München bleibt in ei­ner ei­ge­nen Li­ga

Rheinische Post Goch - - SPORT -

Der Vi­ze­meis­ter hat sich zu ei­ner län­ge­ren Denk­pau­se ins Ta­bel­len-Mit­tel­feld ver­ab­schie­det. Das 0:2 in Mön­chen­glad­bach un­ter­strich, dass der VfL Wolfsburg längst nicht die Form der Vor­sai­son hat. Ges­tern mel­de­ten sich die Em­por­kömm­lin­ge von Schal­ke 04 nach dem 0:3 ge­gen Köln aus der Grup­pe je­ner ab, die mit viel gu­tem Wil­len als Bay­ern-Ver­fol­ger be­zeich­net wer­den dür­fen. Und um den ein­zi­gen ei­ni­ger­ma­ßen ernst­haf­ten Mit­be­wer­ber küm­mer­ten sich die Bay­ern selbst. Sie zie­hen nach dem 5:1 ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund mal wie­der ein­sam ih­re Bahn.

Der Teil der fuß­ball­in­ter­es­sier­ten Mensch­heit, der sich auch nur ein we­nig Span­nung im Kampf um den Meis­ter­ti­tel wünsch­te, durf­te gera­de mal ei­ne hal­be St­un­de gu­ter Hoff­nung sein. Dann be­gann die Bay­ern-Ma­schi­ne ihr gna­den­lo­ses Zer­le­gungs­werk.

Der Un­ter­schied zwi­schen den bei­den bes­ten deut­schen Mann­schaf­ten lässt sich nicht nur am Er­geb­nis ab­le­sen. Auch die Tat­sa­che, mit wel­cher Kalt­blü­tig­keit und Prä­zi­si­on die Münch­ner ih­re To­re in Pha­sen er­zie­len, die dem Geg­ner ein we­nig Zu­ver­sicht vor­gau­keln, legt fast ei­ne Klas­se zwi­schen den Meis­ter und die Num­mer zwei. Und wer sich dann noch vor Au­gen führt, dass die Bay­ern seit Wo­chen oh­ne ihr ver­meint­lich un­er­setz­li­ches Flü­gel­duo Ar­jen Rob­ben/Franck Ri­bé­ry spie­len, dem muss vor­sichts­hal­ber jetzt schon für die nächs­ten Jah­re angst und ban­ge wer­den.

Die Münch­ner Se­ri­en­meis­ter wird das nicht be­küm­mern. Sie ha­ben sich längst von ir­di­schen Din­gen wie der Bun­des­li­ga ge­löst. Das Meis­ter-Abo ha­ben sie in die­ser Sai­son ver­län­gert, die Scha­le ist zum Mi­ni­mal­ziel ver­kom­men. Sie stre­ben nach Hö­he­rem. Die Cham­pi­ons Le­ague ist die er­klär­te Her­aus­for­de­rung.

Dem Fuß­ball, der sie auf ei­ne Ebe­ne mit den Gro­ßen in Eu­ro­pa bringt, sind sie in die­ser Sai­son noch nä­her als in der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit. Soll­ten sie im nächs­ten Früh­jahr von Ver­let­zungs­pro­ble­men weit­ge­hend ver­schont blei­ben, sind sie reif für den ganz gro­ßen Wurf.

Dort­mund muss da­mit le­ben, die Ta­bel­le hin­ter den Bay­ern an­zu­füh­ren. Nach der gest­ri­gen De­mon­ta­ge ist das ein schwa­cher Trost.

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