Bo­rus­sia star­tet durch

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

Der Mönchengladbacher In­te­rims­trai­ner Schu­bert fei­ert im drit­ten Bun­des­li­ga­spiel den drit­ten Sieg.

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Im Hoch­ge­fühl des drit­ten Bun­des­li­ga­sie­ges in Fol­ge ließ Gra­nit Xha­ka kurz die of­fi­zi­el­le Sprach­re­ge­lung in der Trai­ner­fra­ge bei Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach links lie­gen. „Max Eberl hat ge­nug Ah­nung, um zu wis­sen, dass man bei neun Punk­ten aus drei Spie­len kei­nen neu­en Trai­ner braucht“, sag­te der Schwei­zer Na­tio­nal­spie­ler und brach da­mit ei­ne höchst öf­fent­lich­keits­wirk­sa­me Lan­ze für In­te­rims­trai­ner André Schu­bert, der mit be­sag­ten drei Sie­gen in Se­rie so er­folg­reich wie kein Glad­ba­cher Trai­ner vor ihm ge­star­tet ist.

Mit die­sen neun Punk­ten ver­schaff­te Schu­bert den zu­vor ka­ta­stro­phal in die Sai­son ge­star­te­ten Bo­rus­sen drin­gend be­nö­tig­te Luft nach un­ten in der Ta­bel­le und Sport­di­rek­tor Eberl Zeit, nach ei­ner Dau­er­lö­sung auf dem Trai­ner­stuhl zu su­chen. Denn dass bei al­lem Er­folg und trotz Xha­kas Wer­be­sen­dung aus den Ka­bi­nen­gän­gen die­se Dau­er­lö­sung nicht Schu­bert sein wird, dar­an lässt Eberl im­mer noch kei­nen Zwei­fel. Auch die von Fans aus der Tau­fe ge­ho­be­ne Face­book­Grup­pe, die 10.000 Stim­men für ei­nen Ver­bleib Schu­berts im Amt sam­meln will, dürf­te letzt­lich kei­ne Ba­sis für Eberls Ent­schei­dung sein. „Wir wer­den auf je­den Fall über die Län­der­spiel­pau­se hin­aus mit André Schu­bert ar­bei­ten. Es wird auch noch ei­ni­ge Wo­chen dau­ern, was die Trai­ner­su­che be­trifft. Wir wol­len Qua­li­tät vor Schnel­lig­keit wal­ten las­sen“, sag­te Eberl nach dem 2:0 ge­gen den VfL Wolfsburg.

Augs­burgs Coach Mar­kus Wein­zierl fällt laut Eberl erst ein­mal her­aus aus dem Kan­di­da­ten­kreis für die Nach­fol­ge von Lu­ci­en Fav­re. „Mar­kus Wein­zierl hat bis 2019 ei­nen Ver­trag, wir su­chen heu­te ei­nen neu­en Trai­ner. Da­mit ist die Sa­che er­le­digt“, sag­te er. Wo­bei der Fak­tor Zeit im Fall Wein­zierl durch­aus noch ein­mal re­le­vant wer­den könn­te, falls die kri­seln­den Augs­bur­ger auch in den kom­men­den Wo­chen nicht die Kur­ve be­kom­men. Denn wie schnell in St­ein ge­mei­ßelt schei­nen­de Ar­beits­ver­hält­nis­se von Er­folgs­trai­nern zu En­de sein kön­nen, weiß man in Glad­bach seit Fav­res Rück­tritt je­den­falls all­zu gut. Schu­bert hat der­weil die in ihn ge­setz­ten Hoff­nun­gen weit über­trof­fen. Mit­ten in ei­ner Pha­se Eng­li­scher Wo­chen in­stal­liert, weck­te er in­ner­halb kür­zes­ter Zeit ver­un­si­cher­te Bo­rus­sen auf, gab ih­nen Mut und Selbst­ver­trau­en zu­rück und geht nun mit der Bi­lanz von Sie­gen ge­gen Augs­burg, Stutt­gart und Wolfsburg so­wie ei­nem for­mi­da­blen Auf­tritt beim un­glück­li­chen 1:2 ge­gen Man­ches­ter Ci­ty in der Cham­pi­ons Le­ague in die Län­der­spiel­pau­se. „Die Mann­schaft setzt das um, was André ihr an die Hand gibt, und er macht’s her­vor­ra­gend“, sagt Eberl.

Schu­bert ver­ord­ne­te mehr Of­fen­siv­drang, oh­ne die Fav­re-Schu­le der de­fen­si­ven Kom­pakt­heit zu ver­nach­läs­si­gen. Er pro­fi­tier­te zu­dem von Spie­lern, die nach Ver­let­zun­gen zu­rück­kehr­ten. Und er nutz­te die Büh­ne, die ihm Bo­rus­sia bot, nicht zur Selbst­dar­stel­lung, son­dern zum Lob der kol­lek­ti­ven Ar­beit von Trai­ner­team und mün­di­gen Pro­fis. Die­ses Ge­samt­pa­ket funk­tio­niert. „André baut mit sei­ner Ar­beit auf der Qua­li­tät auf, die wir im Ka­der ha­ben. Wir spie­len ja jetzt auch kei­nen ganz neu­en Fuß­ball“, sag­te Eberl. Auch der Fuß­ball am Sams­tag war nicht neu. Bo­rus­sia ver­tei­dig­te ge­gen po­ma­dig wir­ken­de Wöl­fe dis­zi­pli­niert und setz­te mit den spä­ten To­ren von Ha­vard Nordtveit und Ibra­hi­ma Tra­o­ré die er­for­der­li­chen Na­del­sti­che. „Es ist sen­sa­tio­nell, was die Spie­ler auf den Platz ge­bracht ha­ben. Wir ha­ben aber nicht nur Men­ta­li­tät, son­dern auch Qua­li­tät ge­zeigt“, schwärm­te Schu­bert.

Schu­bert ist al­so ein kla­rer Ge­win­ner der ver­gan­ge­nen 14 Ta­ge in Glad­bach. Doch Eberl – mit neu­em Ver­trag bis 2020 – ist es ge­nau­so, weil bei­de, Sport­di­rek­tor und In­te­rims­trai­ner, vom nach­weis­li­chen Er­folg als Kri­sen­ma­na­ger nach­hal­tig pro­fi­tie­ren.

FO­TO: AP

Ver­fol­gungs­ren­nen: Patrick Herr­mann, Os­car Wendt, Ha­vard Nordtveit und Lars St­indl (v.l.) fei­ern den Tref­fer von Nordtveit zum 1:0.

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