Sym­bol­träch­ti­ge Rei­se des Bun­des­prä­si­den­ten in die USA

Rheinische Post Goch - - POLITIK - VON EVA QUAD­BECK

Aus An­lass von 25 Jah­ren Deut­scher Ein­heit star­tet Joa­chim Gauck in die USA. Er wird dort US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma tref­fen.

BERLIN 25 Jah­re Deut­sche Ein­heit wer­den in der deut­schen Bot­schaft in Washington am 6. Ok­to­ber ge­fei­ert. Hin­ter­grund für die klei­ne Ter­min­ver­le­gung vom 3. auf den 6. Ok­to­ber ist der ers­te of­fi­zi­el­le Be­such von Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Zu­dem ist der 6. Ok­to­ber der Ger­man-Ame­ri­can-Day. Der Prä­si­dent star­tet heu­te zu sei­ner drei­tä­gi­gen Rei­se, be­glei­tet wird er von sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin Daniela Schadt.

Gauck wird Phil­adel­phia und Washington be­su­chen. Hö­he­punk­te der Rei­se sol­len sei­ne Re­de zur Frei­heit und zur trans­at­lan­ti­schen Be­zie­hung in der Uni­ver­si­ty of Penn­syl­va­nia und ein Tref­fen mit USPrä­si­dent Ba­rack Oba­ma sein, wie es aus dem Prä­si­di­al­amt hieß.

Gauck ist seit 18 Jah­ren das ers­te re­prä­sen­ta­ti­ve deut­sche Staats­ober­haupt das wie­der von ei­nem ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten emp­fan­gen wird. Zu­letzt be­such­te im Ju­li 1997 der da­ma­li­ge Bun­des­prä­si­dent Ro­man Her­zog den frü­he­ren US-Prä­si­den­ten Bill Cl­in­ton im Wei­ßen Haus. Her­zog reis­te we­ni­ge Mo­na­te nach sei­ner Ruck-Re­de in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten.

Im Mit­tel­punkt von Gaucks Rei­se wer­den 25 Jah­re Ein­heit ste­hen, an de­ren Ver­wirk­li­chung die Ame­ri­ka­ner maß­geb­lich An­teil hat­ten, ins­be­son­de­re der da­ma­li­ge US-Prä­si­dent Ge­or­ge Bush. Am Di­ens­tag wer­de Gauck ei­ne „zen­tra­le Re­de“in der Uni­ver­si­ty of Penn­syl­va­nia in Phil­adel­phia hal­ten, hieß es. Dort nahm die ame­ri­ka­ni­sche De­mo­kra­tie ih­ren Ur­sprung. Am 4. Ju­li 1776 er­klär­ten sich die 13 bri­ti­schen Ko­lo­ni­en un­ab­hän­gig von Groß­bri­tan­ni­en. Dort wur­de auch die ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sung be­schlos­sen und ver­kün­det. Für Gaucks Re­de kann die­ser his­to­ri­sche Hin­ter­grund der Be­zugs­punkt sein, um über die Deut­sche Ein­heit zu spre­chen. Wei­te­res The­ma der Re­de sol­len auch die trans­at­lan­ti­schen Be­zie­hun­gen sein, hieß es aus dem Prä­si­di­al­amt. Sie wa­ren zu­letzt durch die NSASpio­na­ge-Af­fä­re ein­ge­trübt. Der Bun­des­prä­si­dent wer­de sich in die­sem Zu­sam­men­hang mit der Ab­wä- gung von Frei­heit und Si­cher­heit aus­ein­an­der­set­zen, hieß es.

Auch für den Prä­si­den­ten per­sön­lich dürf­te die­se Rei­se et­was Be­son­de­res sein. Hat er doch durch den po­li­ti­schen Neu­an­fang nach dem Mau­er­fall ein be­son­de­res Ver­hält­nis zur USA. Frei­heit und Ver­ant­wor­tung, die auch in der Ide­en­ge­schich­te der Ame­ri­ka­ner ei­ne gro­ße Rol­le spie­len, ge­hör­ten im­mer zu Gaucks zen­tra­len The­men.

Beim Tref­fen mit US-Prä­si­dent Oba­ma soll es um die bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen und auch um das The- ma Deut­sche Ein­heit ge­hen. Es sei nicht aus­ge­schlos­sen, dass auch die NSA-Af­fä­re und TTIP an­ge­spro­chen wür­den, hieß es.

Der Emp­fang ei­nes deut­schen Prä­si­den­ten im Wei­ßen Haus ist et­was Be­son­de­res. Das po­li­ti­sche In­ter­es­se der Ame­ri­ka­ner an dem re­prä­sen­ta­ti­ven Staats­ober­haupt ist ge­ring, da die­ser die Re­gie­rungs­ge­schäf­te nicht be­ein­flus­sen darf. Mit dem Ju­bi­lä­um der Deut­schen Ein­heit gab es al­ler­dings ei­nen gu­ten An­lass, für ein deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten­tref­fen.

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