Di­gi­ta­ler Wan­del am Ar­beits­platz

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL -

KREIS KLE­VE (RP) Die „In­dus­trie 4.0“ist in al­ler Mun­de. Aber was heißt das ei­gent­lich für die Be­schäf­tig­ten im Kreis Kle­ve? Wel­che Aus­wir­kun­gen wird die Di­gi­ta­li­sie­rung ganz kon­kret am Ar­beits­platz ha­ben? Das will die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten wis­sen und hat zu­sam­men mit dem nord­rhein-west­fä­li­schen Ar­beits­mi­nis­te­ri­um das Pro­jekt „Ar­beit 2020“ge­star­tet. „Beim The­ma di­gi­ta­ler Wan­del geht es meis­tens um Tech­nik. Aber wir müs­sen uns auch fra­gen, was hier auf die Be­schäf­tig­ten zu­kommt. Das fängt beim Um­gang mit neu­er Soft­ware an und geht bis zu im­mer fle­xi­ble­ren Ar­beits­zei­ten“, sagt Han­sJür­gen Hu­fer von der NGG Nord­rhein. In vie­len Bran­chen wer­de sich der Ar­beits­all­tag mas­siv än­dern.

Zum Bei­spiel in der Er­näh­rungs­in­dus­trie. Rund 3.800 Be­schäf­tig­te ar­bei­ten hier im Kreis Kle­ve. Di­gi­ta­le Tech­no­lo­gi­en be­ein­flus­sen die Ar­beits­welt schon jetzt – ob im La­bor, in der An­la­gen­steue­rung oder in der Lo­gis­tik.

Für NGG-Ge­schäfts­füh­rer Han­sJür­gen Hu­fer ist klar: „Die Di­gi­ta­li­sie­rung darf nicht auf Kos­ten der Ar­beits­plät­ze ge­hen. Wir brau­chen da­her ei­ne Qua­li­fi­ka­ti­ons-Of­fen­si­ve. Auch bei der Aus­bil­dung müs­sen die neu­en Tech­no­lo­gi­en ei­ne stär­ke­re Rol­le spie­len.“Hier sei­en be­son­ders die Be­triebs­rä­te ge­fragt. Sie set­zen sich im Pro­jekt „Ar­beit 2020“da­für ein, dass die In­ter­es­sen der Be­schäf­tig­ten nicht un­ter die Rä­der kom­men.

„Zur Ar­beit der Zu­kunft ge­hört ganz klar die Mit­be­stim­mung im Be­trieb“, so Hu­fer. Ei­ne Kern­fra­ge sei die Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zeit. Die E-Mail nach Fei­er­abend oder so­gar die Steue­rung ei­ner Ma- schi­ne von zu­hau­se: „Die Gren­ze zwi­schen Ar­beit und Frei­zeit ver­wischt im­mer mehr. Das darf aber nicht ein­sei­tig zu Las­ten der Be­schäf­tig­ten ge­hen. Lohn- und Zeit­aus­gleich müs­sen auch künf­tig im Ta­rif­ver­trag ge­re­gelt sein“, be­tont Hans-Jür­gen Hu­fer. Gu­te Ar­beits­be­din­gun­gen ga­ran­tier­ten zu­dem ei­ne hö­he­re Pro­duk­ti­vi­tät – gera­de in der In­dus­trie. Un­ter­neh­men soll­ten in der di­gi­ta­len Wirt­schaft nicht auf Werk­ver­trä­ge oder Leih­ar­beit set­zen – son­dern auf qua­li­fi­zier­te und mo­ti­vier­te Mit­ar­bei­ter, so der Ge­werk­schaf­ter.

„Für die Be­schäf­tig­ten im Kreis Kle­ve ist die In­dus­trie 4.0 ei­ne gro­ße Chan­ce. Es kommt im­mer stär­ker dar­auf an, sich ein­zu­brin­gen und den Ar­beits­platz mit­zu­ge­stal­ten“, sagt Hu­fer. Da­für ge­be es die di­gi­ta­len Tech­no­lo­gi­en. Und – nicht erst seit ges­tern – die Ge­werk­schaf­ten.

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