Schäu­b­le soll noch mehr für Län­derfi­nanz­aus­gleich zah­len

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

BERLIN (mar) Die Ver­hand­lun­gen über die Re­form der Bund-Län­derFi­nanz­be­zie­hun­gen sind fest­ge­fah­ren – und da­mit sin­ken auch die Chan­cen Nord­rhein-West­fa­lens, als ei­ner der Ge­win­ner aus die­ser Re­form her­vor­zu­ge­hen. Auf der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz am Frei­tag in Bre­men wer­de es da­zu le­dig­lich ei­nen Be­richt, aber kei­ne Ent­schei­dung ge­ben, hieß es vor­ab in Län­der­krei­sen. Bay­erns Mi­nis­ter- prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU), des­sen Land eben­so wie Hes­sen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf Ent­las­tung im Län­derfi­nanz­aus­gleich klagt, hat sei­ne Teil­nah­me an der Kon­fe­renz be­reits ab­ge­sagt.

Über die Neu­ord­nung der Fi­nanz­be­zie­hun­gen zwi­schen Bund und Län­dern so­wie zwi­schen den Län­dern un­ter­ein­an­der wird seit et­wa ei­nem Jahr er­geb­nis­los ver­han­delt. Die Re­form wird nö­tig, weil En­de 2019 der So­li­dar­pakt II für die ost­deut­schen Län­der und auch der bis­he­ri­ge Fi­nanz­aus­gleich aus­lau­fen. Da­mit die Ost-Län­der ab 2020 nicht den An­schluss ver­lie­ren, die Ge­ber­län­der im Fi­nanz­aus­gleich ent­las­tet und zu­gleich auch al­le üb­ri­gen nicht schlech­ter­ge­stellt wer­den, hat­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) den Län­dern 8,5 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr ab 2020 aus sei­ner Kas­se an­ge­bo­ten. Doch die Län­der brau­chen of­fen­bar noch mehr Geld, um sich ei­ni­gen zu kön­nen: Die Re­de ist nun von deut­lich mehr als neun Mil­li­ar­den Eu­ro, die kom­men müss­ten, da­mit die Re­form ge­lin­gen kön­ne, hieß es in Län­der­krei­sen.

Dies al­ler­dings über­deckt, dass sich die Län­der un­ter­ein­an­der noch völ­lig un­ei­nig sind. Ein von Schäu­b­le un­ter­stütz­ter Vor­schlag der SPD-ge­führ­ten Län­der wur­de vor et­wa drei Wo­chen von den uni­ons­ge­führ­ten Län­dern ab­ge­lehnt, die ei­nen ei­ge­nen Vor­schlag prä­sen­tier­ten. Die Uni­ons­län­der set­zen dar­in genau an­ders­her­um an als die SPD­ge­führ­ten: Wäh­rend die­se die Um­ver­tei­lung der Um­satz­steu­er un­ter den Län­dern ei­gent­lich ab­schaf­fen wol­len, wol­len die Uni­ons­län­der genau die­se stär­ken und aus­bau­en. NRW wür­de im Uni­ons­mo­dell ab 2020 deut­lich we­ni­ger ent­las­tet als im SPD-Mo­dell: Bis­her zahlt Nord­rhein-West­fa­len in den so­ge­nann­ten Um­satz­steu­er­vor­weg­aus­gleich mehr als 800 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr ein. Wür­de die­ser ent­fal­len, könn­te NRW ab 2020 im ge­sam­ten Fi­nanz­aus­gleichs­sys­tem vom Neh­mer- zum Ge­ber­land mu­tie­ren, was das Land als Image­ge­winn dar­stel­len könn­te. Doch ob es in die­sem Jahr wie ge­plant noch zu ei­ner Ei­ni­gung kommt, ist frag­lich.

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