Flücht­lings­kri­se droht zu ent­glei­ten

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUAD­BECK

Wäh­rend die gro­ße Ko­ali­ti­on zu Be­ginn der Flücht­lings­kri­se ein ge­schlos­se­nes und ent­schlos­se­nes Bild ab­gab, droht die La­ge mitt­ler­wei­le zu ent­glei­ten. Die deut­schen Be­hör­den ha­ben fak­tisch den Über­blick ver­lo­ren, wie vie­le Men­schen aus wel­chen Län­dern täg­lich über die Gren­ze kom­men. Das ist sehr bri­sant. Denn die Ak­zep­tanz der an­kom­men­den Flücht­lin­ge hängt stark da­von ab, wie sou­ve­rän die Be­hör­den agie­ren. Da­her muss der Zustrom über ei­ne ge­mein­sa­me Lö­sung in der EU end­lich be­grenzt wer­den. Die Neu­an­kunft von Flücht­lin­gen wird mit eu­ro­päi­schen Maß­nah­men nicht en­den. Aber Deutsch­land muss zu­min­dest den An­spruch ha­ben, die Neu­an­kömm­lin­ge wie­der re­gis­trie­ren zu kön­nen.

In ei­ner sol­chen schwie­ri­gen La­ge ist es um­so wich­ti­ger, Zwi­schen­fäl­le wie je­nen in Xan­ten ra­tio­nal zu be­wer­ten. Bis ges­tern Abend war un­klar, ob es sich um ei­nen ge­gen Asyl­be­wer­ber ge­rich­te­ten Brand­an­schlag han­delt. Soll­te dies der Fall sein, müs­sen die Tä­ter kon­se­quent ver­folgt wer­den. Ih­ren Ta­ten muss die Kraft und der Wil­le der Mehr­heit der Bür­ger ent­ge­gen­ge­setzt wer­den, die Flücht­lin­gen freund­lich, hilfs­be­reit und of­fen – in ei­nem Wort: christ­lich – ge­gen­über­tre­ten. BE­RICHT

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