Groß­übung: Hur­ri­kan-Alarm am Air­port

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON CHRIS­TI­AN CADEL

Am Wo­che­n­en­de ist der mehr­tä­gi­ge Ein­satz „Tri­mo­dex“der EU am Air­port zu En­de ge­gan­gen. Rund 100 Spe­zi­al­kräf­te aus meh­re­ren Län­dern üb­ten den Ernst­fall. 35 Sta­tis­ten wa­ren da­bei. Er­geb­nis­se wer­den an EU wei­ter­ge­lei­tet.

GOCH/WEE­ZE Meh­re­re Me­ter hoch türmt sich der Schutt. Zwei de­mo­lier­te Klein­wa­gen sind durch die Luft ge­wir­belt und lie­gen auf den Trüm­mer­ber­gen. Drei Ret­tungs­kräf­te schnei­den sich ei­nen Weg hin­durch, um Ver­letz­te zu ber­gen. So oder so ähn­lich se­hen Ka­ta­stro­phen­sze­nen welt­weit aus – am Wo­che­n­en­de auch in Wee­ze. Im Aus­bil­dungs- und Trai­nings­zen­trum für Ret­tungs- und Si­cher­heits­kräf­te „Trai­ning Ba­se Wee­ze“am Flug­ha­fen üb­te ein internationales Team den Ernst­fall. „Das Sze­na­rio sieht vor, dass ein Hur­ri­kan ge­wü­tet hat und vie­le Men­schen ver­schüt­tet sind“, er­klär­te Karl-Heinz Tol­kamp, Ver­triebs­lei­ter von „Trai­ning Ba­se Wee­ze“. Um­ge­stürz­te Bäu­me, zer­trüm­mer­te Au­tos und ver­schüt­te­te Op­fer säum­ten das Übungs­ge­län­de. Um al­lein das zu ko­or­di­nie­ren, brauch­te es meh­re­re Mo­na­te und 35 Per­so­nen.

Zu Be­ginn stand ei­ne Aus­schrei­bung der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si- on, Di­rek­to­ra­te Ge­ne­ral ECHO, im Raum. „Nach ei­nem Be­sich­ti­gungs­ter­min hat man sich schließ­lich für un­ser Ge­län­de ent­schie­den“, sag­te Tol­kamp. Schließ­lich sei die vor­han­de­ne In­fra­struk­tur mit leer­ste­hen­den Wohn­an­la­gen, Glei­sen und gan­zen Fa­b­rik­hal­len ide­al, um rea­lis­tisch üben zu kön­nen. Mit von der Par­tie wa­ren vie­le Le­bens­ret­ter aus Ein­hei­ten von „Ur­ban Se­arch & Res­cue“(USAR), der „Eu­ro­pean Uni­on Ci­vil Pro­tec­tion Teams“(EUCPT) so­wie der „Tech­ni­cal As­sis­tan­ce Sup­port Teams“(TAST). Ins­ge­samt nah­men rund 100 Ein­satz­kräf­te aus ver­schie­de­nen Län­dern teil. Schon die An­rei­se stell­te vie­le vor ei­ne Her­aus­for­de­rung, denn als am Don­ners­tag­abend der Alarm aus­ge­löst wur­de, sa­ßen die meis­ten gera­de beim Abend­es­sen in Li­tau­en, Lett­land oder den Nie­der­lan­den. „Die Teams sind ähn­lich or­ga­ni­siert wie deut­sche Feu­er­weh­ren. Ei­ni­ge ma­chen das haupt­be­ruf­lich, an­de­re

Karl-Heinz Tol­kamp wie­der­um eh­ren­amt­lich. Nach­dem die Ein­hei­ten alar­miert wur­den, flo­gen sie di­rekt nach Düsseldorf, um hier zum Ein­satz­ort zu ge­lan­gen“, sag­te Tol­kamp.

Vie­le stie­gen in Ho­tels ab, an­de­re wie­der­um bau­ten di­rekt auf dem Übungs­ge­län­de Zel­te auf – und dann ging’s ans Ein­ge­mach­te. „Die kom­plet­te Übung mit dem Na­men Tri­mo­dex wird von der EU or­ga­ni­siert und fi­nan­ziert. Sie be­steht aus vier Ein­hei­ten. Ei­ni­ge Din­ge, wie ei­ne me­ter­lan­ge Be­ton­plat­te, wur­den so­gar spe­zi­ell an­ge­fer­tigt.“

Das mehr­tä­gi­ge Trai­ning wur­de par­al­lel von ei­ner 40-köp­fi­gen Gut­ach­ter­grup­pe be­ob­ach­tet. An meh­re­ren Stel­len hat­ten sich die Ex­per­ten pos­tiert, um fest­zu­hal­ten, ob die Ber­gungs­ar­bei­ten funk­tio­nie­ren oder nicht. Ein Ab­schluss­be­richt wird dem­nächst an die EU-Stel­len wei­ter­ge­lei­tet, um nicht Er­geb­nis­se auf­zu­zei­gen, son­dern auch mög­li­che Schwach­stel­len, wie bei­spiels­wei­se die Ko­or­di­na­ti­on der ein­zel­nen Kräf­te, auf­zu­zei­gen.

Auch Mo­ni­que Tys­sen wach­te mit Ar­gus­au­gen über das Trai­ning. Die Nie­der­län­de­rin ist Ko­or­di­na­to­rin der Agen­tur „2-Res­cue“, die mit rund 35 „Fi­gu­ran­ten“da­bei war. Die­se Sta­tis­ten si­mu­lier­ten Ver­letz­te oder ver­schüt­te­te Op­fer. „Vor­her gab es ein Si­cher­heits-Brie­fing. Da­nach hat je­der Fi­gu­rant ei­ne spe­zi­el­le Rol­le zu­ge­wie­sen be­kom­men“, er­klär­te sie. „In ei­ner Feed­backRun­de klä­ren wir, was wir gut oder schlecht ge­macht ha­ben“, er­klär­te Tys­sen.

Nach fast vier Ta­gen ging die in­ter­na­tio­na­le Groß­übung jetzt am Wo­che­n­en­de zu En­de. Die ein­zel­nen Ein­satz-Teams reis­ten wie­der ab und wa­ren um vie­le neue Er­fah­run­gen rei­cher.

„Ei­ne me­ter­lan­ge Be­ton­plat­te ist ex­tra für den Ein­satz an­ge­fer­tigt

wor­den“

RP-FO­TOS (2): MAR­KUS VAN OFFERN

Bei der Übung ging es auch dar­um, Ver­schüt­te­te zu ber­gen und in Si­cher­heit zu brin­gen.

35 Sta­tis­ten soll­ten für ein mög­lichst rea­li­täts­na­hes Sze­na­rio am Air­port Wee­ze sor­gen.

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