Le­cke­rer Ho­nig von Pfalz­dorfs Bie­nen­völ­kern

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON AN­JA SETTNIK

Ste­fan Loth be­treibt na­he der Kuh­stra­ße ei­ne Im­ke­rei. Er hat sich da­für ein wil­des Grund­stück ge­kauft, auf dem mas­sen­haft Brom­bee­ren wu­chern. Im Früh­jahr ist es ein Blü­ten­meer, wie es sie in der Stadt nur noch sel­ten gibt.

GOCH Die Sai­son ist vor­bei. Nur noch we­ni­ge Blü­ten in den Gär­ten zie­hen Bie­nen an; die meis­ten von ih­nen ha­ben sich be­reits auf Haus­manns­kost ein­ge­rich­tet. In den kom­men­den Mo­na­ten gibt’s für Ho­nig­bie­nen al­ler­or­ten nur noch Zu­cker­lö­sung. Auch bei Ste­fan Loth aus Goch ist das so. Der am­bi­tio­nier­te Hob­by-Im­ker (53) be­rei­tet sei­ne vie­le tau­send Tie­re der­zeit auf den Win­ter vor. Die Räu­me, Ge­rä­te und das Werk­zeug, das er zur Ho­nig­her­stel­lung braucht, sind ge­rei­nigt, der Ho­nig ruht in gro­ßen Be­häl­tern. Ab und zu schaut je­mand gen, wer­den Bäu­me und Sträu­cher nicht be­fruch­tet. Dann gibt es kei­ne Äp­fel, Bir­nen, Kir­schen, die Ern­te auf vie­len Ge­mü­se- und Korn­fel­dern fällt deut­lich ge­rin­ger aus. Wer vor­sor­gen möch­te, be­stellt bei Loth oder ei­nem sei­ner Kol­le­gen ein Bie­nen­volk zur Be­stäu­bung sei­ner kul­tu­ren. Auch in vie­len Land­schafts­schutz­ge­bie­ten wer­den Bie­nen­stö­cke gern ge­nutzt, um die Na­tur güns­tig zu be­ein­flus­sen. Lin­den zum Bei­spiel flie­gen die In­sek­ten ger­ne an – und be­dan­ken sich mit gu­tem Ho­nig. Auch Raps­fel­der wer­den stark an­ge­flo­gen. Wer am Nie­der­rhein oft Rad fährt, weiß, wie viel Raps im Früh­som­mer blüht. Die Brom­bee­ren in Loth’s Gar­ten und die Blu­men und Blü­ten in der nä­he­ren und wei­te­ren Nach­bar­schaft dürf­ten mit sei­nen Bie­nen in die­sem und den ver­gan­ge­nen Jah­ren Be­kannt­schaft ge­macht ha­ben.

„Es ist be­denk­lich, dass vie­len Ei­gen­heim­be­sit­zern pfle­ge­leich­ter grau­er Kies lie­ber ist als bun­te Blü­ten­pracht“, sagt der Im­ker. Die Ho­nigg­lä­ser, die er ver­kauft, ent­hal­ten grund­sätz­lich Blü­ten­ho­nig aus der Som­mer­tracht. Was genau die flei­ßi­gen klei­nen Pelz­tie­re zu­sam­men­ge­sam­melt ha­ben, kann ehr­li­cher­wei­se kein Im­ker genau sa­gen. Schließ­lich sum­men die Bie­nen im Um­kreis von drei bis vier Ki­lo­me­tern um­her. 33 Völ­ker be­sitzt Loth der­zeit und hofft, dass es zu Be­ginn des Früh­jahrs nicht wie­der deut­lich we­ni­ger sein wer­den. „Im ver­gan­ge­nen Jahr war ein Groß­teil der Bie­nen ge­stor­ben, ob durch die Va­ria-Mil­ben oder die Um­welt­ver­schmut­zung – schwer zu sa­gen.“Auf ei­ner wei­ten Flä­che im hin­te­ren Teil des Grund­stücks ste­hen die Käs­ten ,von de­nen je­der ein Volk be­her­bergt. Ein Schau­kas­ten ein Stück ent­fernt er­mög­licht es, dass nach An­mel­dung Be­su­cher­grup­pe (et­wa Kin­der­gar­ten­kin­der) sich die em­si­gen Tier­chen und ih­re Ar­beit mal aus der Nä­he an­se­hen.

Aus den al­ten Wa­ben schmilzt Loth das Wachs her­aus und formt dar­aus Ker­zen, die er eben­so ver­kauft wie Pro­po­lis (Bie­nen­harz, soll hel­fen, klei­ne Ver­let­zun­gen zu hei­len), Pfle­ge­pro­duk­te und Blü­ten­prol­len als Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel.

Vor­ran­gig ver­treibt er die Pro­duk­te über das In­ter­net, aber auch ei­ni­ge Su­per­märk­te in der Nach­bar­schaft bie­ten Ho­nig aus Pfalz­dorf an. Im kom­men­den Jahr will Loth erst­mals Schu­lun­gen für Nach­wuchs-Im­ker an­bie­ten.

RP-FO­TOS (2): EVERS

Wenn die Bie­nen ih­re Ar­beit er­le­digt ha­ben und der Ho­nig aus den Wa­ben ge­schleu­dert ist, bleibt Wachs zu­rück, der zu Ker­zen ver­ar­bei­tet wird.

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