Für die Pri­vat­ban­ken ist die An­la­ge­be­ra­tung ein wich­ti­ges Ge­schäft, das der Kun­de auch for­dert, selbst im­mer kom­pli­zier­ter wird. Aber auch die Ver­mö­gens­ver­wal­tung steht im Fo­kus – ein Zei­chen für zu­rü

Rheinische Post Goch - - EXTRA - VON PATRICK PE­TERS

Aus der Wie­der­ho­lung ei­ner Ver­an­stal­tung wird im Rhein­land beim drit­ten Mal die Tra­di­ti­on, und auf die­se folgt ir­gend­wann die In­sti­tu­ti­on. Es ist wohl nicht über­trie­ben, das RP-Fi­nanz­fo­rum „Pri­vat­ban­ken“als sol­che zu be­zeich­nen. Zum neun­ten Mal be­reits hat­te die Rhei­ni­sche Post Ver­tre­ter füh­ren­der Pri­vat­ban­ken der Re­gi­on zur Dis­kus­si­on ge­la­den – und die­se be­rich­te­ten ein­mal mehr über das, was die Bran­che be­wegt.

Da­zu ge­hört vor al­lem die um sich grei­fen­de Re­gu­lie­rung. Um den Ver­brau­cher vor schlech­ter be­zie­hungs­wei­se feh­ler­haf­ter Be­ra­tung im Fi­nan­zund Bank­be­reich zu schüt­zen, hat der Ge­setz­ge­ber be­reits zahl­rei­che Vor­schrif­ten er­las­sen, die sich vor al­lem auf Pro­to­kol­lie­rungs­pflich­ten bei Be­ra­tungs­man­da­ten be­zie­hen; und in Zu­kunft wird sich die­se Re­gu­lie­rung noch ver­schär­fen. Doch führt das da­zu, dass Pri­vat­ban­ken sich aus der Ver­mö­gens­be­ra­tung zu­rück­zie­hen und sich nur auf die we­ni­ger streng re­gu­lier­te Ver­mö­gens­ver­wal­tung kon­zen­trie­ren? Mit­nich­ten heißt es das.

„Wir tun, was der Kun­de möch­te. Und wenn dies re­gel­mä­ßig in Be­ra­tungs­man­da­ten mün­det, wer­den wir den jet­zi­gen und künf­ti­gen Auf­wand be­wäl­ti­gen. Wenn wir kei­ne Be­ra­tung mehr an­bie­ten, ent­schei­den wir für die Kun­den, aber das wer­den wir nicht tun“, sagt Hans­pe­ter Sau­ter, in Düsseldorf für die Nie­der­las­sung der Schwei­zer Pri­vat­bank Ju­li­us Bär ver­ant­wort­lich. Die­ser An­satz ist auch für Chris­toph Neu ent­schei­dend, ei­ner von zwei Nie­der­las­sungs­lei­tern von Merck Finck & Co in Düsseldorf. „Durch Be­ra­tung er­rei­chen wir neue Kun­den, und au­ßer­dem kön­nen wir ver­sier­ten Be­ra­tern durch un­se­ren An­satz ein Zu­hau­se ge­ben.“

„Die Be­ra­tung ist ein wich­ti­ges Leis­tungs­an­ge­bot“, fügt Oli­ver Plaack, Lei­ter Ge­schäfts­be­reich Pri­va­te Ban­king bei HSBC, hin­zu; „der Auf­wand soll­te nicht das Pro­blem des Kun­den sein, viel­mehr muss sich die Bank ent­spre­chend auf­stel­len.“Mit der kom­ple­xer wer­den­den Ka­pi­tal­an­la­ge wer­de die Be­ra­tung wich­ti­ger, vor al­lem aber an­spruchs­vol­ler. „Da braucht es ein ent­spre­chend um­fas­sen­des Re­se­arch und ver­sier­te In­vest­ment­spe­zia­lis­ten.“

Auch Da­ni­el Sau­er­zapf von UBS stellt her­aus, dass man den An­sprü­chen der Kun­den ge­recht wer­den müs­se, schließ­lich wol­le so man­cher An­le­ger sei­ne Ent­schei­dung über die Vor­gän­ge im Port­fo­lio nicht aus der Hand ge­ben. „Ei­ne Be­ra­tung ist im Ver­gleich zur rei­nen Ver­mö­gens­ver­wal­tung na­tur­ge­mäß auf­wän­di­ger, zeit­in­ten­si­ver und so­mit teu­rer als die rei­ne Ver­mö­gens­ver­wal­tung.“Dar­auf weist auch Jens En­nen­bach hin, der für die Beth­mann Bank den Stand­ort lei­tet. „Be­ra­tungs­man­da­te sind kos­ten­in­ten­siv. Doch vie­le Kun­den su­chen den Aus­tausch und ei­ne kla­re Mei­nung. Ban­ken soll­ten ih­re Pro­zes­se so ef­fi­zi­ent gestal­ten, dass sie Kun­den dau­er­haft ei­ne ho­he Be­ra­tungs­qua­li­tät an­bie­ten kön­nen.“

Dass der Kun­de ei­ne ech­te Wahl ha­ben sol­le, be­tont auch Andre­as Bergmann, Di­rek­tor Pri­va­te We­alth Ma­nage­ment bei der Com­merz­bank Düsseldorf, wes­halb die Bank die Be­ra­tung wei­ter­hin an­bie­ten wer­de. Die Re­gu­lie­rung, die Andre­as Bergmann als völ­lig über­zo­gen an­sieht („Der Kun­de liest die Pro­to­kol­le nicht“), kön­ne aber da­zu füh­ren, dass je nach Grö­ße des Port­fo­li­os die Pa­let­te der ver­füg­ba­ren Pro­duk­te ein­ge­schränkt wer­de. „Auf­wand und Nut­zen der Re­gu­lie­rung müs­sen in ei­nem ver­nünf­ti­gen Ver­hält­nis ste­hen. Für un­se­re Kun­den ist wich­tig, dass sie zwi­schen Be­ra­tung und Ver­mö­gens­ver­wal­tung wäh­len kön­nen, wir ha­ben das An­ge­bot so­gar aus­ge­dehnt“, sagt Ul­rich En­de­mann von der Deut­schen Bank Düsseldorf, für die er das We­alth Ma­nage­ment lei­tet. Er weist aber in dem Zu­ge auch auf die da­für not­wen­di­ge Preis­dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den Leis­tun­gen hin. Michael C. Ma­letz­ky, Mit­glied der Er­wei­ter­ten Ge­schäfts­lei­tung beim Bank­haus Lam­pe, ist eben­falls der Auf­fas­sung, dass die Re­gu­lie­rung nicht zum Er­folg ge­führt ha­be. „Die Be­ra­tung wird durch Pro­to­kol­lie­rungs­pflich­ten nicht bes­ser, aber der Ge­setz­ge­ber wird si­cher­lich auch nicht wie­der ei­nen Schritt zu­rück­ge­hen.“

„Wir sind im­mer be­müht, die je­wei­li­gen Vor­tei­le des dop­pel­ten An­ge­bots für die An­le­ger her­aus­zu­stel­len. In der Be­ra­tung er­öff­nen wir bei­spiels­wei­se be­son­de­re Chan­cen durch un­ser um­fas­sen­des ei­ge­nes Re­se­arch. Und in der

„Vie­le Kun­den

su­chen den Aus­tausch und ei­ne kla­re Mei­nung“

Über die Re­gu­lie­rung und die Aus­wir­kun­gen für die Ban­ken und ih­re Kun­den dis­ku­tier­ten die Ver­tre­ter füh­ren­der Hä geb­nis: Kun­den su­chen Ori­en­tie­rung, und die­se soll­ten die Be­ra­ter bie­ten.

In­ten­si­ve Ge­sprä­che gab es beim RP-Fo­rum „Pri­vat­ban­ken“.

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