Fortu­na-Chef Dirk Kall muss ge­hen

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Der Auf­sichts­rat und der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten „tren­nen sich ein­ver­nehm­lich“.

DÜSSELDORF Als Auf­sichts­rat Rein­hold Ernst sich am Mit­tag mit Fortu­nas Vor­stands­vor­sit­zen­dem Dirk Kall hin­ter ver­schlos­se­ne Tü­ren zu ei­nem Vier-Au­gen-Ge­spräch zu­rück­zog, war die Ent­schei­dung längst ge­fal­len. Es ging nur noch dar­um, sich ein­ver­nehm­lich zu tren­nen. Das heißt, zur Zuf­rie­den­heit bei­der Sei­ten – mit ei­ner fi­nan­zi­el­len Ab­fin­dung und oh­ne schmut­zi­ge Wä­sche zu wa­schen. Das ha­ben der Fuß­ball-Zweit­li­gist Fortu­na Düsseldorf und der Vor­stands­vor­sit­zen­de Dirk Kall ge­schafft – zu­min­dest vor­der­grün­dig. Ent­spre­chend warm­her­zig geht es an­läss­lich der Tren­nung zu. „Nach reif­li­cher Über­le­gung, in­ten­si­ven Ge­sprä­chen und Si­gna­len aus dem Auf­sichts­rat hal­te ich die­sen Weg für al­ter­na­tiv­los“, sag­te Kall, der dem Ver­ein al­les Gu­te wünscht. Das kann der Dritt­letz­te der Li­ga na­tür­lich brau­chen. Und da will die Fortu­na nicht zu­rück­ste­hen. Ent­spre­chend be­dankt sich der Auf­sichts­rat für die Ar­beit und den Ein­satz von Kall und wünscht ihm al­les Gu­te.

Bei so viel Har­mo­nie ver­ges­sen die Prot­ago­nis­ten ganz, die Grün­de für die Tren­nung zu nen­nen. Das ist auch nicht so leicht, denn es ist ein ge­fähr­li­ches Ge­misch aus deut­lich ge­wor­de­nen De­fi­zi­ten bei Kalls Vor­stands­ar­beit, Gr­a­ben­kämp­fen im Ver­ein so­wie der sport­li­chen Tal­fahrt. Zwar be­haup­ten al­le, die Tren­nung er­fol­ge un­ab­hän­gig von der sport­li­chen Si­tua­ti­on, doch darf be­zwei­felt wer­den, ob sie zu­stan­de ge­kom­men wä­re, wenn der Ver­ein an der Spit­ze stün­de. Kall, der über acht Jah­re im Auf­sichts­rat saß, ehe er zum haupt­amt­li­chen Vor­stand­svor­sit­zen­den be­ru­fen wur­de, hat es in die­sem Gre­mi­um ver­säumt, sein Pro­fil zu schär­fen. Er hat­te nicht das For­mat und Rück­grat, um Macht­kämp­fe und Rän­ke­spie­le zu be­ste­hen. So zog er ge­gen Fi­nanz­vor­stand Paul Jä­ger den Kür­ze­ren, um dann mit ihm zu tak­tie­ren.

Ge­hol­fen hat es ihm nicht mehr.

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