Der Jom-Kip­pur-Krieg

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Der höchs­te jü­di­sche Fei­er­tag, Jom Kip­pur, ist in Is­ra­el ein Tag des Fas­tens und der Ru­he. Re­stau­rants blei­ben ge­schlos­sen, Au­to­fah­rer las­sen ih­re Fahr­zeu­ge ste­hen, Grenz­über­gän­ge und so­gar der Flug­ha­fen wer­den still­ge­legt. Auch Ra­dio- und Fern­seh­sen­der ver­zich­ten auf jeg­li­ches Pro­gramm. Doch am 6. Ok­to­ber 1973 war al­les an­ders. Sechs Jah­re nach dem En­de des Sechs­ta­ge­krie­ges be­gan­nen Sy­ri­en und Ägyp­ten gleich­zei­tig den An­griff auf Is­ra­el. Ägyp­ten rück­te auf die von Is­ra­el be­setz­te Si­naiHalb­in­sel vor. Sy­ri­en tat das­sel­be auf den Go­l­an­Hö­hen. Die is­rae­li­sche Ar­mee wur­de von dem An­griff über­rascht. Die Stel­lun­gen in Go­lan und Si­nai wa­ren un­ter­be­setzt, die Mo­bil­ma­chung ver­zö­ger­te sich, weil der Rund­funk nicht sen­de­te. Nach ei­ner Wo­che und mit Un­ter­stüt­zung aus den USA ge­lang den Is­rae­lis die Ge­gen­of­fen­si­ve. Sy­ri­en und Ägyp­ten wur­den ih­rer­seits aus Russ­land und von an­de­ren ara­bi­schen Staa­ten un­ter­stützt, so dass der Kon­flikt sich zur welt­wei­ten Kri­se aus­zu­wei­ten droh­te. Die UNO ver­mit­tel­te, eben­so die USA. Knapp drei Wo­chen nach Jom Kip­pur konn­te ein Waf­fen­still­stand die wei­te­re Es­ka­la­ti­on ver­hin­dern. Der Krieg hin­ter­ließ in Is­ra­el ein Trau­ma und brach die Vor­stel­lung von der mi­li­tä­ri­schen Über­le­gen­heit. Die Re­gie­rung un­ter Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Gol­da Meir (Fo­to) ge­riet in ei­ne Kri­se, ein knap­pes Jahr nach dem An­griff trat die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin von ih­rem Amt zu­rück.

TEXT: JENI / FO­TO: AFP

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