BMX-Fah­rer be­strei­ken Olym­pia­kurs für 2016

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON JES­SI­CA BALLEER

Die Stre­cke in Bra­si­li­en ist durch den Test ge­fal­len. Der In­ter­na­tio­na­le Rad­sport­ver­band hat­te sie be­reits ab­ge­seg­net.

DÜSSELDORF/RIO DE JANEI­RO Wenn BMX-Fah­rer ih­rem Sport nach­ge­hen, hei­zen sie mit 20-Zoll-Rei­fen über Bu­ckel­pis­ten und im­po­nie­ren Zu­schau­ern mit hals­bre­che­ri­schen St­unts. Den Pro­fis des­we­gen Leicht­fer­tig­keit zu un­ter­stel­len aber ver­bie­tet sich: Als „zu ge­fähr­lich“hat­ten die Olym­pia­teil­neh­mer 2016 die Stre­cke bei Rio nach der ers­ten Be­ge­hung vor ei­ni­gen Ta­gen ein­ge­stuft und ih­re Teil­nah­me am Olym­pia­test zu­nächst ver­wei­gert. Kri­ti­sche Stel­len des Kur­ses für die Som­mer­spie­le 2016 bes­ser­te das Ko­mi­tee Rio 2016 dar­auf­hin in Ab­spra­che mit den Fah­rern aus und ver­schob den Test um ei­nen Tag. Doch das Un­be­ha­gen der Pro­fis be­wahr­hei­te­te sich: Dass dün­ne Gum­mi­rei­fen auf nas­ser Fahr­bahn ei­ne ge­fähr­li­che Kom­bi­na­ti­on sind, be­ka­men be­son­ders zwei Bra­si­lia­ner zu spü­ren: Bi­an­ca Qui­nal­ha er­litt ei­nen Hand­ge­lenks­bruch, Ro­ge­rio dos Reis muss­te mit Ver­dacht auf Rip­pen­bruch ins Kran­ken­haus ge­bracht wer­den. Nach ei­nem re­gel­rech­ten „Sturz­fes­ti­val“muss­te der Olym­pia­test ab­ge­bro­chen wer­den. Und das, ob­wohl ein Spe­zia­list die Stre­cke ent­wor­fen hat.

Seit 2008 ist der „Bi­cy­cle Mo­to­cross“(BMX)-Wett­be­werb Teil der Olym­pi­schen Som­mer­spie­le. Ne­ben dem let­ti­schen Dop­pel-Olym­pia­sie­ger Mâ­ris trom­bergs hat sich ˇ S ab­seits des ei­gent­li­chen Tur­niers vor al­lem der ehe­ma­li­ge Pro­fi Tom Rit­zentha­ler ei­nen Na­men ge­macht. Der Ame­ri­ka­ner hat die BMX-Bah­nen für die bei­den Olym­pi­schen Spie­le in Pe­king 2008 und Lon­don 2012 ent­wor­fen. Auch für die Stre­cke in „Deo­do­ro“, die in der Olym­pia­zo­ne im Nord­wes­ten von Rio de Janei­ro liegt, ist er ver­ant­wort­lich. Rit­zentha­lers Stre­cken­ent­wurf hat­te der In­ter­na­tio­na­le Rad­sport­ver­band UCI be­reits ab­ge­seg­net.

Dem Ur­teil der Fah­rer konn­te die BMX-Pis­te nicht stand­hal­ten. In Lu­is Bret­hau­er (TSV Bet­zin­gen) schloss sich ein deut­scher Olym­pia­teil­neh­mer am ers­ten Tag dem Boy­kott an. Per Vi­deo­bot­schaft kri­ti­sier­te der 23-Jäh­ri­ge die man­geln­de Si­cher­heit: zu weit, zu hoch, zu schnell – und da­mit „nicht das, was wir uns un­ter ei­ner olym­pi­schen Stre­cke vor­stel­len“. Am nächs­ten Test­tag sorg­ten meh­re­re Re­gen­schau­er im­mer wie­der für Un­ter­bre­chun­gen. Erst nach ei­ni­gen Stür­zen wur­de der Olym­pia­test end­gül­tig ab­ge­bro­chen. „Al­le Än­de­run­gen, die wir an der Bahn vor­ge­nom­men ha­ben, die Ge­sprä­che mit den Ath­le­ten und Team­füh­rern ha­ben das Gan­ze zu ei­ner ech­ten Na­gel­pro­be wer­den las­sen“, teil­ten die Or­ga­ni­sa­to­ren mit. Ein ar­beits­rei­cher Weg liegt vor ih­nen, wie auch vor den Ath­le­ten. Die Kri­tik der Fah­rer zeigt, dass sie be­reit sind, auf der „Road to Rio“viel zu ris­kie­ren. Im Ge­gen­zug da­für aber er­war­ten sie ein Min­dest­maß an Si­cher­heit am Ziel­ort.

FO­TO: REU­TERS

Auf dem Sprung: Zwei BMX-Fah­rer tes­ten die Olym­pia­stre­cke.

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