Lo­gis­tik – Rie­senchan­ce für Nie­der­rhein

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON JÜR­GEN LOO­SEN

Im­mo­bi­li­en­mes­se Ex­po Re­al in München: Auf der Büh­ne der Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH wur­den von Ex­per­ten Ent­wick­lun­gen der Trans­por­tbran­che und ak­tu­el­le Kon­ver­si­ons­pro­jek­te in Goch, Em­me­rich und Wee­ze dis­ku­tiert.

MÜNCHEN/KREIS KLE­VE Gleich zwei zu­kunfts­wei­sen­de Re­gio­nal-The­men dis­ku­tier­ten Ex­per­ten auf der Büh­ne der Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH wäh­rend der Fach­mes­se für Im­mo­bi­li­en und In­ves­ti­tio­nen Ex­po Re­al in München. Neue Ent­wick­lun­gen zur Lo­gis­tik am Stand­ort Nie­der­rhein hieß die ei­ne, ak­tu­el­le Pro­jek­te zur Re­vi­ta­li­sie­rung von In­dus­trie- und Kon­ver­si­ons­flä­chen die

„Der Ha­fen Em­me­rich ist für Rot­ter­dam der ers­te Ha­fen in Deutsch­land“

Udo Jess­ner

Ha­fen Em­me­rich

an­de­re Ge­sprächs­run­de, je­weils mo­de­riert von IHK-Pres­se­spre­cher Lutz Mäu­rer.

„Ei­ne her­aus­ra­gen­de Be­deu­tung“be­schei­nig­te der Lei­ter der Ent­wick­lungs-Agen­tur Kreis We­sel, Michael Dücht­ing, der Lo­gis­tik, die „ei­ne Rie­senchan­ce für den Nie­der­rhein“sei. Da­für sei­en neue „Ge­wer­be­flä­chen von exis­ten­zi­el­ler Be­deu­tung“. Die Stär­ke We­sels lie­ge in der Viel­zahl gro­ßer Flä­chen und der Nä­he zu ver­schie­de­nen Hä­fen. Dar­an schloss Die­ter Ten­haeff, Wirt­schafts­för­de­rer in Kamp-Lint­fort, an. Un­ter dem Stich­wort „Koh­len­la­ger­platz“ha­be man 30 Hekt­ar Flä­che aus dem Berg­bau zur Ver­fü­gung, da­von sei­en „25 Hekt­ar net­to zu ver­mark­ten“. Man sei ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem Ha­fen Duis­burg ein­ge­gan­gen. „Wir ge­hen da­von aus, dass die Flä­che 2017 weg ist“, zeig­te sich Ten­haeff op­ti­mis­tisch.

Der Kreis Kle­ver Land­rat Wolf­gang Spreen kon­sta­tier­te, noch se­he es „bei uns gut aus mit den Ge­wer­be­flä­chen, aber in Zu­kunft gibt es noch Be­darf“. Spreen nann­te als Schwer­punk­te der lo­gis­ti­schen Wei- ter­ent­wick­lung Ge­län­de an den drei Au­to­bah­nen A 57 (Goch/Wee­ze), A 3 (Em­me­rich am Rhein) und A 40 (Strae­len). Es wer­de al­ler­dings nicht ein­fach, die Vor­ha­ben im Lan­des­ent­wick­lungs­plan durch­zu­brin­gen. Zu­dem hofft Spreen, nach dem Er­folg der Hö­her­stu­fung des Ha­fens Em­me­rich auch den Air­port Wee­ze künf­tig als „lan­des­be­deut­sam“ein­stu­fen las­sen zu kön­nen.

Udo Jess­ner, neu­er Ge­schäfts­füh­rer des Ha­fens Em­me­rich, sag­te fast phi­lo­so­phisch: „Der Ha­fen Em­me­rich ist ein Grenz­ha­fen, der letz­te auf dem Rhein in Deutsch­land, aber für Rot­ter­dam der ers­te in Deutsch­land.“Man wer­de für den Er­folg das Ge­län­de wei­ter aus­bau­en müs­sen, und da hel­fe es mo­men­tan „nicht wirk­lich wei­ter, dass ein Teil des Ge- län­des als FFH-Flä­che aus­ge­wie­sen wur­de“und man das wie­der zu­rück­dre­hen müs­se. Der Kreis Kle­ver Wirt­schafts­för­de­rer Hans-Jo­sef Kuy­pers ur­teil­te, die Lo­gis­tik spie­le „ei­ne stän­dig wach­sen­de Rol­le im Kreis Kle­ve“bei der­zeit et­wa 3500 Ar­beits­plät­zen.

„Da ist im Kreis wirk­lich die meis­te Mu­sik drin“, sag­te Kuy­pers und pro­phe­zei­te: „Kurz­um: Es wür­de uns sehr hel­fen, neue und gro­ße Flä­chen zu be­kom­men.“Als größ­ten Er­folg be­zeich­ne­te Kuy­pers die An­sied­lung von BLG-Lo­gis­tics (Bre­mer La­ger­haus-Ge­sell­schaft) in Em­me­rich am Rhein mit heu­te 270 Ar­beits­plät­zen auf 160.000 Qua­drat­me­tern Flä­che mit ei­ner acht Fuß­ball­plät­ze gro­ßen Hal­le. „Wenn es klappt, die Flä­chen an den drei Au- to­bah­nen zu schaf­fen, dann wä­re das für uns im Kreis Kle­ve ein Rie­sen­schritt nach vor­ne“.

Jo­han­nes Diks, Bür­ger­meis­ter von Em­me­rich am Rhein, stell­te den Um­bau der Mo­ritz-von-Nas­sau-Ka­ser­ne kurz vor. Mit dem neu­en Ei­gen­tü­mer ha­be man ein Kon­zept für das 326.000 Qua­drat­me­ter gro­ße Ge­län­de er­ar­bei­tet, das zu ei­nem Drit­tel Ge­wer­be, zu ei­nem Drit­tel Woh­nen mit Pferd und zu ei­nem Drit­tel ei­nen Wohn­ge­sund­heits­park be­inhal­tet. 70 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len in­ves­tiert wer­den in das op­ti­mal in Au­to­bahn­nä­he lie­gen­de Ge­biet. Ein ähn­lich ge­la­ger­tes Pro­jekt er­läu­ter­te Wirt­schafts­för­de­rer Rü­di­ger Wen­zel, den Neu­bau ei­nes Stadt­teils auf dem Ge­län­de der frü­he­ren Reichs­wald­ka­ser­ne in Goch. Auf 27 Hekt­ar Flä­che wer­den 15 Hekt­ar be­baut, zwölf Hekt­ar sind fürs Grün, da­von zwei für ei­nen künst­li­chen See. 350 bis 500 Wohn­ein­hei­ten wer­den ge­baut, es ge­be be­reits mehr als 200 kon­kre­te In­ter­es­sen­ten für das für 1000 bis 2000 Men­schen ge­plan­te Grund­stück.

Für die Air­port Ci­ty Wee­ze, in der 1000 Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen wur­den, er­läu­ter­te Frank Mül­ders, man sei im­mer auf der Su­che nach Spon­so­ren für das gi­gan­ti­sche Grund­stück, zu­nächst ein­mal „für flug­ha­fen­af­fi­ne Un­ter­neh­men“. Nur ei­nen St­ein­wurf weit sei es bis zur Gren­ze, das se­he man an 40 Pro­zent Flug­gäs­ten aus den Nie­der­lan­den und 70 Pro­zent an­ge­sie­del­tem Ge­wer­be. „Es ist so­weit, dass ich Nie­der­län­disch ge­lernt ha­be“, sag­te Mül­ders.

FO­TO: LOTHAR BERNS

Die Kreis Kle­ver De­le­ga­ti­on auf der Ex­po Re­al in München.

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