Ei­ne Bank, die sich seit Jahr­hun­der­ten be­haup­tet, kann Un­ter­neh­mern, die eben­so auf Lang­fris­tig­keit ach­ten, ei­ni­ges mit auf ih­ren Weg ge­ben. Bei­spiel Bank­haus Metz­ler.

Rheinische Post Goch - - EXTRA - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Schaut man auf die Home­page des Bank­hau­ses Metz­ler, so fin­det man dort die drei zen­tra­len Un­ter­neh­mens­wer­te Un­ab­hän­gig­keit, Un­ter­neh­mer­geist und Men­sch­lich­keit. Dass dies kei­ne Flos­keln sind, wie sie sich heut­zu­ta­ge viel- leicht vie­le Fir­men auf die Fah­nen schrei­ben – ger­ne noch er­gänzt um Nach­hal­tig­keit – er­läu­tert To­bi­as Graf von Bern­storff, Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le Köln/Düsseldorf. Dann klin­gen die Schlag­wor­te schon ganz an­ders.

So heißt Un­ab­hän­gig­keit – ab­ge­se­hen al­lein schon von der Tat­sa­che, dass das Haus seit 1674 in elf­ter Ge­ne­ra­ti­on im­mer noch der­sel­ben Fa­mi­lie ge­hört – auch, dass man in der An­la­ge­phi­lo­so­phie kei­ne Ab­hän­gig­kei­ten to­le­riert. „Wir wol­len In­ter­es­sen­kon­flik­te aus­schal­ten“, sagt Graf von Bern­storff. Kon­kret: Die Bank macht kei­nen Ei­gen­han­del in Ak­ti­en und ent­wi­ckelt kei­ne struk­tu­rier­ten Fi­nanz­pro­duk­te, die dem Pri­vat­an­le­ger ins De­pot ge­legt wür­den.

Ziel sei, Ver­mö­gen über Ge­ne­ra­tio­nen zu er­hal­ten, sagt der Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le – ins­be­son­de­re auch für sehr lang­fris­tig aus­ge­rich­te­te Kun­den im Be­reich Pri­va­te Ban- king. „Wenn ei­ne Bank das so lan­ge ge­schafft hat, kann sie ih­re Phi­lo­so­phie mit ih­ren Kun­den tei­len.“Wie die Bank selbst, so sind auch vie­le Kun­den An­teils­eig­ner von fa­mi­li­en­geführ­ten mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men. Man hat al­so ge­mein­sa­me In­ter­es­sen, und die Mit­ar­bei­ter fun­gie­ren als „Na­vi­ga­to­ren für die An­le­ger“. Da zeigt sich der Un­ter­neh­mer­geist: „Wie an­de­re Fir­men wol­len auch wir gu­te Qua­li­tät bie­ten.“

Zu den Er­fah­run­gen der Pri­vat­ban­kiers, die die mehr­fa­chen In­fla­ti­ons- und De­fla­ti­ons­kri­sen des 20. Jahr­hun­derts über­stan­den ha­ben, ge­hört die Ein­sicht, dass dies „oh­ne Ak­ti­en wohl kaum so gut ge­lun­gen wä­re“, so Graf von Bern­storff: „Ei­ne gu­te Di­ver­si­fi­ka­ti­on spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le.“Mit ih­rer Er­fah­rung hät­ten die An­la­ge­s­pe­zia­lis­ten neue Ent­wick­lun­gen früh­zei­tig auf­ge­grif­fen und dar­auf re­agiert.

Der gu­te Rie­cher al­lein ist es na­tür­lich nicht. Die Bank in­ves­tiert im Pri­va­te Ban­king – pas­send zu den Un­ter­neh­mens­wer­ten – Va­lue-ori­en­tiert. Mit die­sem An­satz, be­kannt et­wa durch In­ves­to­ren wie War­ren Buf­fett, las­sen sich Ak­ti­en fin­den, die un­ter­be­wer­tet sind. „Wir er­rech­nen den fai­ren Wert. Nur wenn die­ser un­ter­schrit­ten ist, kau­fen wir die Pa­pie­re“, er­klärt Graf Bern­storff. Um die rich­ti­gen Ti­tel zu er­mit­teln, be­schäf­tigt die Bank in die­sem Be­reich ei­ge­ne Ana­lys­ten; Port­fo­lio­ma­na­ger set­zen die An­la­ge­stra­te­gi­en ak­tiv um.

„Im Be­reich Pri­va­te Ban­king in­ves­tie­ren nur in Ak­ti­en, Ren­ten und Cash“, er­klärt der Ge­schäfts­stel­len­lei­ter. Über­haupt soll das In­vest­ment trans­pa­rent sein. Struk­tu­rier­te Pro­duk­te wie et­wa Zer­ti­fi­ka­te sind da­her eben­falls nicht vor­ge­se­hen. Au­ßer­dem müs­sen die Wert­pa­pie­re gut han­del­bar sein. „Ins­be­son­de­re Stif­tun­gen und an­de­re gro­ße In­ves­to­ren sind dar­auf an­ge­wie­sen, schnell li­qui­dier­ba­re Po­si­tio­nen zu ha- ben“, er­klärt Graf von Bern­storff, und auch Un­ter­neh­mer, die in ih­ren Be­trie­ben ja schon ge­nug Ka­pi­tal ge­bun­den ha­ben, su­chen für ih­re pri­va­te Ver­mö­gens­stra­te­gie li­qui­de Mit­tel, die auch noch Er­trä­ge brin­gen sol­len. Blei­ben al­so ak­tu­ell vor al­lem Ak­ti­en.

Auch den drit­ten Un­ter­neh­mens­wert – Men­sch­lich­keit – füllt der Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le mit kon­kre­ten In­hal­ten: Die Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten team­ori­en­tiert. Auch dies mehr als ei­ne Flos­kel: „Die Leis­tung de­fi­niert sich bei uns über den Er­folg des Teams, nicht des Ein­zel­nen“, er­klärt Graf Bern­storff. Man ver­ste­he sich als Bank­fa­mi­lie, die Fluk­tua­ti­on sei sehr ge­ring. „Er­fah­rung wird ge­schätzt – von der Bank und von den Kun­den“, be­tont der Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le.

Da­zu passt auch ei­ne Un­ter­neh­mens­stra­te­gie, die auf or-

To­bi­as Graf Bern­storff ga­ni­sches, kon­ti­nu­ier­li­ches Wachs­tum setzt. „Wir kau­fen kei­ne Teams“; ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter, die Metz­lers Un­ter­neh­mens­wer­te und Ge­schäfts­phi­lo­so­phie tei­len, wür­den aber im­mer wie­der ger­ne auf­ge­nom­men.

Und Kun­den­wachs­tum re­sul­tie­re vor al­lem aus der Emp­feh­lung an­de­rer zu­frie­de­ner Kun­den. Im­mer­hin hat es die Bank da­mit zu an­sehn­li­cher Grö­ße ge­bracht: Sie be­schäf­tigt 750 Mit­ar­bei­ter in fünf deut­schen Re­gio­nen so­wie an Stand­or­ten in den USA, Ja­pan, Chi­na und Ir­land. Al­lein der Be­reich As­set Ma­nage­ment ver­wal­tet vor al­lem für in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren ein An­la­ge­ver­mö­gen von mehr als 55 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Klei­nes Ju­bi­lä­um: Der rhei­ni­sche Stand­ort be­steht seit zehn Jah­ren in his­to­ri­schem Am­bi­en­te: Die Burg Et­gen­dorf bei Bedburg ist güns­tig ge­le­gen zwi­schen den Zen­tren Köln, Aa­chen und Düsseldorf, von dort wer­den die Kun­den in NRW be­treut.

„Im Be­reich Pri­va­te Ban­king in­ves­tie­ren wir nur in Ak­ti­en, Ren­ten und Cash“

Bank­haus Metz­ler

FO­TO: MICHAEL LÜB­KE

To­bi­as Graf von Bern­storff, Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le Köln/Düsseldorf beim Bank­haus Metz­ler

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