Gra­dier­werk nur mit Ärz­te­zen­trum

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON SE­BAS­TI­AN LAT­ZEL

Beim Pro­jekt auf der Hüls lau­fen die Pla­nun­gen wei­ter auf Hoch­tou­ren, heißt es. Ge­sprä­che mit In­ter­es­sen­ten für den Ge­sund­heits­be­reich sind im Gan­ge. Aus Sicht des Wirt­schafts­för­de­rers ist das Ob­jekt rich­tig und wich­tig für Keve­la­er.

KEVE­LA­ER Im RP-Interview zur Wahl hat­ten bei­de Kan­di­da­ten auf die Fra­ge nach dem wich­tigs­ten Pro­jekt für die Ma­ri­en­stadt auf die Hüls ver­wie­sen. So­wohl der kom­men­de Bür­ger­meis­ter Dr. Do­mi­nik Pichler als auch der bis­he­ri­ge Amts­in­ha­ber Dr. Axel Sti­bi se­hen Gra­dier­werk und Ärz­te­zen­trum als gro­ße Chan­ce. In der Po­di­ums­dis­kus­si­on bei Kol­ping hat­ten da­her bei­de uni­so­no das Pro­jekt ge­gen Kri­tik aus dem Pu­bli­kum ver­tei­digt. Klar ist al­so, dass sich

„Mit dem Geld aus dem Grund­stücks­ver­kaufsoll das Gra­dier­werk ge­baut

wer­den“

Hans-Jo­sef Bruns

Wirt­schafts­för­de­rer

auch mit dem Wech­sel im Rat­haus an der grund­sätz­li­chen Ein­stel­lung der Ver­wal­tungs­spit­ze zu dem Pro­jekt nichts än­dern wird.

Für Wirt­schafts­för­de­rer Hans-Jo­sef Bruns ist die Ent­wick­lung auf der Hüls ei­ne wich­ti­ge und rich­ti­ge Sa­che für Keve­la­er. „Wir han­deln hier vor­aus­schau­end, um Keve­la­er für die Zu­kunft auf dem Ge­sund­heits­sek­tor gut auf­zu­stel­len.“Wie be­rich­tet, ge­hört zum Kon­zept für die rund fünf Hekt­ar gro­ße Flä­che ein Gra­dier­werk, in dem Ther­mal­so­le ver­rie­selt. Die soll aus 550 Me­ter Tie­fe aus Keve­la­ers Heil­quel­le nach oben ge­för­dert wer­den. 18 Ku­bik­me­ter lau­war­mes Salz­was­ser (28 Grad) gibt die Qu­el­le pro St­un­de ab. Nur ein Bruch­teil da­von wer­de für die Sa­li­ne be­nö­tigt, heißt es.

Das Gra­dier­werk in Form ei­ner Pil­ger­mu­schel (RP be­rich­te­te) soll et­wa 30 mal 27 Me­ter groß und neun Me­ter hoch wer­den. Soll­te ein schüt­zen­des Dach da­zu kom­men, wüch­se das Ge­bil­de auf 11,5 Me­ter Hö­he. Rund 800.000 Eu­ro sind für die Um­set­zung ein­ge­plant, Ex­tras wie ei­ne In­ha­lier­kam­mer sind noch nicht ein­be­rech­net. Wich­tig für die Nach­bar­schaft: Ei­ne „Ab­drif­te“vor dem Holz-Stän­der­werk mit den Schwarz­dorn­wän­den soll ei­nen Groß­teil des Salz­ne­bels ab­hal­ten, so dass die Gär­ten der Um­ge­bung nicht zu sehr durch das „Mee­res­kli­ma“be­las­tet wer­den. Ide­en fürs Drum­her­um gibt es ei­ni­ge: ei­ne Kn­eipp-An­la­ge, Blu­men­ra­bat­ten, Sitz­ge­le­gen­hei­ten – so könn­te ei­ne Art Ge­sund­heits­park ent­ste­hen.

Eng mit dem Kon­zept ver­bun­den ist ein Ärz­te­zen­trum, das der In­ves­tor, die Fir­ma So­leo, ent­wi­ckeln will. „Der In­ves­tor ist ge­ra­de in der Pha­se, in der die Ge­sprä­che mit In­ter­es­sen­ten in­ten­si­viert wer­den“, er­läu- tert Bruns. Man klop­fe ab, wel­che Ärz­te sich Pra­xis­räu­me in dem Zen­trum vor­stel­len könn­ten. Kla­res Si­gnal von au­ßen von Sei­ten der Stadt ist: Oh­ne Ärz­te­zen­trum wird es auch kein Gra­dier­werk ge­ben. Denn ein Gra­dier­werk al­lein auf der grü­nen Wie­se ma­che kei­nen Sinn. „Es ste­hen der­zeit be­reits vie­le In­ter­es­sen­ten für das Zen­trum Ge­wehr bei Fuß“, be­rich­tet Bruns.

Aus Sicht von Keve­la­er bie­te das Pro­jekt auch ei­ne Chan­ce, um die ärzt­li­che Ver­sor­gung auf Dau­er in der Ma­ri­en­stadt si­cher­zu­stel­len. Der Trend ge­he zu Ge­mein­schafts­pra­xen, zu Zen­tren, bei de­nen ver­schie­de­ne me­di­zi­ni­sche und the­ra- peu­ti­sche An­ge­bo­te un­ter ei­nem Dach an­ge­bo­ten wer­den könn­ten.

Mit dem In­ves­tor gibt es ei­nen Kauf­ver­trag, dar­über sind die Kon­di­tio­nen für den Ver­kauf des Grund­stücks an So­leo ge­re­gelt. „Mit dem Geld, das die Stadt durch die­sen Ver­kauf er­zielt, soll das Gra­dier­werk ge­baut wer­den“, er­läu­tert der Wirt­schafts­för­de­rer.

Das Pro­jekt sei auch aus tou­ris­ti­scher Sicht wich­tig. „Es sind ja nicht nur Pil­ger, die zu uns kom­men, son­dern auch vie­le Aus­flüg­ler und Tou­ris­ten“, er­läu­tert Wirt­schafts­för­de­rer. Über die A 57 sind die Bal­lungs­räu­me gut an­ge­schlos­sen, der Wee­zer Flug­ha­fen liegt na­he: In der Hüls könn­ten sich Er­ho­lung­su­chen­de in ge­sun­dem Kli­ma ent­span­nen – das ist die Idee. Zu­mal die Ther­mal­quel­le, die seit 1995 der Nut­zung harrt, ver­mut­lich auch noch an­de­re Nut­zun­gen er­mög­li­chen wür­de. Im­mer mal wie­der ist auch von ei­nem Ho­tel die Re­de. Dort könn­te es ein Ther­mal­was­ser-Schwimm­bad ge­ben.

Wann es auf der Hüls ganz kon­kret wer­den wird, ist of­fen. „Wir ar­bei­ten in­ten­siv an dem Pro­jekt“, hieß es ges­tern von Sei­ten der In­ves­to­ren­fir­ma So­leo. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt wol­le man al­ler­dings kei­ne De­tails be­kannt ge­ben, um lau­fen­de Ver­hand­lun­gen nicht zu be­hin­dern.

So könn­te das Gra­dier­werk spä­ter aus­se­hen, das durch ei­ne Ther­mal­quel­le un­ter­halb der Hüls ge­speist wird.

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