Ame­ri­ka muss sei­nen Waf­fen­wahn los­wer­den

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE - VON MAR­TIN BE­WE­RUN­GE

Ame­ri­ka ist das Land mit den schärfs­ten Si­cher­heits­re­geln auf der Welt. Zu­gleich ist es das Land mit den ab­sur­des­ten Ge­gen­sät­zen auf die­sem Ge­biet: Po­li­zis­ten si­chern Stra­ßen­über­gän­ge, da­mit jun­ge Men­schen un­be­scha­det den Schul­bus ver­las­sen und wohl­be­hal­ten in ih­re Klas­se ge­lan­gen. In der Schu­le selbst aber wer­den sie dann Op­fer von Leu­ten, die sich an je­der Ecke mit Hand­feu­er­waf­fen und Men­gen an Mu­ni­ti­on ver­sor­gen kön­nen.

VW in den USA muss mit ei­ner Mil­li­ar­den­stra­fe rech­nen, weil der Kon­zern beim Die­sel-Ab­gas türk­te. So­was scha­det Mensch und Um­welt durch­aus. Doch hat man je da­von ge­hört, dass die tra­di­ti­ons­rei­che Fir­ma Smith and Wes­son in Spring­field, Mas­sa­chu­setts, auch nur ein ein­zi­ges Mal da­für be­langt wor­den wä­re, dass de­ren Pro­duk­te zahl­rei­che Ame­ri­ka­ner mit ei­ner viel ein­deu­ti­ge­ren To­des­ur­sa­che aus dem Le­ben be­för­der­ten?

Die Zeit des Wil­den Wes­tens ist vor­bei – und New York heu­te die schöns­te Stadt der Welt, weil der Sau­stall, den die Me­tro­po­le An­fang der 90er Jah­re ab­gab, un­barm­her­zig aus­ge­mis­tet wur­de. „Null To­le­ranz“hieß da­mals die Pa­ro­le. Sie müss­te auch für die mäch­ti­ge US-Waf­fen-Lob­by gel­ten, die nach dem jüngs­ten Blut­bad wie­der dar­auf ver­wei­sen wird, es wä­re bes­ser, auch die Leh­rer im Land zu be­waff­nen. BE­RICHT

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