EU muss zum Kor­rek­tiv der USA wer­den

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON FLO­RI­AN RIN­KE

Die USA sei­en kein si­che­rer Ort zur Spei­che­rung der Da­ten eu­ro­päi­scher Bür­ger, ur­teilt der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof. Die Rich­ter spre­chen da­mit in al­ler Deut­lich­keit das aus, was als Kon­se­quenz der Ent­hül­lun­gen von Ed­ward Snow­den gel­ten muss. Im Kampf ge­gen den Ter­ror sind die USA zum Schnüf­fel­staat ge­wor­den, der kaum Ge­gen­wehr von den sonst so mäch­ti­gen In­ter­net­kon­zer­nen zu er­war­ten hat.

Um­so wich­ti­ger ist, dass Eu­ro­pa als Kor­rek­tiv auf­tritt. Das Ur­teil des EuGH kann nur ein An­fang sein. Denn na­tür­lich ver­hin­dert er mit sei­ner Ent­schei­dung nicht den Da­ten­aus­tausch mit den USA, er er­schwert ihn nur. Ge­nau­so we­nig hat er mit sei­nem Ur­teil zum „Recht auf Ver­ges­sen“da­für ge­sorgt, dass miss­lie­bi­ge In­hal­te der EU-Bür­ger aus dem Netz ver­schwin­den – sie sind nur schwe­rer bei Goog­le zu fin­den. Und doch sind die Ur­tei­le Mei­len­stei­ne, weil sie ge­mein­sa­me eu­ro­päi­sche Wer­te in ei­ner di­gi­ta­len Welt be­to­nen. Sie müs­sen ver­tei­digt wer­den, denn die Her­aus­for­de­run­gen wer­den an­ge­sichts welt­weit stei­gen­der Da­ten­strö­me nicht klei­ner. Da­für braucht es Da­ten­schutz-Re­geln mit Au­gen­maß, die den Ein­zel­nen schüt­zen, aber dem Fort­schritt nicht im We­ge ste­hen – nicht nur in Eu­ro­pa, son­dern welt­weit. BE­RICHT

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