NRW for­dert De­ckel für Atom­kos­ten

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE - VON THO­MAS REISENER

Wirt­schafts­mi­nis­ter Du­in (SPD) will zur Not auf Steu­er­geld zu­rück­grei­fen.

DÜSSELDORF Im Streit um die Fol­ge­kos­ten der Atom­kraft-Ab­wick­lung will NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) den Auf­wand der Kon­zer­ne not­falls mit­hil­fe von Steu­er­geld de­ckeln. Du­in sag­te ges­tern un­se­rer Re­dak­ti­on: „Wenn wir ir­gend­wann zu dem Er­geb­nis kom­men soll­ten, dass die 38 Mil­li­ar­den nicht aus­rei­chen, dann wä­re das kei­ne Fra­ge, die die Un­ter­neh­men zu lö­sen ha­ben. Die ha­ben mit uns ei­ne Ver­ab­re­dung über die­se fest­ge­leg­te Sum­me. Wenn es dar­über hin­aus­geht, ist auch der Staat ge­for­dert.“Als NRW-CDU-Chef Ar­min La­schet vor ei­ner Wo­che Staats­hil­fen für den Atom­rück­bau ins Ge­spräch brach­te, war Du­in zu­nächst da­ge­gen. Jetzt hat er sei­ne Mei­nung prä­zi­siert. NRW-Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel (Grü­ne) woll­te sich auf An­fra­ge nicht zu dem The­ma äu­ßern.

Gar­relt Du­in (SPD)

Die in Deutsch­land ak­ti­ven Atom­kraft­be­trei­ber, dar­un­ter Eon und RWE, ha­ben ent­spre­chend ge­setz­li­cher Vor­ga­ben rund 38 Mil­li­ar­den Eu­ro für den Rück­bau und die Atom­müll-Ent­sor­gung re­ser­viert. Die will Du­in auch ein­for­dern. Aber nicht mehr: „Als Mit­glied der End­la- ger­kom­mis­si­on weiß ich, dass die Her­aus­for­de­rung wahr­schein­lich grö­ßer ist, als die 38 Mil­li­ar­den Eu­ro. Und dann wird kein Weg dar­an vor­bei­füh­ren, dass der Staat Ver­ant­wor­tung über­nimmt.“

Der Frak­ti­ons­vi­ze der Grü­nen im Bun­des­tag, Oli­ver Kri­scher, wi­der­spricht: „Für die Alt­las­ten der Atom­kon­zer­ne kann es kein öf­fent­li­ches Geld ge­ben, we­der aus NRW noch vom Bund“, sag­te Kri­scher. Die Men­schen aus NRW hät­ten „mit ih­ren Steu­er­gel­dern mehr als ge­nug an Ri­si­ko für die Alt­las­ten der St­ein­koh­le zu tra­gen.“RWE und Eon hät­ten mit der Atom­kraft Mil­li­ar­den­ge­win­ne ge­macht. „Jetzt sind nicht die Steu­er­zah­ler in der Ver­pflich­tung, für die Alt­las­ten auf­zu­kom­men.“

„Jen­seits der 38 Mil­li­ar­den Eu­ro ist der Staat ge­for­dert“

NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter

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