors ge­ma­nagt hat­te. Der Markt ha­be sich ver- än­dert, auch die gro­ßen Pro­fiAn­le­ger su­chen An­sprech­part­ner vor Ort.

In­sti­tu­tio­nel­le wie auch vie­le pri­va­te An­le­ger su­chen heu­te vor al­lem Si­cher­heit, nicht die schnel­le, aber kurz­fris­ti­ge Ren­di­te. „Wir sind kein Part­ner für Per­for­mance-Wett­läu­fe“, sagt denn auch Rog­ge. Der In­vest­ment­an­satz der Bank be­wäh­re sich vor al­lem auf der län­ge­ren Wegstre­cke. Lang­fris­tig­keit ist oh­ne­hin ein Merk­mal, mit dem sich der Nie­der­las­sungs­lei­ter iden­ti­fi­ziert. Seit 14 Jah­ren ar­bei­tet er für Sal. Op­pen­heim, hat in die­ser Zeit und vie­len Jah­ren da­vor be­reits et­li­che Markt­kri­sen durch­stan­den.

Zwölf Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt Sal. Op­pen­heim in Düsseldorf, vie­le von ih­nen ka­men mit Rog­ge zur Bank. Von Lo­eper lobt die Sta­bi­li­tät des Teams. Da­zu zäh­len auch – ei­ne Be­son­der­heit im Markt – zwei Port­fo­lio­ma­na­ger, eben­falls lang­jäh­ri­ge Kol­le­gen Rog­ges. Für die Kun­den ha­be das ei­nen kla­ren Vor­teil, sagt von Lo­eper: „Die Ma­na­ger kön­nen ih­nen je­der­zeit per­sön­lich die An­la­ge­ent­schei­dun­gen er­läu­tern und al­le Fra­gen be­ant­wor­ten.“

In­sti­tu­tio­nel­le wie auch vie­le pri­va­te An­le­ger su­chen heu­te vor al­lem

Si­cher­heit

FO­TO: MICHAEL LÜB­KE

Sal. Op­pen­heim-Vor­stands­mit­glied Ni­co­las von Lo­eper (links) und Fried­rich W. Rog­ge, Lei­ter der Nie­der­las­sung Düsseldorf

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