Bay­ern be­schließt ei­ge­nes Be­treu­ungs­geld

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

MÜNCHEN (kna) In Bay­ern soll das Be­treu­ungs­geld naht­los wei­ter­ge­zahlt wer­den. Die Staats­re­gie­rung prä­sen­tier­te da­zu ges­tern ei­nen Ge­setz­ent­wurf. Er sieht vor, El­tern von ein- bis zwei­jäh­ri­gen Kin­dern auch künf­tig 22 Mo­na­te lang 150 Eu­ro zu ge­wäh­ren, wenn sie kei­nen Platz in ei­ner Krip­pe oder bei ei­ner Ta­ges­mut­ter in An­spruch neh­men. Die Fort­füh­rung der bis­he­ri­gen Bun­des­leis­tung zei­ge, „dass wir in Bay­ern kei­ne staat­lich be­vor­zug­ten Er­zie­hungs­mo­del­le ha­ben“, sag­te Staats­kanz­lei­chef Mar­cel Hu­ber (CSU).

Im Ju­li hat­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Be­treu­ungs­geld ge­kippt. Der Bund sei für die­se Leis­tung nicht zu­stän­dig, ur­teil­ten die Karls­ru­her Rich­ter. Seit­her wur­den kei­ne An­trä­ge mehr be­wil­ligt.

Ob­wohl der Bund die für das Be­treu­ungs­geld bis­her auf­ge­wen­de­te Sum­me an die Län­der zu de­ren Ver­fü­gung wei­ter­gibt, rech­net die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung mit ei­nem zu­sätz­li­chen Fi­nan­zie­rungs­be­darf von 100 Mil­lio­nen Eu­ro bis 2018. Da­nach wer­de das Be­treu­ungs­geld ver­mut­lich voll­stän­dig vom Frei­staat auf­ge­bracht wer­den müs­sen und dann ins­ge­samt 230 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr be­an­spru­chen, so Hu­ber.

Die Lan­des­leis­tung soll an zwei Be­din­gun­gen ge­knüpft wer­den: El­tern müs­sen die al­ter­s­ent­spre­chen­den Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen nach­wei­sen, wie es auch bei der An­mel­dung in ei­ner Krip­pe oder beim Lan­des­er­zie­hungs­geld er­for­der­lich ist. Au­ßer­dem müs­sen sie zwölf Mo­na­te in Bay­ern ge­wohnt ha­ben. Da­mit sol­len „Mit­nah­me­ef­fek­te“durch El­tern aus an­de­ren Bun­des­län­dern ver­mie­den wer­den, er­läu­ter­te Hu­ber.

Der Ge­setz­ent­wurf von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU) geht nun zur An­hö­rung in die Ver­bän­de. Ei­ne Ver­ab­schie­dung durch den Land­tag sei noch in die­sem Jahr an­ge­dacht, sag­te Hu­ber.

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