MAX KRU­SE Schu­bert hat mir ei­nen Schub ge­ge­ben

Rheinische Post Goch - - SPORT - KARS­TEN KEL­LER­MANN FÜHR­TE DAS GE­SPRÄCH.

Der Fuß­ball-Na­tio­nal­spie­ler er­ziel­te in den ver­gan­ge­nen zwei Spiel­zei­ten 23 Bun­des­li­ga­to­re für Mön­chen­glad­bach. Heu­te kehrt der 27-Jäh­ri­ge mit dem VfL Wolfsburg in den Bo­rus­sia-Park zu­rück und trifft auf ei­nen För­de­rer ver­gan­ge­ner Ta­ge.

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Vie­le Men­schen ha­ben sich bei André Schu­bert ge­mel­det, als er über­gangs­wei­se Chef­trai­ner von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach wur­de. Ei­ner da­von war Max Kru­se. Der frü­he­re Glad­bach-Stür­mer kennt Schu­bert aus der ge­mein­sa­men Zeit beim FC St. Pau­li. Schu­bert schob Kru­se da­mals vom lin­ken Flü­gel ins Sturm­zen­trum. „Max’ gro­ße Stär­ke ist sein Frei­lauf­ver­hal­ten, er ist im­mer an­spiel­bar, schwer zu grei­fen für den Geg­ner, läuft mit ho­her In­ten­si­tät über­all rum, ist sehr ball­si­cher, tor­ge­fähr­lich und hat ein tol­les Pass­spiel – des­we­gen ha­ben wir ihn ins Zen­trum ge­stellt, und da hat er sich gut ent­wi­ckelt“, sagt Schu­bert. Er muss heu­te ei­nen gu­ten Plan ha­ben, Kru­ses Qua­li­tä­ten ein­zu­fan­gen, denn der Na­tio­nal­spie­ler kommt mit dem VfL Wolfsburg, wo­hin er im Som­mer wech­sel­te, in den Bo­rus­sia-Park. „Ich ha­be Max ge­sagt, wir wer­den ihm das Le­ben so schwer wie mög­lich ma­chen“, be­rich­te­te Schu­bert. Im Vor­feld sei­ner Rei­se zum „Ex“sagt Kru­se, mit wel­chen Ge­füh­len er nach Glad­bach zu­rück­kehrt, wel­chen An­teil Schu­berts Idee an sei­ner Kar­rie­re hat und wer heu­te Fa­vo­rit ist. Herr Kru­se, mit wel­chen Ge­füh­len keh­ren sie nach Glad­bach zu­rück? KRU­SE Mit durch­weg po­si­ti­ven Ge­füh­len. Ich hat­te ei­ne schö­ne Zeit in Glad­bach, und ich freue mich auf das Spiel am Sams­tag und dar­auf, vie­le Be­kann­te wie­der­zu­se­hen. Nicht al­le Fans konn­ten Ih­re Ent­schei­dung, zu Wolfsburg zu wech­seln, nach­voll­zie­hen. Füh­len Sie sich schon be­stä­tigt – und wie, den­ken Sie, wer­den Sie am Sams­tag emp­fan­gen? KRU­SE Ich er­war­te nicht, dass je­der mei­ne Ent­schei­dung ver­steht, aber man soll­te sie zu­min­dest re­spek­tie­ren. Es wa­ren wie ge­sagt zwei schö­ne Jah­re, und ich kann sa­gen, dass bei­de Sei­ten da­von pro­fi­tiert ha­ben. Na­tür­lich hof­fe ich, dass es kei­ne Pfif­fe von den Fans ge­ben wird, aber wenn es so ist, dann bringt mich das auch nicht von mei­nem Weg ab. Ich ha­be ei­ne neue Her­aus­for­de­rung ge­braucht und woll­te den nächs­ten Schritt ma­chen. In­so­fern war der Wech­sel zum VfL Wolfsburg für mich die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Ihr frü­he­rer Sturm­kol­le­ge Raf­fa­el hat ge­sagt, dass er Sie als Part­ner ver­misst. Was war so pas­send an der Zu­sam­men­ar­beit und wie ist Ih­re Rol­le in Wolfsburg? KRU­SE Raf­fa und ich ha­ben uns auf dem Platz gut er­gänzt, wir sind vom Spie­ler­typ her ähn­lich und ha­ben uns gut ver­stan­den. Mei­ne Rol­le ist jetzt in Wolfsburg na­tür­lich ei­ne neue, weil wir ei­nen an­de­ren Stür­mer­typ ha­ben. Aber ich bin sehr schnell und sehr gut beim VfL an­ge­kom­men, was man ja auch schon in den bis­he­ri­gen Sai­son­spie­len se­hen konn­te. Hat es Sie über­rascht, dass die Bo­rus­sen ei­nen so schlech­ten Start hin­ge­legt ha­ben? Hat das mit dem Er­folg der Vor­sai­son zu tun – und ist es in Wolfsburg ähn­lich? KRU­SE Das war in die­ser Form si­cher nicht vor­her­zu­se­hen, aber ich bin über­zeugt, dass Glad­bach die Qua­li­tät hat, da wie­der her­aus­zu­kom­men. Das ha­ben sie in den bei­den letz­ten Bun­des­li­ga­spie­len ja auch schon be­wie­sen. Mit der Si­tua­ti­on beim VfL Wolfsburg ist das aber über­haupt nicht zu ver­glei­chen. Wir ha­ben zwei der letz­ten 14 Spie­le ver­lo­ren – da von ei­ner Kri­se oder ei­nem schlech­ten Start zu spre­chen, wä­re de­fi­ni­tiv

über­trie­ben. Der Rück­tritt von Lu­ci­en Fav­re kam für vie­le aus dem Nichts. Für Sie auch? KRU­SE Das kam auch für mich un­er­war­tet, ja. Lu­ci­en Fav­re hat vier Jah­re lang her­aus­ra­gen­de Ar­beit ge­leis­tet. Glad­bachs neu­er Trai­ner André Schu­bert ken­nen Sie aus der ge­mein­sa­men Zeit beim FC St. Pau­li. Wel­che Er­in­ne­run­gen ha­ben Sie an ihn? KRU­SE André Schu­bert hat mich da­mals ins Zen­trum be­or­dert, was für mich na­tür­lich gut war. In­so­fern bin ich ihm dank­bar, denn das hat mir in mei­ner Kar­rie­re schon ei­nen Schub ge­ge­ben. Aber ab­ge­se­hen da­von glau­be ich, dass ich selbst vie­les da­für ge­tan ha­be, dass ich da ste­he, wo ich heu­te bin. Ich ha­be ge­lernt, dass ich hart an mir ar­bei­ten muss, um mei­ne Zie­le zu er­rei­chen. Ver­gan­ge­ne Sai­son ha­ben Sie ge­gen Wolfsburg das Glad­ba­cher Sieg­tor ge­schos­sen. Nun kom­men Sie mit Ih­rem Team als Fa­vo­rit – wä­re es für Sie ei­ne Ge­nug­tu­ung, wenn Sie wie­der ent­schei­dend tref­fen? KRU­SE Ich se­he das nicht un­be­dingt so, dass wir als Fa­vo­rit nach Glad­bach kom­men. Sie ha­ben zwei Sie­ge hin­ter sich und spie­len zu­hau­se, in ei­nem tol­len Sta­di­on mit der Un­ter­stüt­zung der Fans. Die Mann­schaft hat viel Qua­li­tät, in­so­fern den­ke ich, dass die Fa­vo­ri­ten­rol­le nicht so klar ver­ge­ben ist. Na­tür­lich möch­te ich ger­ne ein Tor er­zie­len, aber ei­ne Ge­nug­tu­ung wä­re das für mich si­cher nicht. Bei­de Teams ha­ben in der Cham­pi­ons Le­ague ge­gen Mann­schaf­ten aus Man­ches­ter ei­ne ähn­li­che Er­fah­rung ge­macht: gut ge­spielt, ge­führt, aber ver­lo­ren. Ist das ein men­ta­les Patt? KRU­SE Es zeigt zu­min­dest, dass bei­de Mann­schaf­ten mit den eu­ro­päi­schen Topklubs in der Kö­nigs­klas­se mit­hal­ten kön­nen. Viel­leicht feh­len uns noch ein paar Pro­zent, aber ins­ge­samt sind so­wohl der VfL als auch Glad­bach in­ter­na­tio­nal auf ei­nem gu­ten Weg. Man darf nicht ver­ges­sen, dass bei­de Teams aus Man­ches­ter je­des Jahr in der Cham­pi­ons Le­ague spie­len und un­se­ren Mann­schaf­ten da­her ei­ne Men­ge Er­fah­rung vor­aus­ha­ben.

FO­TO: IMAGO

Max Kru­se

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