Pla­ti­ni ge­rät im Fi­fa-Skan­dal im­mer stär­ker un­ter Druck

Rheinische Post Goch - - SPORT -

ZÜ­RICH (sid) Fi­fa-Boss Sepp Blat­ter (Schweiz) und Ue­fa-Prä­si­dent Mi­chel Pla­ti­ni ge­ra­ten im­mer stär­ker un­ter Druck. Nach In­for­ma­tio­nen der „Schwei­zer Sonn­tags­zei­tung“muss das Duo über die schon be­kann­ten Vor­wür­fe hin­aus nun auch ei­ne An­kla­ge we­gen Bi­lanz­fäl­schung fürch­ten. Das Blatt be­rich­tet un­ter Be­ru­fung auf Er­kennt­nis­se der seit En­de Sep­tem­ber er­mit­teln­den Fi­fa-Ethik­kom­mis­si­on, dass die 2011 an Pla­ti­ni ge­flos­se­nen zwei Mil­lio­nen Schwei­zer Fran­ken nicht in den Fi­fa-Bi­lan­zen ver­bucht sind. So­fern Pla­ti­nis An­spruch auf die Zah­lung je­doch rech­tens ge­we­sen wä­re, hät­te der Be­trag spä­tes­tens 2002 als Rück­stel­lung auf­ge­führt wer­den müs­sen. Weil Pla­ti­ni 2011 als Mit­glied des Fi­fa-Vor­stands die Zah­lung nicht hät­te an­neh­men dür­fen, dro­he ihm eben­falls ei­ne Ver­fah­ren we­gen un­ge­treu­er Ge­schäfts­be­sor­gung.

Grund­sätz­lich scheint Pla­ti­nis Tä­tig­keit für Blat­ter in der Fi­fa-Zen­tra­le weit­ge­hend als Ver­schluss­sa­che be­han­delt wor­den zu sein. Au­ßer dem 1999 ge­schlos­sen Be­ra­ter-Ver­trag, in dem vier Tran­chen zu je 300.000 Schwei­zer Fran­ken als Ent­loh­nung ge­nannt sein sol­len, und Be­le­gen für bis Ver­trags­en­de 2002 ge­leis­te­te Zah­lun­gen von 1,05 Mil- lio­nen Schwei­zer Fran­ken sei­en laut „Sonn­tags­zei­tung“kei­ne wei­te­ren Un­ter­la­gen zur Zu­sam­men­ar­beit mit Pla­ti­ni zu fin­den ge­we­sen.

Un­ter­des­sen ver­zich­tet der deut­sche Sport­ar­ti­kel-Kon­zern Adi­das im Ge­gen­satz zu vier wei­te­ren Groß­spon­so­ren der Fi­fa vor­erst auf die For­de­rung nach Blat­ters Rück­tritt. Ein Spre­cher ver­wies auf ein State­ment des Her­zo­ge­nau­ra­cher Un­ter­neh­mens. „Wie in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach be­tont, müs­sen bei der Fi­fa im Sin­ne des Fuß­balls grund­le­gen­de Ve­rän­de­run­gen durch­ge­führt wer­den. Da­her muss der ein­ge­lei­te­te Re­form­pro­zess trans­pa­rent und zü­gig fort­ge­setzt wer­den“, heißt es dort. Co­ca-Co­la, McDo­nalds, Vi­sa und die Braue­rei An­heu­ser-Busch hat­ten den so­for­ti­gen Rück­tritt Blat­ters ge­for­dert. Des­sen An­walt ließ aber um­ge­hend aus­rich­ten, dass Blat­ter wei­ter im Amt blei­ben wer­de. „Auch wenn Co­ca-Co­la ein wert­vol­ler Spon­sor der Fi­fa ist, ist Herr Blat­ter nicht die­ser Mei­nung und glaubt viel­mehr aus Über­zeu­gung, dass es nicht im bes­ten In­ter­es­se der Fi­fa wä­re, wenn er sein Bü­ro räu­men wür­de, noch wür­de es den Re­form­pro­zess vor­an­brin­gen. Des­halb wird er nicht zu­rück­tre­ten“, er­klär­te sein New Yor­ker An­walt Richard Cul­len.

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