Grie­chen­lands Kon­ser­va­ti­ve wäh­len neu­en Vor­sit­zen­den

Rheinische Post Goch - - POLITIK - VON GERD HÖHLER

AT­HEN Für Al­exis Tsi­pras war es ein tri­um­pha­ler Sieg, für Van­ge­lis Mei­ma­ra­kis und sei­ne kon­ser­va­ti­ve Nea Di­mo­kra­tia (ND) ei­ne un­er­war­tet deut­li­che Nie­der­la­ge: Nach der ver­lo­re­nen Par­la­ments­wahl vor zwei Wo­chen ver­sucht Grie­chen­lands größ­te Op­po­si­ti­ons­par­tei wie­der Tritt zu fas­sen. In ei­ner Ur­wahl sol­len die Mit­glie­der En­de Ok­to­ber oder An­fang No­vem­ber ei­nen neu­en Vor­sit­zen­den wäh­len. Die Be­wer­bungs­frist lief am Wo­che­n­en­de ab. Auch Mei­ma­ra­kis tritt wie­der an.

„Ich weiß, woran es der Par­tei fehlt, und ich kann es kor­ri­gie­ren“, sag­te Mei­ma­ra­kis. Ei­nen wirk­li­chen Neu­be­ginn wür­de die Wie­der­wahl des 61-Jäh­ri­gen in­des nicht be­deu­ten. Er ver­kör­pe­re Sta­bi­li­tät, ste­he aber auch für Sta­gna­ti­on, sagt Ky­ria­kos Mitso­ta­kis, ei­ner der drei Ge­gen­kan­di­da­ten. Mitso­ta­kis ge­hört zum li­be­ra­len Flü­gel und ist dar­um vie­len al­ten Par­tei­gran­den su­spekt. Jetzt will er die ND von Grund auf er­neu­ern.

Das ver­spricht auch Apos­to­los Tsit­si­ko­stas. Der Po­li­ti­ker aus Thes­sa­lo­ni­ki ist der Über­ra­schungs­kan­di­dat. Mit sei­nen 37 Jah­ren ver­kör­pert er tat­säch­lich ei­nen Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel, hat aber ein Pro­blem: Er be­sitzt kein Man­dat im Par­la­ment, kommt al­so als Op­po­si­ti­ons­füh­rer vor­erst nicht in Fra­ge. Vier­ter Kan­di­dat ist der frü­he­re Ge­sund­heits­mi­nis­ter Ado­nis Geor­gia­dis (42), ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten Wort­füh­rer des rech­ten Par­tei­flü­gels. Sei­ne Wahl wür­de ei­nen Rechts­ruck be­deu­ten.

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