Nicht stig­ma­ti­siert

Rheinische Post Goch - - LESERBRIEFE - Wolf­gang Zöll­ner Erkrath Wolf­gang Klein 47533 Kle­ve

Bei ei­nem Shits­torm ste­hen be­kannt­lich die Emo­tio­nen im Vor­der­grund, nicht die Fak­ten. Wir ha­ben der Die­sel­tech­no­lo­gie viel zu ver­dan­ken. In ers­ter Li­nie gra­vie­ren­de Ver­brauchs­ein­spa­run­gen und sin­ken­de CO2-Wer­te. Et­was, das die meis­ten Ame­ri­ka­ner spe­zi­ell in Zei­ten bil­li­gen Treib­stoffs nicht in­ter­es­siert. Es geht hier ein­zig und al­lein um hö­he­re Stick­oxid­wer­te, die nicht oh­ne wei­te­res senk­bar sind. Da in den USA Die­sel ver­pönt ist, ori­en­tie­ren sich al­le Zu­las­sungs­spe­zi­fi­ka­tio­nen an Ben­zin­mo­to­ren. Die­se sind in Ver­brauch und CO2Aus­stoß hö­her aber im NOX bau­art­be­dingt nied­ri­ger. Prüf­zy­klen aber des­halb sys­te­ma­tisch zu ma­ni­pu­lie­ren, ist rechts­wid­rig und wird zu­recht teu­er für VW. Die ge­sam­te deut­sche Au­to­in­dus­trie des­halb zu Zu „Ab­gas-Skan­dal setzt Win­ter­korn un­ter Druck“(RP vom 22. Sep­tem­ber): VW hat mit der be­trü­ge­ri­schen Soft­ware zur Ab­gas­mes­sung nicht nur sein ei­ge­nes Image schwer be­schä­digt, son­dern gleich­zei­tig das Gü­te­sie­gel „Ma­de in Ger­ma­ny“. Bald wird man sich nur noch er­in­nern, dass ein „deut­sches Un­ter­neh­men“den Ver­trau­ens­bruch be­gan­gen hat. Auf der In­ter­net Platt­form „Glo­bal Mar­ket“tun sich gera­de chi­ne­si­sche Fir­men zu­sam­men, die aus­län­di­sche Käu­fer von dem ho­hen Qua­li­täts­stan­dard ih­rer Wa­ren über­zeu­gen wol­len. Da­zu ha­ben sich die­se Fir­men ex­tra vom TÜV Rhein­land zer­ti­fi­zie­ren las­sen. Je­nem TÜV, der ein Ver­fah­ren der fran­zö­si­schen Fir­ma PIP für gut be­fun­den hat­te, mit dem PIP dann Tau­sen­de Kun­din­nen mit Bru­st­im­plan­ta­ten aus min­der­wer­ti­gem In­dus­trie-Si­li­kon be­lie­fer­te. Glo­bal Mar­ket schreibt in sei­ner Au­ßen­dar­stel­lung, man ei­fe­re der Qua­li­tät von „Ma­de in Ger­ma­ny“nach. Dar­über ha­be ich noch kürz­lich herz­haft ge­lacht. Seit ges­tern bleibt mir das La­chen im Hal­se ste­cken. dern kön­nen. In den 70er Jah­ren wur­den Gas­t­ar­bei­ter aus den Län­dern Sü­d­eu­ro­pas nach Deutsch­land ge­lockt. Da­für zahl­ten die Un­ter­neh­men ei­nen ho­hen Preis, denn die Kos­ten von Ak­qui­si­tio­nen im Aus­land, Un­ter­brin­gung in Deutsch­land, Aus­bil­dung in den Be­trie­ben usw. wur­den in ho­hem Ma­ße von den Un­ter­neh­men ge­tra­gen. Heu­te scheint al­les an­ders! Spra­che, Un­ter­brin­gung, Aus­bil­dung und vie­les mehr soll vom „Staat“, al­so von den Steu­er­zah­lern, be­zahlt wer­den. Wie wä­re es denn, wenn sich die Un­ter­neh­men an den Kos­ten zur Be­sei­ti­gung der Fach­ar­bei­ter­lü­cke be­tei­li­gen? Denk­bar ist doch zum Bei­spiel ei­ne In­te­gra­ti­ons­ab­ga­be, die sich am Um­satz und nicht an den in Nied­rig­steu­er­län­der ver­scho­be­nen Ge­win­nen der Un­ter­neh­men ori­en­tiert. Mit ei­ner Ab­ga­be von 0,5 bis ein Pro­zent könn­ten im­mer­hin Aus- und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men in Hö­he von bis zu 20 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr fi­nan­ziert wer­den. Das soll­te rei­chen!

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