Grün­dung der Deut­schen Bü­che­rei

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Im eu­ro­päi­schen Aus­land gab es die In­sti­tu­ti­on be­reits, über die nach der Grün­dung des Deut­schen Reichs 1871 noch meh­re­re Jahr­zehn­te lang hef­tig dis­ku­tiert wur­de. In En­g­land er­füll­te das Bri­tish Mu­se­um seit dem 18. Jahr­hun­dert die Auf­ga­ben ei­ner Na­tio­nal­bi­blio­thek, in Frank­reich sam­mel­te die Bi­b­lio­thèque Na­tio­na­le schon seit dem 17. Jahr­hun­dert Schrift­stü­cke und Bü­cher in fran­zö­si­scher Spra­che. Ei­ne ähn­li­che Ein­rich­tung für li­te­ra­ri­sche und wis­sen­schaft­li­che Wer­ke deut­scher Spra­che gab es bis zum Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts nicht. Ei­ne Fül­le de­zen­tra­ler Bi­b­lio­the­ken sam­mel­te, ar­chi­vier­te und ka­ta­lo­gi­sier­te vie­les, was Schrift­stel­ler und Ver­la­ge ver­öf­fent­lich­ten – doch es fehl­te ei­ne voll­stän­di­ge Samm­lung, ei­ne Art „Ge­dächt­nis der Na­ti­on“. Als sol­ches ver­stand sich die Deut­sche Bü­che­rei, de­ren Grün­dung am 3. Ok­to­ber 1912 durch ei­nen Ver­trag zwi­schen dem Kö­nig­reich Sach­sen, der Ge­mein­de Leip­zig und dem Bör­sen­ver­ein der deut­schen Buch­händ­ler zu Leip­zig be­schlos­sen wur­de. In den Le­se­sä­len der Deut­schen Bü­che­rei kön­nen Be­su­cher in je­des Buch bli­cken, das seit­dem ver­öf­fent­licht wur­de, je­de Zei­tung ein­se­hen, die zum Be­stand wur­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de auf­grund der deut­schen Tei­lung in Frankfurt am Main ein neu­es In­sti­tut ge­grün­det: die Deut­sche Bi­b­lio­thek. Als Deut­sche Na­tio­nal­bi­blio­thek wur­den bei­de Häu­ser nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung zu­sam­men­ge­fasst.

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