„Die Zeit der Ein­zel­kämp­fer ist vor­bei“

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON JÜR­GEN LOO­SEN

„Ele­fan­ten­run­de“zum Auf­takt der Fach­mes­se für Im­mo­bi­li­en und In­ves­ti­tio­nen Ex­po Re­al in der Me­tro­po­le München. Die Land­rä­te und Bür­ger­meis­ter des Stand­orts Nie­der­rhein ga­ben mit ei­ner Dis­kus­si­ons­run­de den Start­schuss.

MÜNCHEN/KREIS KLE­VE Tag eins der Ex­po Re­al in München. Auf der Büh­ne der Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH, un­ter de­ren Dach die Krei­se Kle­ve, We­sel und Viersen, der Rhein-Kreis Neuss so­wie die Städ­te Mön­chen­glad­bach und Kre­feld ver­eint sind, gab die so ge­nann­te „Ele­fan­ten­run­de“mit al­len Land­rä­ten und Ober­bür­ger­meis­tern der Re­gi­on den

Gregor Kathste­de Start­schuss für die größ­te eu­ro­päi­sche Fach­mes­se für Im­mo­bi­li­en und In­ves­ti­tio­nen. Un­ter Mo­de­ra­ti­on von IHK-Pres­se­spre­cher Lutz Mäu­rer dis­ku­tier­ten Heinz Schmidt, Prä­si­dent der IHK Mitt­le­rer Nie­der­rhein, Kre­felds Ober­bür­ger­meis­ter Gregor Kathste­de, Mön­chen­glad­bachs Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners, Kreis Kle­ves Land­rat Wolf­gang Spreen, Amts­kol­le­ge Dr. Ans­gar Mül­ler aus We­sel, Vier­sens Land­rat Pe­ter Ott­mann und Pen­dant Hans-Jür­gen Pe­t­rausch­ke vom Rhein-Kreis Neuss über die Chan­cen für die Re­gi­on.

Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de der Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH, Gregor Kathste­de, mach­te den An­fang. „Ich glau­be, dass wir im zu­rück­lie­gen­den Jahr ein gu­tes In­ves­ti­ti­ons­kli­ma hat­ten, und auch das Zu­sam­men­spiel mit den Nie­der­lan­den konn­te noch mal in­ten­si­viert wer­den“, sag­te der Mann aus der Sei­den­stadt. Land­rat Wolf­gang Spreen knüpf­te an: „Ich bin be­geis­tert von un­se­rer Hoch­schu­le mit dem Dop­pel­stand­ort Kle­ve und Kamp-Lint- fort. Durch den Cam­pus ist in der Kreis­stadt ein ganz neu­er Stadt­teil ent­stan­den. Kle­ve de­fi­niert sich gera­de neu“, sag­te der gera­de mit ei­nem Kan­ter­sieg in sei­nem Amt be­stä­tig­te Spreen. Über 6000 Stu­den­ten sei­en ein­ge­schrie­ben, 20 Pro­zent da­von aus dem Aus­land bei über 100 Na­tio­nen. Mit 500 Mit­ar­bei­tern und ei­nem Haus­halts­vo­lu­men von 50 Mil­lio­nen Eu­ro sei die Hoch­schu­le auch ein wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor. Spreen er­wähn­te den Hoch­schul­preis der Wirt- schafts­för­de­rung Kreis Kle­ve, Groß­pro­jek­te in der Kli­nik Bedburg-Hau, in den Ka­ser­nen Em­me­rich und Goch und bi­lan­zier­te in ei­nem Satz: „Es gibt ei­ne rich­ti­ge Dy­na­mik im Kreis Kle­ve.“

IHK-Prä­si­dent Heinz Schmidt setz­te noch ei­nen drauf: „Ich bin seit 18 Jah­ren im Prä­si­di­um, aber ei­ne so gu­te Si­tua­ti­on wie der­zeit gab es noch nie.“Es sei „rich­tig Le­ben in der Re­gi­on“. Sein flam­men­des Plä­doy­er für den Nie­der­rhein gip­fel­te in der Aus­sa­ge: „Die Zeit der Ein­zel­kämp­fer ist vor­bei.“Das pass­te auch auf das State­ment von Glad­bachs Hans Wil­helm Rei­ners, der von „der Me­tro­pol­re­gi­on Rhein­land“sprach und da­zu auf­for­der­te, den „Blick auch nach drau­ßen“zu len­ken, wo­mit er vor al­lem auch das Nach­bar­land Nie­der­lan­de mein­te. Das sieht auch Vier­sens Pe­ter Ott­mann nicht an­ders, der der Nä­he zu den Nie­der­lan­den „ei­ne ganz gro­ße Rol­le“be­schei­nig­te und lob­te, man ha­be in Viersen „mit ei­nem gu­ten Bran­chen­mix den Struk­tur­wan­del“ be­wäl­tigt. Ans­gar Mül­ler aus dem Kreis We­sel be­schei­nig­te sei­ner Re­gi­on „ei­ne ähn­lich star­ke Ent­wick­lung wie im Kreis Kle­ve“. Man ha­be vie­le (ver­steck­te) Welt­markt­füh­rer und ei­ne Ex­port­quo­te, die weit über dem Lan­des­durch­schnitt lie­ge. Man ha­be aus­rei­chend Flä­chen und in­ves­tie­re in Sa­chen Bil­dung mit der Hoch­schu­le in Kamp-Lint­fort und dem Klau­sen­hof. Kon­kret stel­le We­sel auf der Ex­po Re­al 15 Pro­jek­te vor, sag­te Mül­ler und pro­phe­zei­te, in Zei­ten knap­per wer­den­der Ge­wer­be­flä­chen müs­se man „auf Ko­ope­ra­ti­ons­stand­or­te set­zen“.

Hans-Jür­gen Pe­t­rausch­ke aus dem Rhein-Kreis Neuss sag­te, man ha­be „ei­ne gan­ze Men­ge vor der Brust“. Ei­gent­lich ge­he es in München um Ge­wer­beim­mo­bi­li­en, aber Pe­t­rausch­ke lenk­te den Blick auf „den mo­men­tan deut­li­chen Zustrom an Men­schen“. Für die vie­len Flücht­lin­ge „müs­sen wir Wohn­raum vor­wei­sen kön­nen, denn die­se Men­schen blei­ben hier“. Das sei für die Re­gi­on ei­ne ganz an­de­re Her­aus­for­de­rung. Zum The­ma in­ter­kom­mu­na­le Ge­wer­be­ge­bie­te warn­te der Mann aus Neuss vor ei­ner „Kan­ni­ba­li­sie­rung“.

Ein gro­ßes Lob gab es spä­ter aus be­ru­fe­nem Mun­de. Gar­relt Du­in, Lan­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft, Ener­gie, In­dus­trie, Mit­tel­stand und Hand­werk, sag­te bei sei­nem Be­such am oran­ge­far­be­nen Stand des Nie­der­rheins: „Der Nie­der­rhein ist ein wich­ti­ger Stand­ort mit ge­nü­gend Flä­che und gut aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal.“Er ap­pel­lier­te an die Ver­ant­wort­li­chen, auch „die Wer­be­trom­mel für in­ter­na­tio­na­le In­ves­to­ren“zu schla­gen. „Wir sind in NRW In­ves­ti­ti­ons­stand­ort Num­mer eins in Deutsch­land“, sag­te Du­in. Und der Mi­nis­ter fuhr fort: „Es lohnt sich, hier zu le­ben.“

„Im zu­rück­lie­gen­den

Jahr hat­ten wir ein gu­tes In­ves­ti­ti­ons­kli­ma“

Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH

FO­TO: LOTHAR BERNS

Die „Ele­fan­ten­run­de“(v.l.): Wolf­gang Spreen, Hans-Jür­gen Pe­t­rausch­ke, Ans­gar Mül­ler, Lutz Mäu­rer, Gregor Kathste­de, Hans Wil­helm Rei­ners, Pe­ter Ott­mann und Heinz Schmidt.

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